Mein Jakobsweg – sechster Tag Ruhetag in Ponte de Lima

Egal wie ich mich auch versuchte hinzulegen. Meine Hüfte tat unglaublich weh. Ich drehte mich auf die Seite, den Bauch, den Rücken. Versuchte etwas weiches unterzulegen. Doch nichts half. Irgendwann setzte ich mich auf und nahm eine Schmerztablette. Die war aber ebenfalls zu schwach. Wenn ich saß, dann ging es. Aber liegen konnte ich nicht. Ich war so unglaublich müde, aber der Schmerz, lies mich einfach nicht schlafen. Sowas habe ich in der Art noch nie erlebt. Es war furchtbar und ich konnte auch nicht verstehen, wieso diese Schmerzen erst im Ruhezustand so schlimm waren. Irgendwann sah ich die Sonne aufgehen und wußte, daß ich mit 48 Stunden ohne Schlaf und den Schmerzen, keinen Berg hochgehen kann. Ich sah die anderen langsam erwachen, ihre Sachen packen und wurde tieftraurig. Es war klar, daß ich eine Pause machen mußte, aber innerlich sträubte sich alles dagegen. Ich hatte schon so viel geschafft, war so gut in der Zeit und jetzt kam mir meine Hüfte in die Quere. Überhaupt Hüftschmerzen… Das hört man so bei älteren Leuten… Oder aber welchen, die es mit der Arbeit übertreiben… Aber ich? Ich war doch nur etwas gelaufen. Klar, es war anstrengend. Aber so schlimm, meiner Meinung nach, ja nun auch wieder nicht. Egal wie ich es in meinem Kopf, aber auch drehte und wendete. Ich kam um einen Tag Pause, wohl trotzdem nicht herum. Also packte ich meine Sachen und setzte mich erst einmal traurig in ein naheliegendes Cafe. Nochmal konnte ich hier, in der öffentlichen Pilgerherberge, nicht schlafen. Also mußte ich mich als allererstes, um eine Unterkunft für die Nacht, bemühen. Ich entsann mich meiner Facebookgruppe und fragte dort, ob jemand eine gute und vor allem günstige Unterkunft in Ponte de Lima kannte. Etwas später meldete sich „Su“ bei mir und schrieb, daß sie noch ein Bett in einer gemieteten Wohnung frei hätten und auch alle einen Tag pausierten wollten. Allerdings schliefen die anderen noch und sie mußte warten, bis diese wach sein, um sie zu fragen, ob das okay wäre. Ich trank in Ruhe meinen Kaffee aus und freute mich über ein Kuchenstück, was mir der Cafebesitzer gab. Erst wollte ich es gar nicht nehmen. Dachte mir dann aber, komm, wird schon nicht so teuer sein. Gönn es dir einfach mal. Als ich dann zahlen wollte, stellte ich fest, daß das ein Gechenk zum Probieren war. Ich freute mich darüber und noch mehr, als Su mir schrieb, daß wir uns in der Stadt treffen könnten und sie mich, erst einmal mit in die Wohnung nehmen würde. Die anderen schliefen zwar immer noch, aber dann könnten wir dort in Ruhe auf deren Erwachen warten und einen Kaffee trinken.

Nach kurzer Zeit kam Su dann zum vereinbarten Treffpunkt und wir gingen zusammen zur Wohnung. Als etwas später die beiden anderen Frauen erwachten, hatte ich ihr Einverständnis und freute mich sehr darüber. Ich bezahlte 15 Euro an die Vermieterin für das Bett. Es war zwar teuer für mich, aber ich hoffte, hier endlich mal schlafen zu können. Kurze Zeit später blieb mir allerdings der Mund offen stehen, als meine Mitbewohnerin (nicht Su) aus unserem gemeinsamen Zweibettzimmer mir sagte, daß sie auch mein Handtuch in Beschlag genommen hatte und nicht im Traum daran dachte, es mir zu geben. „Na ganz toll“, dachte ich nur, „wärst du mal doch woanders hin gegangen. Jetzt hast du so eine Zicke auf dem Zimmer und das auch noch für 15 Euro!“ Su zeigte mir dann aber, daß es sehr wohl noch andere Handtücher gab.

