Wege der Selbstheilung Teil 10 Nachtrag

Anstatt Dir selbst immer wieder aufzuzählen, was Du alles in Deinem Leben falsch gemacht haben könntest, sage Dir lieber: "Ich habe alles so gemacht, wie ich es zu dem Zeitpunkt konnte. Ich habe stets mein Bestes gegeben und tue es jeden Tag. Hätte ich etwas besser gewußt oder gekonnt, dann hätte ich es ja auch besser gemacht! Bestimmt Dinge sollten passieren, damit ich die Chance hatte, mich weiter zu entwickeln und ich bin auf einem sehr guten Weg." © Emily-Star

Über die heilsame Wirkung von Fantasiereisen

(Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Link: https://archive.org/details/WegeDerSelbstheilungTeil10Nachtrag )

Mein Partner fragte mich gestern (nachdem ich ihm den Beitrag vom Haus der Erinnerungen vorgelesen hatte), ob das jetzt eine Geschichte sei oder ich es wirklich so erlebt hatte. Da dachte ich mir, daß sich bestimmt noch mehr von Euch diese Frage stellen. Und habe heute beschlossen, das etwas näher zu erläutern. Alle Fantasiereisen, die ich hier beschreibe habe ich natürlich nur in meinem Kopf erlebt. Das Haus der Erinnerungen, genauso wie den Saal mit dem Flügel darin, gibt es nur in meinem Inneren! Er war tatsächlich seit sehr vielen Jahren einer meiner geistigen Rückzugsorte, wenn ich verletzt war oder mich bedroht fühlte. Die Ärzte nennen so ein Verhalten dissoziieren. Ein echt anstrengendes und sehr kaltes Wort, wie ich finde. Und wer sich noch nie mit Psychologie befaßt hat und das haben wohl die wenigsten, für den ist das noch eines der vielen „böhmischen Dörfer“ im Dschungel der psychologischen Fachausdrücke. Deshalb erkläre ich die Dinge ungern mit solchen Wörtern, die dann eh fast keiner versteht, sondern lieber auf meine eigene Art!

Wenn man wie ich, sich in seiner Kindheit immer wieder in Situationen des seelischen, körperlichen oder sexuellen Missbrauchs wieder findet, dann kann es sein, das der Geist sich woanders hin zurück zieht. Da es ja nicht möglich ist, aus der bedrohlichen Situation auszusteigen, flüchtete ich mich also in eine geistig andere Welt und blendete das Geschehene damit aus. Das heißt, ich bekam nicht mehr viel von dem mit, was mir angetan wurde. Wurde ich also geschlagen, spürte ich dieses kaum noch, da ich mich geistig bereits zurück gezogen hatte. Und der Raum mit dem Flügel, war nur einer meiner vielen Rückzugsorte, die ich mir in meiner Fantasie schuf. Warum ausgerechnet ein Flügel darin stand, kann ich gar nicht sagen. Aber ich hatte schon immer eine besondere Beziehung zu diesem Musikinstrument.

Vielleicht war ich ja in meinem letzten Leben Konzertpianistin 😉 Nein, Scherz beiseite! Ich kann es nicht erklären, habe dafür bis heute keine Antwort. Aber ich denke das ist auch nicht wichtig. Ich wollte damit nur sagen, daß das Klavier schon lange, bevor ich überhaupt anfing es auch selbst spielen zu lernen, immer schon eine besondere Bedeutung in meinem Leben hatte. Ich erinnere mich da an eine Situation zurück, wo ich mich mal wieder in der Klinik befand und so mit Psychopharmaka voll gepumpt war, daß ich kaum noch gehen und sprechen konnte. Durch all diese Medikamente fühlte ich mich wie im Nebel und nahm kaum noch etwas wahr. Außerdem bekam ich zusätzlich noch das Gefühl der inneren Gleichgültigkeit, von fast allem was um mich herum geschah. Eines Tages fand dort dann ein Klavierkonzert statt, woran ich teil nahm. Und die Klänge dieses Instrumentes waren das einzige, was wirklich zu mir durch drang. Ich weiß, das klingt ziemlich verrückt. Aber es hat mich so unglaublich berührt, während mir alles andere am A… vorbei ging. Ich habe dafür bis heute keine Erklärung.

