Mein Jakobsweg – fünfter Tag von Tamel nach Ponte de Lima

Nachdem ich mich immer wieder hin und her gewälzt hatte, weil ich vor lauter Hitze nicht schlafen konnte, beschloß ich um 5 Uhr, mich leise nach unten in den Aufenthaltsraum zu schleichen. Dort stand nämlich ein Kaffeeautomat, der zu meinem Entsetzen, nur eine Pfütze Kaffee heraus gab. Also steckte ich noch einmal Geld hinein, um wenigstens meinen Becher voll zu kriegen. ^^

Ich hatte zwar fast gar nicht geschlafen, war aber trotzdem hellwach und dachte mir, daß es eigentlich nicht verkehrt wäre, heute mal früher los zu gehen. Schließlich würde es wieder sehr heiß werden und da war es einfach besser, wenn ich noch ein paar km im Morgengrauen zurück legen könnte. Nachdem ich meinen Kaffee ausgetrunken hatte, holte ich leise meine Sachen aus dem Schlafsaal und packte im Anschluß meinen Rucksack im Aufenthaltsraum.

Das hat etwas mit Respekt vor den anderen zu tun. Nicht jeder hält sich daran, es gibt auch ein paar Konsorten, die ihr Zeug, samt Rascheltüten, direkt im Schlafsaal packen. Denen ist es dann egal, daß andere vielleicht nicht, wie sie selbst, um 5 Uhr aufstehen wollen. Aber das scheint wohl leider auch mit zum Pilgern dazu zu gehören. 😉

Als ich fast fertig war, sah ich auch schon andere, die schnell zur Tür hinaus eilten. Ganz so eilig, hatte ich es dann doch nicht. Wenn ich eins nicht ab kann, dann ist das nämlich Streß am Morgen! Also lies ich die ganz Eiligen mal vorlaufen und machte mich nachdem der erste Schwung von Pilgern weg war, schließlich selbst auf den Weg.

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Es hat schon etwas, in der Frühe los zu gehen. Zumal ich für gewöhnlich, einen ganz anderen Tagesablauf habe. Ich bin nämlich eher ein Nachtmensch, der die Stille genießt und dafür aber bis Mittags schläft. Da ich Rente bekomme, kann ich das auch tun. Aber ich gebe zu, daß ich selbst damit nicht immer so glücklich bin.

Jetzt auf diesem Jakobsweg hingegen, war alles anders als sonst und hatte deshalb seinen ganz eigenen Zauber für mich. Die Sonne aufgehen zu sehen, das war schon etwas schönes! Und dann noch, durch diese wunderbare Natur zu wandern, unbeschreiblich.

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Die ersten 5 km kam ich sehr zügig voran, doch irgendwann kam der Punkt, wo die Sonne immer mehr an Energie gewann. Je heißer es wurde, desto langsamer wurde ich. Bestimmt um die Hälfte. Und es war noch gar nicht Mittag, als ich mich bereits immer wieder, in irgendwelche Schattenecken zwängte, um mich kurz auszuruhen.

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Irgendwann fiel mir auf, daß ich ja gar nichts zu Essen bei hatte. Darauf achtete ich eigentlich immer sehr. Aber in Tamel gab es kein Geschäft und der Herbergsvater war auch nicht da gewesen, um etwas aus dem Kühlschrank zu verkaufen. Mist, das hatte ich total verbockt. Hätte ich mal am Abend zuvor noch etwas geholt. Ich ärgerte mich über mich selbst, da ich schon gemerkt hatte, wie wichtig kleine Mahlzeiten, bei körperlicher Anstrengung sind. Nach einer Weile, bekam ich leichte Panikzustände und heulte Gott wieder mal die Ohren voll. Denn egal, wo ich auch herging, Es kam einfach kein Geschäft, um etwas zu kaufen. (Der Arme, was der sich alles während der Reise schon am Gejammer, von mir anhören mußte! 😉) Dann plötzlich, sah ich auf einmal das:

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Jede Menge selbst gebackene Muffins und andere Sachen, für nur einen Euro. Das war wirklich günstig. Da war nicht nur ein Muffin in der Tüte, sondern wirklich viele! Ich war unglaublich erleichtert und dankbar. Auch dieses Gefühl kann ich nicht mit Worten wieder geben!