Etwas später erählte Su mir von der Möglichkeit, das Gepäck zu verschicken. Gepäck verschicken? Wie sollte das denn gehen? Und war das nicht geschummelt? Ich bekam ein ganz schlechtes Gefühl, als sie sagte, daß wir unsere Rucksäcke an einem bestimmten Ort abstellen und das Geld für den Transport in einen dazugehörigen Briefumschlag packen sollten. Das klang für mich total dubios. Auf den Briefumschlag selbst, kam dann der Name und die Adresse der nächsten Unterkunft hin. Also hieß das, daß ich erneut eine teure Unterkunft buchen mußte. Glücklicherweise hatte sich Su im voraus über alle Etappen informiert und reservierte für uns beide per Telefon, ein Bett. Da sie spanisch sprechen kann, was auch in Portugal verstanden wird, sparte uns das etwas Geld. Denn persönlich anzurufen, ist manchmal günstiger, als über ein Portal zu buchen. Ich schreibe bewußt manchmal. Ich habe es auch schon erlebt, daß die Preise gleich waren.

Für mich aber mit meiner knappen Berechung, fielen jetzt viel mehr Kosten an, als geplant. Einmal der Transport für den Rucksack mit 7 Euro und das Hostel. Denn in die öffentlichen Herbergen, wird der Rucksack nicht geliefert. Na ganz klasse, dachte ich. Das war so nicht geplant! Auf der anderen Seite, spürte ich aber, daß ich den Rucksack nicht mehr tragen konnte. Die Schmerzen waren so schlimm, daß mir schon das normale Laufen, auch ohne den Rucksack, sehr weh tat. Meine komplette Planung, sowohl finanziell, als auch generell, geriet ins Wanken. Ich versuchte als allererstes, den Dispotkredit bei meiner Bank zu erhöhen. Denn ohne den, ging gar nichts. Glücklicherweise, funktionierte das sogar noch am selben Tag. Das freute und deprimierte mich gleichermaßen. Denn das Geld ist ja nicht geschenkt, sondern muß mit (für mich) hohen Zinsen, auch wieder abbezahlt werden. Die Alternative, wäre dann aber, nur noch der Abbruch des Weges, gewesen. Und das kam schon mal überhaupt nicht in Frage. Ich wußte ganz genau, ich würde diesen Weg zu Ende gehen und wenn ich ihn bis nach Santiago kriechen muß! Trotzdem war ich ziemlich niedergeschlagen, um das mal gelinde auszudrücken. Denn ich ahnte bereits, daß das keine einmalige Angelegenheit mit dem Transport und der gebuchten Unterkunft werden würde. Denn so schnell, ist die Hüfte, leider nicht mal eben wieder ausgeheilt. Auch wenn ich versuchte, mir das einzureden.

Etwas später wollte ich mir noch etwas von der Stadt ansehen:

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Da ich aber nur schlecht laufen konnte, legte ich mich schließlich an den Fluß und hoffte, wenigstens etwas entspannen zu können. Immerhin, hatte ich über 48 Stunden nicht mehr geschlafen! Da ein Fest in der Stadt war, schwappte hin und wieder etwas Musik zu mir herüber. Das klang irgendwie mystisch. Kann ich gar nicht beschreiben. Wie Wellen mit verzerrter Musik, in so einem Gruselfilm. Ich ging schließlich ins Wasser, um meine Hüfte zu kühlen. Das half ein wenig. Und während ich im Wasser stand, fühlte ich mich mit einem Mal einsam, verlassen und traurig. Irgendwann ging ich in die Kirche, weil ich mir davon Besserung versprach. Es dauerte auch nicht lange und ich lies dort meinen Tränen freien Lauf. Ich fühlte mich wie ein Versager, hatte jetzt noch mehr Schulden am Hals (denn nichts anderes ist ein Dispokredit mit monatlich 10 Euro allein an Zinsen!), wußte nicht, ob diese Rucksacksache, auch wirklich eine gute Idee war und vermißte die Pilger aus der Tamelgruppe, die alle schon weiter gezogen waren.