Wie dem auch sei, das ist wohl einer der Gründe, warum ich so versessen darauf bin, das Klavierspiel unbedingt erlernen zu wollen. Und auch, nach fast einem halben Jahr täglichem übens, ist es mir noch nicht langweilig geworden. Egal wie sehr mir meine Hände auch manchmal weh tun, ich will es unbedingt schaffen! Vielleicht ist irgendwann mal etwas Geld für einen Lehrer da, das wäre natürlich schön. Aber auch wenn nicht; ich habe mir bisher alles selbst bei gebracht und sage mir dann immer, daß irgendwann ja auch mal jemand damit anfing und auch keinen Lehrer hatte. Und wenn es der Erfinder des Instrumentes selbst gewesen ist. Und der hat es schließlich ja auch geschafft. Es heißt oft, daß man ohne Lehrer sowieso nicht vernünftig spielen lernen kann. Das glaube ich aber nicht. Mit Lehrer mag es schneller gehen, ganz klar. Aber ohne Lehrer geht es auch. Ich denke, das habe ich bis jetzt auch ganz gut unter Beweis stellen können.

Aber zurück zu den Fantasiereisen. Bei diesen habe ich während der Arbeit an mir selbst, schließlich ganz gezielt diese Rückzugsorte aufgesucht und begonnen etwas darin zu verändern. Wie in dem Saal, der immer so trostlos war. Die Bereitschaft etwas verändern zu wollen, zeigte sich unter anderem auch darin, daß ich eine andere Person in diesen Saal lies, der eigentlich immer nur mir gehörte. Auch wenn dieser Mensch fiktiv war, so war es dennoch eine Versinnbildlichung meiner Bereitschaft, mich innerlich wieder öffnen zu wollen. Die Fantasiereisen in meine inneren Welten, haben mir sehr viele Erkenntnisse gebracht, die mich anschließend auch im realen Leben weiter brachten. Sie halfen mir Dinge zu heilen, indem ich ihre Ursachen erkannte und mir nun selbst beibrachte, anderes als gewöhnlich darauf zu reagieren.

Wie auch bei der Arbeit mit dem inneren Kind. Wo ich letzten Endes lernte, mir selbst meine innere Mutter zu sein und endlich damit aufhörte, bei anderen nach Heilung zu suchen. Ihnen die Last aufzubürden, meine Wunden zu heilen, was ja gar nicht geht. Insbesondere bei Partnern ist die Verführung dazu sehr groß. Der Partner soll wieder gut machen oder darf dann ausbaden, was andere vor ihm kaputt gemacht haben. Das überfordert irgendwann jede Beziehung. Aber darauf komme ich nochmal in einem anderen Artikel zurück!

Bildertext:

Anstatt Dir selbst immer wieder aufzuzählen,
was Du alles in Deinem Leben falsch gemacht haben könntest,
sage Dir lieber:

„Ich habe alles so gemacht, wie ich es zu dem Zeitpunkt konnte.
Ich habe stets mein Bestes gegeben und tue es jeden Tag.
Hätte ich etwas besser gewußt oder gekonnt,
dann hätte ich es ja auch besser gemacht!
Bestimmt Dinge sollten passieren,
damit ich die Chance hatte, mich weiter zu entwickeln
und ich bin auf einem sehr guten Weg.“

© Emily-Star

4 Befrei Dich! Mein Weg aus einer destruktiven Gewaltbeziehung – Teil 3

Hier geht es um Gewalt in der Partnerschaft. Sei sie nun psychisch, emotional oder körperlich. Meine Geschichte für Dich! Anonyme und professionelle Hilfe findest Du unter:

Frauen: www.hilfetelefon.de , www.re-empowerment.de
Männer: www.maennerberatungsnetz.de

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf http://www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden.