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Etwas später, kam ich dann in ein kleines Örtchen und sah dort eine Wasserquelle. Da tauchte ich erst einmal meinen Kopf unter. Das war schon toll. Mein Hitzkopf, im angenehm kalten Wasser! 😂 Danach setzte ich mich, im Schatten der Kirche, auf eine Mauer und genoß die Ruhe.

Nach und nach, sah ich dann die Pilger aus Tamel auf mich zu kommen. Ich zeigte auf den Brunnen und einige von ihnen, nutzten ebenfalls die Gelegenheit, um sich etwas abzukühlen.

Es ist wirklich interessant. Egal wie schnell oder langsam man ist. Irgendwann, macht jeder eine Pause und in diesen überholt man entweder diejenigen, die vor einem waren oder umgekehrt. Ich habe mich immer total gefreut, wenn ich wieder Pilger gesehen habe. Auch hier ist es so, daß zwar jeder für sich geht (manche auch zusammen), aber es trotzdem eine große Gruppe ist. Eine Gemeinschaft. Ein unsichtbares Band von Menschen, die sich nicht kennen, aber doch miteinander verbunden sind. Es ist ein tolles Gefühl. Man geht zwar allein, aber ist doch nie allein. Es dauert nicht lange, dann kommt immer wieder jemand. Das ist auch etwas, was mir Sicherheit gegeben hat. Ich wußte genau, egal was wäre. In spätestens 3-5 Minuten, ist der nächste Pilger bereits da. Und irgendwann kommt auch der Punkt, da fängt man an, sich an die anderen zu gewöhnen. Sich zu freuen, wenn man sie sieht. Sie zu mögen. Aber auch hier fällt es mir schwer, diese speziellen Erlebnisse angemessen in Worte zu kleiden. Das muß man selbst erleben, um zu wissen, was ich meine.

Während man pilgert ist es, als wäre man Teil einer großen Familie. Und dabei spielt es keine Rolle welche Herkunft, Mentalität oder Sprache man hat. Das ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl, was ich in der Form, noch nie erlebt habe. Etwas ganz besonderes und man duzt sich auch. Noch ein Zeichen, der Verbundenheit und Nähe zueinander. Ich habe mich darüber auch mit einigen Pilgern unterhalten, die das genauso empfanden wie ich. Ob es das gemeinsame Leiden ist, was so zusammenschweißt? Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es auch einfach etwas, was sich nicht in Worte fassen läßt. Weil es größer ist, als jedes Wort, daß wir Menschen haben.

Nach dieser schönen Pause, raffte ich mich schweren Herzens wieder auf und quälte mich durch die Mittagshitze. Irgendwann merkte ich aber wieder meine Blasen an den Füßen und wurde immer langsamer, bis ich nur noch vor mich hin humpelte. Ich war richtig glücklich, als ich in ein Waldstück kam, was wenigstens etwas Schatten spendete. Nach einer Weile glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen. Dort waren Engelstrompeten in Baumform und Callas ohne Ende. Es sah aus, wie in einem Märchenwald. Ich traf auf ein Pilgerpaar, die ebenfalls ganz verzaubert davon waren. Ich sagte zu ihnen, daß es sei wie in einem Märchenwald und jetzt eigentlich nur noch Schneewittchen fehlt. Da machte die Frau ein Foto von mir und meinte: „Jetzt ist das Schneewittchen auch da!“ Das fand ich lustig und wir lachten gemeinsam. Danach gingen sie weiter und ich genoß noch eine Weile diesen wunderschönen Anblick. Dieser Teil, war für mich der schönste auf meinem Jakobsweg. Ich habe versucht das zu filmen, aber so richtig, geben auch die Videos, diesen Zauber nicht wieder:

