loslassen

loslassen © Emily-Star

(Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Link oder Player: https://archive.org/details/loslassen_201904 )

Ich erinnere mich gerade an eine Zeit von vor 5 Jahren. Das ist das erste Mal, an das ich mich erinnern kann, wo ich zum ersten Mal, ganz bei mir selbst gewesen bin!

Auslöser war der, im letzten Eintrag „Wege der Selbstheilung Teil 5“, unglaublich starke Liebeskummer; wegen einem Mann, der mich verlassen hatte, weil ICH nicht ICH gewesen war. Das bedeutete im Klartext: Das ich so verliebt in ihn war, daß ich ihm meine psychische und körperliche Erkrankung verschwiegen und vergeblich versucht hatte, alles zu seiner Zufriedenheit hin zu bekommen. Eigentlich so, wie ich es bis dato, jedem versuchte Recht zu machen. Nur um ein bißchen so etwas wie Liebe zu erhaschen. Das war eine Zeit, wo ich nach außen hin so kindlich wirkte, daß mich selbst fremde Menschen einfach duzten und egal was ich sagte, mich überhaupt nicht für voll nahmen. Man kann sagen, ich hatte ein unsichtbares Opfer T-Shirt an. Und das hat mich echt geärgert. Aber ich habe es ja selbst zugelassen, mich von jedem wie ein minderjähriges Kind behandeln zu lassen.

Und dieses Gerüst brach in dem Augenblick zusammen, als er dann zu mir sagte: „Es ist aus, Du hast mir nicht die Wahrheit über Dich gesagt! Ich habe doch keinen Bock, meine restlichen Jahre, mit einem Problemfall zu verbringen. Ich will ja auch noch leben! Und außerdem, weiß ich gar nicht wer Du eigentlich bist!?“

Das hat mich so unglaublich getroffen, daß ich mir ab da geschworen habe, jedem zukünftigen Partner, gleich zu Anfang alles auf den Tisch zu knallen und dann seine Reaktion abzuwarten. Nie wieder wollte ich jemanden haben, der mich nur fürs Haus oder Bett will. Der mich rein für seine guten Stunden benutzt und dann einfach weg schmeißt wie ein Stück Abfall!

Aber ich habe mich auch gefragt, wie es eigentlich so weit gekommen war?

Da ich in diesen Mann sehr verliebt gewesen war, brauchte ich ganze 2 Monate intensivster Arbeit an mir selbst, um das heraus zu finden. Viele der Vorschläge für die Hilfe zur Selbsthilfe, sind übrigens aus genau dieser Zeit. Und ich habe gelitten, wie ein Hund. Aber irgendwann war ich dann ganz bei mir angelangt.

Und hätte ich nicht im Anschluß wieder die falsche Partnerwahl getroffen, sondern mir einfach noch ein bißchen Zeit gelassen, hätte ich mir unglaubliches Leid ersparen können!

Jetzt ist es wieder so weit auf eine neue Reise zu gehen. Das Schiff liegt bereits im Hafen und ich habe es soeben betreten. Ich habe ein Ziel und ich möchte es erreichen. Wie lange die Fahrt geht, weiß ich noch nicht, da noch nicht jedes Kapitel dieser Geschichte geschrieben ist. Vielleicht werden es 2 Monate, vielleicht auch mehr- wir werden sehen… Aber demnächst beginnt der Teil einer Geschichte, die mir persönlich am meisten am Herzen liegt. Ich schreibe sie für Dich, wenn Du genauso verzweifelt bist, wie ich es damals war. Um Dir zu zeigen, wie die Mechanismen, die Manipulationen auf Dich funktionieren und wie Du Dich daraus befreien könntest. Und ich schreibe sie für mich. In der Hoffnung, endlich Frieden in einem Gebiet zu finden, wo ich ihn bis heute nicht finden kann. Wo noch viel zu viel Enttäuschung und Wut in mir regiert. Enttäuschung über Freunde, die mir erst halfen von ihm zu fliehen und mich im Anschluß an ihn verraten haben! Und Enttäuschung über mich selbst, mir all das bieten zu lassen und mich erst viel zu spät gewehrt zu haben.