In der Praxis weist das Hilfetelefon gewaltbetroffene Männer, die anrufen, nicht ab. Sie werden nach Möglichkeit beraten und, soweit vorhanden, über für Männer geeignete Anlaufstellen informiert.

Wege der Selbstheilung Teil 10

Im Haus der Erinnerungen Teil 2

(Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Link oder Player: https://archive.org/details/WegeDerSelbstheilungTeil10 )

Als ich das nächste Mal in den Raum zurück kehrte, wollte ich selbst ein paar Veränderungen vor nehmen. Seit so vielen Jahren hatte ich mich immer wieder in diesen trostlosen Raum geflüchtet und mich gewundert, warum ich mich nicht getröstet fühlte. Welch Paradox. Ich wollte nicht mehr einsam sein und schottete mich trotzdem ab. Ich wollte wieder Freude empfinden und erschuf mir geistig düstere Welten. Ich wollte mal was erleben, traute mich aber nie heraus. Das alles wurde mir mit einem Mal so klar, daß ich innerlich nur noch den Kopf schüttelte. Nun, jetzt war ich wieder hier und fügte dem Raum in Gedanken mehr Beleuchtung, einen schönen Kamin und Möbel hinzu. Ich zog die restlichen Vorhänge beiseite und öffnete alle Fenster. Eine sanfte Brise wehte von draußen hinein. Ich hörte das rascheln der Blätter von den Bäumen im Garten, es klang wie eine Einladung. So schritt ich langsam zum Fensterbrett und holte tief Luft. Da draußen war es, das Leben. Es wartete auf mich. Ich streckte meine Hand aus dem Fenster und flüsterte: „Bald…“

Dann wandte ich mich ab und entzündete ein Feuer in meinem neuen Kamin. Ich legte mich auf ein Fell direkt davor und genoß die Wärme. Nach einer Weile flüsterte eine Stimme: „Bist du jetzt bereit?“ Ich setzte mich ruckartig auf, erschrocken darüber wo sie her kam. „Bereit? Wozu?“ „Durch die Tür zu gehen, die du bei deinem letzten Besuch aufgeschlossen hast? Davor wartet jemand auf dich!“ „Wer?“ „Du wirst es sehen, nur Mut!“ Langsam erhob ich mich, ging durch den großen Saal. Vorbei an dem wunderschönen Flügel und warf einen letzten Blick in den Garten und die Sonnenstrahlen, die auf das Fensterbrett fielen. Dann stand ich wieder vor der großen Tür und stellte erstaunt fest, daß mein Gast sie nicht geschlossen hatte. Sie stand noch immer weit offen und dahinter war es dunkel. Bis auf ein paar kleine flackernde Lichtstrahlen, konnte ich nichts erkennen. Ich stand einen Moment da und versuchte mich an die plötzliche Dunkelheit zu gewöhnen. „Willkommen im Haus der Erinnerungen.“ „Wer spricht da?“, fragte ich ungläubig. „Das ist jetzt nicht von Belang!“ sagte die Stimme und nach und nach trat aus dem Schatten der Umriß eines alten Mannes hervor. Er war in einen bodenlangen Mantel gehüllt, dessen Kapuze ihm so weit in das Gesicht hing, das sein Gesicht unkenntlich blieb. Er schlurfte mit langsamen Schritten und gebeugtem Rücken auf mich zu. In der rechten Hand hielt er einen alten Kerzenleuchter. Das Wachs tropfte bereits über seine Finger, was er aber nicht zu bemerken schien. „Komm!“ forderte er mich auf und streckte mir seine andere Hand hin. „Haus der Erinnerungen, was bedeutet das genau?“, fragte ich ihn. Unschlüssig, ob ich seine dargebotene Hand wirklich ergreifen sollte. „Im Haus der Erinnerungen zu wandeln, erfordert sehr viel Mut. Wenn du diesen bereit bist aufzubringen, wirst du deine Antwort erhalten. Diese und noch viele Andere, wenn du es wünscht.“ Ich dachte kurz darüber nach, nickte dann aber und ergriff seine dargebotene Hand.