Schweren Herzens humpelte ich schließlich auch weiter und fragte mich, wie ich mit den Schmerzen und in der langsamen Geschwindigkeit, jemals in Ponte de Lima ankommen soll. Da blieb eigentlich nur noch eins. Die Blasen, welche mich am Gehen hinderten, aufzustechen. Und auch hier, wie durch ein Wunder, kam mit einem Mal, dieser wunderschöne Platz mit einem kleinen Bach.

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Sein Wasser war so kalt, daß meine Füße beim reinhalten, recht schnell betäubt waren. Und so, konnte ich die Blasen im Anschluß mit meiner Nähnadel, relativ schmerzfrei aufstechen!

Als ich alles verarztet hatte, zog ich meine Schuhe wieder an und machte mich erneut auf den Weg. Es war zwar noch immer elendig heiß, aber die wundervolle Aussicht, entschädigte mich sehr schnell für das Schwitzen:

Etwas später sah ich diesen schönen Baum, wo Pilger etwas von sich zurück gelassen hatten. Wahrscheinlich mit einem Gebet oder Wunsch verbunden:

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Auch hier wieder ein sehr schöner Platz, angelegt von Anwohnern für uns Pilger zum Rasten:

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Und an diesem Fluß wird Wäsche gewaschen:

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Ich war richtig glücklich, als ich irgendwann die Kaskaden von Ponte de Lima sah:

Und habe wahrscheinlich wieder mal ganz sparsam geguckt, weil ich mich fragte, woher diese Musik kam. Etwas später fand ich es heraus. Und zwar sind in den Straßenlaternen, Lautsprecher angebracht. Das ist schon ein sehr seltsames Gefühl, wenn man in die Stadt rein läuft und dann diese Art von Musik hört. Ich kam mir vor, wie in einen Film oder auch eine andere Zeit versetzt.

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Total erleichtert, kam ich irgendwann in der Pilgerherberge an und war überrascht, wie groß, das Haus war. Zu meinem Pech, bekam ich hier ein Bett, unter dem extrem warmen Dach zugewiesen!

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Als ich den riesigen Raum betrat, sprach mich ein mir bekanntes Pärchen aus der Tamelgruppe an und sagten: „Wir haben gerade über dich gesprochen und uns gefragt, ob alles in Ordnung mit dir ist und du noch kommst.“ Das fand ich irgendwie schön und berührte mich. Zu wissen, daß sich zwei Menschen Gedanken machten, ob alles mit mir in Ordnung war. Das überhaupt jemand „Fremdes“ über mich nachdachte! Ich war immer einer der letzten Pilger, die in einer Unterkunft ankam. Das lag zum Einen an meinen Blasen und der Langsamkeit. Und zum Anderen, daß ich immer wieder viele Bilder, Videos und vor allem Pausen gemacht habe. Nicht nur, weil ich nicht so sportlich bin, sondern, weil ich all das Schöne, auch auf mich wirken lassen wollte. Es richtig wahr nehmen. Schließlich hatte ich nur 2 1/2 Wochen und wußte nicht, ob und wann ich jemals nochmal so etwas machen könnte. (Denn nun habe ich einen Dispokredit am Hals und der ist, bei meiner kleinen Rente nebst Grundsicherung, nicht mal eben abbezahlt. Klar möchte ich gerne den Camino France gehen, aber wahrscheinlich wird sich realistisch betrachtet, die Jahreszahl aus finanziellen Gründen, dann doch extrem nach hinten verschieben.) Das alles waren also Gründe, weshalb ich sehr langsam lief und umso überraschter war ich, daß sich zwei Menschen mit denen ich eigentlich nichts zu tun hatte, darüber Gedanken machten. Das hätte denen ja auch egal sein können, was hatten sie denn mit mir zu tun? Es war ihnen aber anscheinend nicht egal und auch diese Erkenntnis, hat mich wieder sehr berührt!