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Etwas später fragten mich Su, ob ich mit ihr und den Frauen aus der Wohnung, etwas essen gehen wollte. Ich verzichtete auch hier, aus finanziellen Gründen, darauf. Nicht noch mal 10 Euro ausgeben. Denn das sogenante Pilgermenü für 5 -6 Euro, habe ich nur am Anfang des Weges gesehen. Je näher man nach Spanien kommt, umso teurer wird es. Auch hier ein Berechnungsfehler meinerseits. Ich hatte mich darauf verlassen, daß es überall günstige Pilgermenüs für 5-6 Euro geben würde. Gab es vielleicht auch mal. Das war aber wohl Jahre her. Hier kosteten die Menüs schon zwischen 8 und 10 Euro!

Nachdem Su vom Essen zurück kam, brachten wir unsere Rucksäcke in die betreffende Wohnung. Ich starb innerlich tausend Tode, weil ich nicht wußte, ob ich meinen Rucksack nochmal wieder sehen würde. Zu allem Übel, teilte mir meine Zimmernachbarin noch mit, daß sie im komplett Dunklen schlafen will und das ist etwas, was bei mir Panik verursacht. Denn ich habe oft furchtbare Alpträume und brauche deshalb wenigstens etwas Licht, wenn ich aus diesen erwache. Einfach um zu realisieren, daß es nur ein Alptraum war. Sie lies aber nicht mit sich diskutieren und meinte, sie wäre schließlich zuerst in dem Zimmer gewesen. Also schmiß ich mir nicht nur zwei Schmerztabletten, sondern auch noch eine Schlaftablette ein, um sowohl die Schmerzen, als auch meine wachsende Panik ignorieren zu können. Ich hatte einfach keine Energie mehr, mich herum zu streiten. Das war sicher auch feige. Ich hasse Auseinadersetzungen. In sowas bin ich nicht gut. Noch nicht. Ich ärgere mich dann hinterher, über meine Feigheit und hoffe, irgendwann mal etwas mutiger zu werden und mich auch, solchen Menschen gegenüber zu behaupten. Aber das sagt sich alles so leicht. Wie ich in meinen „Befrei Dich!“ Videos ja schon mal erzählt habee, wurde ich nicht gerade zu einer selbstbewußten Frau erzogen. Sondern zu jemand, der nicht zu widersprechen hat. Und das mal eben so ablegen, geht nicht.

Ich schrieb etwas optimistischer, als ich mich in Wahrheit fühlte, in mein Tagebuch:

1.Juni 2019

Nachdem ich über 48 Stunden nicht geschlafen habe, meine Hüften so weh taten, daß ich nicht mehr liegen konnte, habe ich schweren Herzens einen Ruhetag einlegen müssen. Letzten Endes war die Entscheidung richtig, denn nun geht es mir wieder besser und es kann morgen weiter gehen. Das soll die schwierigste Etappe sein, weil es einen Berg hinauf geht. Ich freue mich darauf, morgen weiter zu gehen!

27 Gedanken zu “Mein Jakobsweg – sechster Tag Ruhetag in Ponte de Lima

  1. Liebe Emily, bisher habe ich mich ja mit Kommentaren sehr sparsam verhalten.
    Aber nun möchte ich Dir doch einmal sagen, wie sehr mich Dein Weg berührt hat, bisher.
    Auch die eine oder andere Träne hat sich beim Lesen bei mir breit gemacht. Meistens aus Freude über die vielen lieben und hilfsbereiten Menschen, denen Du begegnen durftest. Jedoch auch aus Mitgefühl für Dich, Deine Schmerzen und Dein Gefühl der Einsamkeit, wie heute.
    Danke, dass ich Dich bis hierher begleiten durfte.
    Viele liebe Grüße,
    Werner 🙂

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      1. Ja, ich bin Widder 😂 Der geht mit dem Kopf durch die Wand, zumindest versucht er es 😉 Und weh tut das oft. 🙈

        Aber mal Scherz beiseite. Das habe ich so stark in mir gefühlt, das mußte ich einfach tun und ich bereue keinen einzigen Tag davon. Auch den schlechten nicht. Zusammen genommen, war das wirklich das Beste, was ich je in meinem Leben gemacht habe!

        Im Übrigen laufe ich bereits wieder. Zwar keinen Jakobsweg, aber immer mal so 10 km in der Umgebung. Das tut mir seelisch sehr gut.