Diese Geschichte ist mir so wichtig, daß ich sie Dir in Videoposts erzählen will. Es ist auf diese Art für Dich ein bißchen näher, echter und absolut authentisch. Ich werde sie Dir erzählen, damit sie uns beiden helfen mag. Dir und mir.

Es ist die Geschichte einer Beziehung voller psychischer, emotionaler und auch körperlicher Gewalt. Es ist eine Geschichte, voller Kontrolle, Haß, Angst und Ohnmacht. Aber auch eine mit Hoffnung, weil ich ihr trotz Rückfällen am Ende, doch noch entkommen konnte. Nun wünscht sich meine Seele Frieden und sie weiß:

Es ist an der Zeit endlich loszulassen!

Die Geschichte wird in Kürze beginnen.

15 Gedanken zu “loslassen

  1. Danke für diesen Beitrag. Kommt mir sehr bekannt vor, jetzt nicht, dass ich als Kind behandelt worden wäre, jedoch hatte ich auch oft meine Identität aufgegeben um Ihm zu gefallen und nicht nur einmal-früher oder später muss so etwas ja in die Brüche gehen. Wow! In 2 Monaten alles auf- und vor allem verarbeitet? Respekt. Ich arbeite nun schon viiiiel länger daran und nun komme ich erst langsam in die Tiefe,..aber bei dauert so etwas ohnehin etwas länger..Loslassen war für mich jahrelang das Unwort des Jahres ;-)- Weiterhin viel Kraft und Stärke- Glg Herta

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    1. Liebe Herta,

      nein mit den 2 Monaten meinte ich nicht, daß ich alles aufgearbeitet habe. Dafür ist es zu viel. Ich arbeite seit Jahren meine Vergangenheit auf. Immer einen bestimmten Teil davon. Ich meinte, daß ich 2 Monate gebraucht habe, um bei mir selbst anzukommen. Aber das allein hat nicht ausgereicht, um mich vor dem nächsten Mann zu beschützen. Da habe ich mich dann so sehr verbiegen lassen (allerdings mehr aus Angst und Unsicherheit), wie noch zuvor in meinem Leben. Aber das werde ich ja dann nach und nach in den nächsten Monaten erklären. Das wäre für einen Beitrag oder Kommentar zu viel.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  2. Deine Worte sitzen. Ich höre, lese, spüre und weiß…
    Manchmal scheinen wir uns großes Leid selbst zuzufügen, weil wir zu dem Zeitpunkt noch keine andere Entscheidung treffen können. Das Leid führt im günstigen Fall zu einem Aufrütteln und Verstehen, auch wenn wir gerne auf es verzichten würden.

    Nach meiner ersten Ehe hatte ich eine langjährige Partnerschaft, die voll Manipulation steckte, was mir erst viel später klar wurde. Diesen Mann hatte ich kennen gelernt, als ich gerade am inneren Absprung aus meiner Ehe war und wie das Stöckchen für einen Ertrinkenden ergriff. Am Ende wurde auch diese Beziehung körperlich. Aber die Manipulation hatte einen Punkt erreicht, dass ich nicht länger ertragen konnte. So sprang ich auf und hämmerte auf seinen Rücken. Seine Worte hatte ich als intensive Gewalt empfunden. Später sagte er mir: „Das nächste Mal schlage ich zurück, das sage ich dir.“ Da wurde mir klar, dass ich handeln muss. Damit es kein nächstes Mal gibt. Die Ablösung war schwierig, weil er sie nicht zulassen wollte und auch da wieder alle Register der Manipulation zog, um mich davon abzubringen. Aber es gelang.