Was mein Schlafproblem anging, so sah ich, daß der riesige Raum einen schmalen Balkon hatte und deshalb beschlossen eine andere Pilgerin und ich, einfach unsere Isomatten auf den Balkon zu quetschen und dort zu schlafen.

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Nachdem ich aus finanziellen Gründen, nur eine Gemüsesuppe gegessen hatte, war ich ziemlich müde und freute mich schon, auf mein provisorisches Bett auf dem Balkon. Von unten klang noch Musik eines Festes zu mir herauf und ich muß ehrlich sagen, so einen schönen Ausblick, hatte ich wirklich selten in meinem Leben:

Nachdem ich auch das noch eine Weile auf mich wirken ließ und mich über die angenehm frische Luft freute, schrieb ich in mein Tagebuch:

31. Mai 2019

Der heutige Tag hat mich extrem gefordert, aber mir auch Orte gezeigt, die so schön sind, wie ich sie noch nie gesehen habe. Ich bin trotz der Schmerzen, immer wieder ergriffen von all der Schönheit um mich herum und den liebevollen Menschen. Und jedes Mal bin ich so unglaublich glücklich, wenn ich es trotz all der Blasen, Schmerzen in Hüfte und auch Knien trotzdem geschafft habe. Jetzt habe ich meine Isomatte raus geholt und schlafe mit einer anderen Frau auf dem Balkon. Nicht noch eine schlaflose Nacht. Die Aussicht ist doch der absolute Hammer! Morgen geht es ans schwierigste Stück der ganzen Strecke. Einen Berg hoch, wo auch schon andere Pilger wohl sehr geschnauft haben.

Mich motiviert auch, wenn ich anderen begegne, die dasselbe Ziel haben. Das sind alles innere Erlebnisse, die ich nicht mit Worten beschreiben kann!

19 Gedanken zu “Mein Jakobsweg – fünfter Tag von Tamel nach Ponte de Lima

  1. Wie schön für dich, liebe Emily, an einem einzigen Tag so viele kleine/große Glücksmomente erlebt zu haben. Zu essen zu bekommen, Muffins in Hülle und Fülle, hier und dort etwas Schatten bei glühneder Hitze, kühlendes Wasser für den Kopf, und all überall so eine schöne Landschaft… Ich habe richtig mit dir gefühlt !

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      1. Ich habe mir ich den letzten Wochen auch immer wieder überlegt auch einmal zu Pilgern. Nicht wegen des Glaubens, oder eines Problems, oder gar um mich selber zu finden. Einfach die Tatsache, in einer mir unbekannten Langsamkeit durch ein Land zu reisen, und dabei etwas neues zu entdecken.
        Wer weiß, vielleicht finde ich ja doch noch etwas in mit. Nur das Übernachten in diesen Herbergen, da weiß ich nicht, ob das noch zu meiner Art von Leben passt.

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      2. Das ist ja kein Problem. Es gibt wirklich jede Menge Hostels und private Herbergen auf dem Weg. Ich habe anschließend auch darauf umgesattelt und die dann oft über die booking App gebucht. Aber Du kannst auch die App benutzen, um die Telefonnummern raus zu kriegen und direkt dort anrufen, das spart evtl. manchmal etwas Geld. Allerdings kann nicht jeder englisch. Das macht es am Telefon dann etwas schwierig. Ich hatte das Glück, etwas später eine Frau getroffen zu haben, die spanisch kann. Wir haben fast immer zusammen gebucht und sie dann oft direkt dort angerufen und nachgefragt.

