Wege der Selbstheilung Teil 10

Im Haus der Erinnerungen Teil 2

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Als ich das nächste Mal in den Raum zurück kehrte, wollte ich selbst ein paar Veränderungen vor nehmen. Seit so vielen Jahren hatte ich mich immer wieder in diesen trostlosen Raum geflüchtet und mich gewundert, warum ich mich nicht getröstet fühlte. Welch Paradox. Ich wollte nicht mehr einsam sein und schottete mich trotzdem ab. Ich wollte wieder Freude empfinden und erschuf mir geistig düstere Welten. Ich wollte mal was erleben, traute mich aber nie heraus. Das alles wurde mir mit einem Mal so klar, daß ich innerlich nur noch den Kopf schüttelte. Nun, jetzt war ich wieder hier und fügte dem Raum in Gedanken mehr Beleuchtung, einen schönen Kamin und Möbel hinzu. Ich zog die restlichen Vorhänge beiseite und öffnete alle Fenster. Eine sanfte Brise wehte von draußen hinein. Ich hörte das rascheln der Blätter von den Bäumen im Garten, es klang wie eine Einladung. So schritt ich langsam zum Fensterbrett und holte tief Luft. Da draußen war es, das Leben. Es wartete auf mich. Ich streckte meine Hand aus dem Fenster und flüsterte: „Bald…“

Dann wandte ich mich ab und entzündete ein Feuer in meinem neuen Kamin. Ich legte mich auf ein Fell direkt davor und genoß die Wärme. Nach einer Weile flüsterte eine Stimme: „Bist du jetzt bereit?“ Ich setzte mich ruckartig auf, erschrocken darüber wo sie her kam. „Bereit? Wozu?“ „Durch die Tür zu gehen, die du bei deinem letzten Besuch aufgeschlossen hast? Davor wartet jemand auf dich!“ „Wer?“ „Du wirst es sehen, nur Mut!“ Langsam erhob ich mich, ging durch den großen Saal. Vorbei an dem wunderschönen Flügel und warf einen letzten Blick in den Garten und die Sonnenstrahlen, die auf das Fensterbrett fielen. Dann stand ich wieder vor der großen Tür und stellte erstaunt fest, daß mein Gast sie nicht geschlossen hatte. Sie stand noch immer weit offen und dahinter war es dunkel. Bis auf ein paar kleine flackernde Lichtstrahlen, konnte ich nichts erkennen. Ich stand einen Moment da und versuchte mich an die plötzliche Dunkelheit zu gewöhnen. „Willkommen im Haus der Erinnerungen.“ „Wer spricht da?“, fragte ich ungläubig. „Das ist jetzt nicht von Belang!“ sagte die Stimme und nach und nach trat aus dem Schatten der Umriß eines alten Mannes hervor. Er war in einen bodenlangen Mantel gehüllt, dessen Kapuze ihm so weit in das Gesicht hing, das sein Gesicht unkenntlich blieb. Er schlurfte mit langsamen Schritten und gebeugtem Rücken auf mich zu. In der rechten Hand hielt er einen alten Kerzenleuchter. Das Wachs tropfte bereits über seine Finger, was er aber nicht zu bemerken schien. „Komm!“ forderte er mich auf und streckte mir seine andere Hand hin. „Haus der Erinnerungen, was bedeutet das genau?“, fragte ich ihn. Unschlüssig, ob ich seine dargebotene Hand wirklich ergreifen sollte. „Im Haus der Erinnerungen zu wandeln, erfordert sehr viel Mut. Wenn du diesen bereit bist aufzubringen, wirst du deine Antwort erhalten. Diese und noch viele Andere, wenn du es wünscht.“ Ich dachte kurz darüber nach, nickte dann aber und ergriff seine dargebotene Hand.