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  2. Liebe Emily,

    hast du das Hüftproblem mal im Nachhinein untersuchen lassen? Nicht, dass das ein unerkanntes Problem ist, dass dich im Alter als schlimme Arthrose wieder einholt. Die Ursachen können vielfältig sein. Wäre es eine reine „gesunde“ Überlastung, hättest du Schmerzen in beiden Hüften haben müssen, so deutet es auf einen eventeuellen Beckenschiefstand hin oder auf ein Problem mit dem Gelenkkopf oder der Schale.
    Gute Besserung weiterhin und ganz liebe Grüße von cablee

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    1. Nein, hatte ich nicht untersuchen lassen. Ich hatte auch wie Du schreibst, tatsächlich Schmerzen in beiden Hüften, der sich in beide Beine (seitlich, außen) runter zog. Das ist es auch, was manchmal noch ein bißchen zieht. Gestern bin ich mal wieder 10 km gelaufen und da hatte ich es Abends ein bißchen. Aber es ist aushaltbar und absolut nicht schlimm. Nur ein bißchen unangenehm.

      Liebe Grüße 🙂

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    2. Ich habe es jetzt doch mal untersuchen lassen, es ist eine Schleimbeutelentzündung in der Hüfte. Aber da gibt es eine Spritze gegen. Ich freue mich ja so gar nicht sarauf, die da rein zu kriegen 😱😱😱 Aber sonst kann es Monate dauern, bis es weg ist!

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      1. In der Tat kann eine Kortison-Spritze bei einer Schleimbeutelentzündung hilfreich sein. Ich hoffe für dich, dass du innerhalb kürzester Zeit schmerzfrei bist! Ich drücke die Daumen.
        Unbehandelt kann sich eine Verkapselung bilden, die dann immer wieder Probleme macht.

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      2. Ich hoffe ich auch, daß das hilft und schnell wieder weg geht. Zumindest war es tatsächlich gut, daß ich da war. Da hattest Du Recht. Ich habe erst geglaubt, daß das sich schon von alleine wieder gibt. Aber als ich dann die 17 km unterwegs war, kamen die Schmerzen doch wieder. Zwar nicht mehr so schlimm, aber trotzdem unangenehm. Ich habe es dann ein paar Tage mit Ibus probiert. Aber das hat auch nicht wirklich was gebracht. Wie enttäuschend. ☹️ Aber wenn jetzt die Spritze was hilft, dann habe ich endlich meine Ruhe und kann wieder schmerzfrei weiter laufen. 👍

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  3. Liebe Emily,

    ich kenne Hüftschmerzen in sehr milder Form, ich kann mir aber vorstellen, wie grauslig es sich anfühlt, wenn sie RICHTIG schmerzen.

    Du hattest mit ganz schönen Widerständen zu kämpfen, ich staune dennoch wie handlungsfähig du warst. Dass du dich niedergeschlagen und einsam fühltest usw. ist alles sehr gut nachvollziehbar. Es war wirklich ein schwieriger Tag, du hast ihn aber gemeistert.

    Und am meisten freut mich zu lesen, dass Su und du euch abgesetzt habt, das ist fein! Sie war wirklich für dich da, als du jemanden brauchtest.

    Ich freu mich auf den weiteren Verlauf…

    Herzliche Grüße ❣

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      1. Ich habe über lange Zeit, sehr viele Ibuprofen genommen, was die Entzündung, langsam eingedämmt hat. Mittlerweile ist fast nichts mehr zu merken. Nur noch ganz selten und das ist aushaltbar.

        Liebe Grüße an Dich zurück 🤗

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      2. Danke 🤗 Ich bin heute sogar 17 km gelaufen. Allerdings in alten Turnschuhen, die es jetzt auch zerbröselt hat, weil ich meine Wanderschuhe nicht nehmen wollte. Also ein bißchen merke ich die Hüfte schon noch. Aber der Schmerz hält sich in Grenzen.

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      3. Jetzt war ich doch beim Arzt wegen der Hüfte und darf mir die Spritze abholen. Sonst dauert es Monate, bis es weg ist. Schleimbeutelentzündung. 😖 Na ich hoffe, die Spritze da rein, tut nicht allzu weh! Aber ich will unbedingt wieder weiter laufen und dank Dir, geht das ja jetzt, zumindestens Schuhtechnisch, auch wieder 🤗 Montag habe ich einen Termin beim Chirugen bei uns im Ort, der klärt das dann ab. Denn beim Orthopäden dauert es ewig, bis ich einen Termin kriegen kann.