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  2. Liebe Emily,
    ich lese, bin berührt, kann vieles von dem nachfühlen was du beschreibst und weiß gar nicht viele Worte dazu zu machen.
    Hoffentlich hattest du eine bessere Nachtruhe als in der Nacht davor, so dass du den herausfordernden Teil des nächsten Tages bewältigen konntest.
    Im letzten Beitrag hat mich nachdenklich gemacht, dass du gesundheitlich so stark angeschlagen scheinst und hier klingt durch, was du finanziell aufgewendet hast um das machen zu können und was das noch für längere Zeit für dich bedeutet.
    Ich hoffe einfach, dass alles weiterhin gut kommt für dich.

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    1. Liebe Marion,

      nein die hatte ich leider überhaupt nicht. Ich hatte so große Schmerzen, daß ich nicht schlafen konnte und den nächsten Tag pausieren mußte. Aber dazu komme ich im nächsten Eintrag.

      Was meine körperliche Gesundheit angeht, versuche ich nicht so viel darüber nachzudenken. Genauso wie mit dem Kredit. Ich bereue trotzdem keinen einzigen Tag und würde wieder so handeln. Klar, zwischendurch habe ich mein Herz schon mal gemerkt, wie es wieder spinnt, aber ich hätte es mit Tabletten sicher nicht geschafft und wenn ich zu viel über das Geld nachgedacht hätte, wäre ich wohl auch nicht geflogen. Zwischendurch kamen schon ab und zu mal Zweifel wegen den Finanzen. Aber die habe ich dann versucht beiseite zu schieben und mich wieder auf den Weg zu konzentrieren.

      Vernünftig war das alles garantiert nicht!!! Aber innerer Frieden, ist mit reiner Vernunft, manchmal auch einfach nicht zu bekommen.

      Herzlichst Emily

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      1. Liebe Emily,

        oh je, das klingt nicht gut. Am Tag Hitze und körperliche Belastung und dann zwei Nächte ohne erholsamen Schlaf und zusätzlich so arge Schmerzen… Das tut mir sehr leid. Aber ich möchte nicht vorgreifen. Ich weiß ja, dass du weiter erzählen wirst.

        Über eine angeschlagene körperliche Gesundheit nachzugrübeln bringt natürlich niemandem etwas. Und im Gesamtzusammenhang kann ich nachempfinden, dass du alles auf eine Karte gesetzt hast, weil dir das hier wichtig genug war. Also Kredit aufgenommen und diese Reise gemacht. Und wenn es das letzte gewesen wäre, was du gemacht hättest. Ich kann mir vorstellen, je ernster man erkrankt ist, umso bewusster geht man mit dem um was geht.

        Vernunft bringt nicht immer weiter, das verstehe ich auch und du bist relativ bewusst umgegangen mit dieser Angelegenheit. So what…

        Ich hoffe vor allem, dass die Reise dir so starke Impulse bringen konnte, dass es in deinen jetzigen Alltag danach einfließt und deine Lebensqualität verbessern kann.

        Von Herzen
        Marion

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      2. Der Weg hat mich in jedem Fall verändert und das zum Positiven.

        Und umso mehr ist mir jetzt bewußt geworden, daß ich auch in meinem Alltag hier, einige wichtige Veränderungen durchführen möchte. Nur weiß ich nicht, wie ich das finanziell, anstellen soll, außer mich materiell extrem zu verkleinern. Ich habe vor, im Herbst, evtl. noch mal für einige Zeit in ein Kloster gehen, um über all das nachzudenken.

        Veränderung geht immer, man muß sich dann halt nur (materiell) extrem einschränken. Im Kloster werde ich dann ja sehen, in wie weit, es mir damit gut geht. Mal sehen, ob ich eins finde, wo ich mitarbeiten kann. Denn den Aufenthalt zu bezahlen, geht nun nicht mehr!

        Ich war früher mal für zwei Wochen in einem Kloster. Dort habe ich in der Küche mitgeholfen und konnte dort so, kostenlos mitwohnen. Das hat mir sehr gut getan. Überhaupt tut es mir gut, in einer Kirche zu sein. Dort finde ich absolute Ruhe, komme total runter und empfinde tiefen Frieden. Mein bisheriges Leben hat mich sehr unglücklich gemacht. Ich habe mich sehr unglücklich gemacht. Ich habe sehr viele schöne Dinge und fühle mich trotzdem todunglücklich!