Im Licht der flackernden Kerzen, erkannte ich nach und nach, daß wir uns in einem langen Gang befanden. Das Echo unserer Schritte hallte von den Wänden nieder. An ihnen hingen alte Tapeten, die sich teilweise so von der Wand schälten, daß sie fast den Fußboden berührten. Ich wandte meinen Blick ab und versuchte mich auf die gekrümmte Gestalt zu konzentrieren, der ich noch immer folgte. Dann blieb der Mann stehen. „Wir sind da.“ flüsterte er leise und lies meine Hand los. Wir befanden uns vor einer Tür, die er öffnete und mich dann bat einzutreten. Unsicher sah ich ihn an. „Kommst du nicht mit?“ „Nein, ich werde hier auf dich warten. In diesen Raum kannst nur du allein. Habe Mut, dir wird nichts geschehen.“ Ich atmete noch einmal tief durch und betrat den Raum. Ich sah eine Bilderflut voller Erinnerungen an die Zeit, wo ich noch versucht hatte mittels Computerspielen dem echten Leben zu entfliehen. Er sagte, „Siehst du wie viel Lebenszeit du verspielt hast?“ Ja, ich begriff es, sah es und war entsetzt. Da drückte er mir seinen Kerzenleuchter in die Hand, damit ich noch mehr und besser sehen konnte. Nachdem ich die Bilder alle betrachtet hatte, verbrannte ich jedes einzelne durch das Feuer der Kerzen. „Das ist nicht das richtige Leben, nie wieder will ich Lebenszeit einfach so verspielen!“ Ich hatte ganz schön zu tun, denn die Erinnerungen wollten gar nicht mehr aufhören. Als ich einigermaßen fertig war und das Feuer erlosch, zog ich auch dort die Vorhänge beiseite und öffnete das Fenster. Es strahlte Licht herein und ich sah wieder den Garten. Spürte den Ruf des Lebens und hatte verstanden. Das Haus der Erinnerungen, bestand aus Räumen mit meinen Erinnerungen. Und hinter jeder Tür lag eine andere Erinnerung.

Alle diese hatten dafür gesorgt, daß ich das Leben ausschloß. Und ich ahnte bereits, daß es sehr viel Zeit brauchen würde, wieder Licht und Freude in dieses Haus zu bekommen. Durch das verbrennen der ganzen Bilder, war nun Platz für neues und schönes geschaffen. Auch dieses Zimmer konnte ich jetzt, ganz wie den großen Saal, frei nach meinen Wünschen gestalten. Zufrieden trat ich zurück auf den Flur und lies die Tür offen. Als Zeichen, daß ich mich nicht mehr verschließen wollte. Weder mir selbst, noch dem Leben!

Dann öffnete ich die Augen und fühlte mich wieder ein Stück befreiter. Doch diese Art von heilenden Fantasiereisen, war noch lange nicht alles, was ich entdeckte. Je mehr ich mich dem Thema „innere Heilung“ befaßte und mich öffnete, umso mehr viel mir auch ein. Ich wollte nicht ewig immer mit den gleichen Methoden arbeiten. Sie waren zwar gut, aber es mußte doch noch mehr geben, was mir helfen könnte. Und ich fand es auch.

Das Lied ist im Original von Tom Odell. Der Gesang ist jetzt aber von mir. In diesem, meinem absolten Lieblingsvideo habe ich versucht, eben jenes Geisterhaus, bzw. Haus der Erinnerungen nachzustellen und mich als Geist in dieses hinein zu projizieren.