Im Licht der flackernden Kerzen, erkannte ich nach und nach, daß wir uns in einem langen Gang befanden. Das Echo unserer Schritte hallte von den Wänden nieder. An ihnen hingen alte Tapeten, die sich teilweise so von der Wand schälten, daß sie fast den Fußboden berührten. Ich wandte meinen Blick ab und versuchte mich auf die gekrümmte Gestalt zu konzentrieren, der ich noch immer folgte. Dann blieb der Mann stehen. „Wir sind da.“ flüsterte er leise und lies meine Hand los. Wir befanden uns vor einer Tür, die er öffnete und mich dann bat einzutreten. Unsicher sah ich ihn an. „Kommst du nicht mit?“ „Nein, ich werde hier auf dich warten. In diesen Raum kannst nur du allein. Habe Mut, dir wird nichts geschehen.“ Ich atmete noch einmal tief durch und betrat den Raum. Ich sah eine Bilderflut voller Erinnerungen an die Zeit, wo ich noch versucht hatte mittels Computerspielen dem echten Leben zu entfliehen. Er sagte, „Siehst du wie viel Lebenszeit du verspielt hast?“ Ja, ich begriff es, sah es und war entsetzt. Da drückte er mir seinen Kerzenleuchter in die Hand, damit ich noch mehr und besser sehen konnte. Nachdem ich die Bilder alle betrachtet hatte, verbrannte ich jedes einzelne durch das Feuer der Kerzen. „Das ist nicht das richtige Leben, nie wieder will ich Lebenszeit einfach so verspielen!“ Ich hatte ganz schön zu tun, denn die Erinnerungen wollten gar nicht mehr aufhören. Als ich einigermaßen fertig war und das Feuer erlosch, zog ich auch dort die Vorhänge beiseite und öffnete das Fenster. Es strahlte Licht herein und ich sah wieder den Garten. Spürte den Ruf des Lebens und hatte verstanden. Das Haus der Erinnerungen, bestand aus Räumen mit meinen Erinnerungen. Und hinter jeder Tür lag eine andere Erinnerung.

Alle diese hatten dafür gesorgt, daß ich das Leben ausschloß. Und ich ahnte bereits, daß es sehr viel Zeit brauchen würde, wieder Licht und Freude in dieses Haus zu bekommen. Durch das verbrennen der ganzen Bilder, war nun Platz für neues und schönes geschaffen. Auch dieses Zimmer konnte ich jetzt, ganz wie den großen Saal, frei nach meinen Wünschen gestalten. Zufrieden trat ich zurück auf den Flur und lies die Tür offen. Als Zeichen, daß ich mich nicht mehr verschließen wollte. Weder mir selbst, noch dem Leben!

Dann öffnete ich die Augen und fühlte mich wieder ein Stück befreiter. Doch diese Art von heilenden Fantasiereisen, war noch lange nicht alles, was ich entdeckte. Je mehr ich mich dem Thema „innere Heilung“ befaßte und mich öffnete, umso mehr viel mir auch ein. Ich wollte nicht ewig immer mit den gleichen Methoden arbeiten. Sie waren zwar gut, aber es mußte doch noch mehr geben, was mir helfen könnte. Und ich fand es auch.

Das Lied ist im Original von Tom Odell. Der Gesang ist jetzt aber von mir. In diesem, meinem absolten Lieblingsvideo habe ich versucht, eben jenes Geisterhaus, bzw. Haus der Erinnerungen nachzustellen und mich als Geist in dieses hinein zu projizieren.

7 Gedanken zu “Wege der Selbstheilung Teil 10

    1. Das freut, daß es Dir gefallen hat. 🤗

      Das war auch mit Abstand das aufwendigste und zeitintensivste Video, was ich je gemacht habe. Ich habe fast einen Monat Tag und Nacht, daran gesessen.

      Das hat aber auch mit meinem Laptop zu tun gehabt. Ich mußte zwischendurch die ganzen Effekte immer wieder rendern. Normalerweise macht man solche Videos auch an einem, besser noch mehreren Rechnern. Am besten Mac. Aber das hatte ich nicht.

      Wenn ich mal überlege, so ein Aufwand, für ein paar Minuten Video. 🙈 Gott, nee. Nie wieder! 😂

      Gefällt 1 Person

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