    Es berührt mich wie du sagst, du schreibst dies, damit es dir und anderen helfen möge… Es ist oft eine Erleichterung für einen selbst, etwas in Worte zu packen. Und es kann auch anderen helfen, beides. Das ist gut!

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    1. Ich danke Dir für Deine Offenheit, liebe Marion und ich bin sehr erleichtert, daß auch Du den Absprung geschafft hast! Im Frauenhaus habe ich einige Geschichten gehört, die noch furchtbarer waren, als meine. Es brennt in meinem Herzen, mich diesem Thema zu widmen und durch Aufklärung versuchen zu helfen. So wie es auch mir damals geholfen hat!

      Herzlichst Emily

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      1. Als ich deine Antwort heute Morgen las, war ich wieder ganz schön berührt. Ich war auch im Frauenhaus, als ich aus meiner ersten Ehe raus wollte. Zwar hatte es da keine körperliche Gewalt gegeben, aber einschüchternde verbale Gewalt. Die Beraterin meinte, so wie ich den Zustand der Beziehung schilderte, dass es vermutlich nur eine Frage der Zeit wäre, wann das angespannte Klima körperliche Gewalt nach sich ziehen würde, wenn es nicht aufgelöst wird. Ach so, da fällt mir ein… Als ich schon im Frauenhaus wohnte und meinen Mann mit den Kindern aufsuchte wegen ein paar zu regelnder Dinge, ich sollte die noch gemeinsame Steuererklärung unterschreiben, aber ich weigerte mich, kam es dazu, dass er mich ins Zimmer schubste, die Tür abschloss und mich anschrie, ich solle gefälligst unterschreiben, wenn er mich wieder raus lassen soll.
        Vor der Tür standen die Kinder und riefen durchs Schlüsselloch nach mir, sie hatten Angst. Da merkte er, dass er zu weit gegangen war und ließ mich gehen.

        Bevor ich ins Frauenhaus gegangen bin, hatte ich das Buch „Wenn Frauen zu sehr lieben“ von Robin Norwood gelesen und hatte mir auch eine Selbsthilfegruppe gesucht zum gleichen Thema. Durch das Buch habe ich angefangen zu verstehen, dass ich den Mechanismus der verbalen Gewalt für mich nur lösen kann, wenn ich die „Bälle“ (provozierenden Worte) an mir vorbei fliegen lasse, anstatt ständig zu erwidern. Das fiel anfangs schwer, aber es wirkte. Als er jedoch merkte, dass er mit den Worten keine Gewalt mehr über mich hat, fuhr er andere Geschütze auf, ständige Kontrolle…

        Na wie auch immer. Das alles war im Jahr 1991, ist lange her und es ist viel passiert. Ich stehe heute ganz woanders und dafür bin ich stolz aber auch dankbar.

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      2. Mit verbaler Gewalt fängt alles an und steigert sich dann ganz langsam immer mehr. Angst, Manipulation, nicht mehr klar denken können. All das und noch viel mehr steigert sich ganz langsam. Auch seelische Gewalt, ist Gewalt, die tiefe Wunden schlägt. Das sollte man nicht unterschätzen!

        Danke für Deine Offenheit! 🌻 Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen!

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  3. Huhu ich bin auf deinen Blog aufmerksam geworden, weil du mich besucht hast 😉 ich bin durch deinen Blog gestöbert und habe so einiges gelesen… Ich finde alleine schon bei dem was du bisher über dein Leben erzählt hast im Inneren echt eine starke Person bist. Ich will dir einfach liebe Grüße da lassen und so dir sagen das mich dein Lebensverlauf an einigen Stellen gar nicht mehr los gelassen hat

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    1. In dieser Geschichte, welche ich hier erzählen werde, wird es aber hauptsächlich um Gewalt in einer Partnerschaft gehen und nur ganz am Rande um meinen Vater.

      Liebe Grüße, Emily

      PS: Was meinst Du mit Papa-Kind Beziehung praktiziert?

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