        Dort auf dem Jakobsweg hingegen hatte ich fast nichts und war zum ersten Mal in meinem Leben, richtig glücklich. Das beschäftigt mich gedanklich gerade sehr.

        Mir sind jetzt einige Dinge, nachdem ich zurück bin, gravierend aufgefallen. Ich fühle mich überhaupt nicht mehr wohl, aber weiß noch nicht, wie ich das Problem angehen kann. Was ich aber weiß ist, daß egal was auch ist, ich immer wieder Frieden und Ruhe in der Kirche finde. Deshalb hoffe ich zum Herbst ein Kloster zu finden, wo ich gegen Mitarbeit eine Zeit lang mitleben kann. Vielleicht kommt mir da eine Idee. Wer weiß!

        Herzlichst Emily

        Gefällt 1 Person

      3. Wenn du sagst, dass der Weg dich zum Positiven verändert hat, hast du auf jeden Fall das Richtige gemacht. Auch wenn du noch dabei bist zu sortieren, welche Früchte für deinen Alltag daraus erwachsen können und was von deinen Ideen machbar ist.

        Eine gute Frucht, den starken Wunsch nach Veränderung deines Lebens zu spüren!
        Vielleicht findest du ja auch einen Weg, deine Finanzen aufzubessern, um einen größeren Spielraum zu bekommen für das, was dir wirklich wichtig ist.

        Eine Zeit im Kloster klingt machbar und bringt eine Veränderung, eine Auszeit vom Täglichen, die dir neue Impulse für ein Weiter bringen könnte, ja. Und du wirst sehen wie es dir damit gehen, mit einem sehr einfachen Leben, aber in Zusammenarbeit mit der Klostergemeinschaft. Mutig!
        Aber wenn du das schon mal gemacht hast, ist der Schritt wohl gar nicht so groß. Und wenn es dir gut getan hat, ist es wahrscheinlich, dass es wieder so wäre.

        Ich bin nicht religiös im kirchlichen Sinn, aber es gab eine Zeit in meinem Leben, wo ich mich gerne in der Mittagszeit in die Kirche setzte, um ein Stück inneren Frieden zu finden. Dort war es mir möglich. Ich kam richtig runter, gut zu mir und ging aufgeladen in den Alltag zurück. Ich habe in der Innenstadt von München gearbeitet und die Frauenkirche Münchens gehört zu den sogenannten Kraftorten. Ich spürte das damals auch so.

        Es ist erstaunlich das so deutlich sehen zu können:
        Mein bisheriges Leben hat mich sehr unglücklich gemacht. Ich habe mich sehr unglücklich gemacht. Ich habe sehr viele schöne Dinge und fühle mich trotzdem todunglücklich!
        Dort auf dem Jakobsweg hingegen hatte ich fast nichts und war zum ersten Mal in meinem Leben, richtig glücklich.

        Verständlich, dass das tief nachwirkt und dich beschäftigt. Gib dir Zeit dafür…
        Du wirst deine Antworten finden, wie auch schon in der Vergangenheit.

        Von Herzen eine gute Nacht ❤

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  3. Danke für unter anderem all die Videos. Man hat das Gefühl, dabei zu sein!
    Manche Dinge lassen sich eben nicht ausdrücken, weder in Wort noch in Bild, das muss man erleben. Ich freue mich sehr, dass du trotz all der physischen Pein, doch immer sehr positive Erlebnisse gemacht hast. Ich denke mal, dass so ein Pilgerweg, den ja schon Tausende (Hunderttausende???) von Menschen gegangen sind, zum Schluss eine eigene Energie entwickelt, die sich auf die Wanderer und die Anwohner auswirkt.

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