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      4. Boah, das ist aber viel! Kann mir vorstellen, dass du von den Wanderschuhen erst mal Abstand nimmst, nach den Blasenerfahrungen usw. Wenn du dabei die Hüfte nur ein bisschen gemerkt hast, bist du auf sehr gutem Weg, wie es scheint.

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      5. Ja in der Tat. Ich hatte mir anstelle der Wanderschuhe, Turnschuhe genommen. War aber auch wieder falsch, weil die schon so alt waren, daß die Sohle weg gebröselt ist. Ich weiß nicht, ob Du das schon mal gesehen hast. Trotzdem hat es noch bis nach Hause gereicht. Da muß ich glaube ich mal in einen Second Hand Laden oder so. Denn für neue, ist kein Geld vorhanden.

        Ich merke aber, wie gut mir das Laufen seelisch tut. Okay, hier habe ich keinen Rucksack und nur Flachland. Das macht es relativ einfach, was natürlich die Schmerzen senkt. Ich habe jetzt noch mal ein paar Ibus genommen, um den Rest der Entzündung auch noch weg zu kriegen. Den Arzt versuche ich zu vermeiden. Da gibt es eine Spritze in die Hüfte und da habe ich gerade keine Lust zu. Nicht, wenn es sich vermeiden läßt und so schlimm ists ja nun auch nicht mehr.

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      6. Nein, sowas hab ich noch nicht gesehen, dass die Sohle weg bröselt. Aber mit der Zeit gibt wohl jedes Material einmal nach. Wenigstens bist du noch heim gekommen, ohne Barfuß laufen zu müssen.

        Dass dir das Laufen seelisch gut tut, kann ich mir total vorstellen! Ich hab für mich in der stressigsten Zeit auch körperliche Bewegung entdeckt, um Stress abzubauen, mich besser zu fühlen und entscheidungsfähig zu werden für das, was jeweils anstand.

        Tja, mit den Ärzten hab ich es auch nicht, wenn es sich vermeiden lässt. Ich verstehe sehr gut, dass du keine Spritze in die Hüfte magst und wünsche dir von Herzen, dass sich alles wieder beruhigt und du wieder schmerzfrei und freudig laufen kannst.

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  4. Liebe Emily, danke für dein ehrliches Erzählen. Was für eine Nacht! Was für eine Erfahrung. Beim Lesen dachte ich an Jakob und die Nacht, die so viel in seinem Leben veränderte. Er hatte auch Hüftprobleme. „Und Jakob nannte die Stätte Pnuël; denn, sprach er, ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet. Und als er an Pnuël vorüberkam, ging ihm die Sonne auf; und er hinkte an seiner Hüfte.“ 1 Mose 32 Und weißt du, was du mit Jakob auch gemeinsam hast? Das kämpfen und nicht aufgeben. „Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“ Es hat einen Grund, dass du den Weg unbedingt beenden wolltest. Ich wünsche dir, dass so wie bei Jakob auch über dir und deinem Leben die Sonne aufgeht. Liebe Grüße, Volkmar

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  5. Manche Menschen sind wirklich merkwürdig. Schliesslich hat die Tussi ja ein Bett gemietet und nicht ein Zimmer, wenn ich das richtig verstehe. Auch würde ich von einer Pilgerin etwas mehr christliche Nächstenliebe erwarten … aber die ist ja allgemein nicht mehr so populär unter den so genannten christlichen Nationen.

    Na, aber trotz dieser Unbilden und den Schmerzen hast du es am Ende geschafft! Zum Glück wissen wir das bereits … 😉

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      1. Ich finde aber, dass du dich in diesem Fall gut verhalten hast und nicht feige, denn was hätte es genützt mit der Frau einen Streit anzufangen? Es hätte dir die Nacht total versaut und du siehst die wahrscheinlich nie wieder. Lass mich raten, du hast dich dann von ihnen abgesetzt? 😉

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      2. Su und ich haben uns abgesetzt. Ihr ging sie nämlich auch schon etwas auf die Nerven, weil sie so Ichbezogen war. Ich glaube, daß ich auch nur Su treffen sollte. Die andere war dann halt das notwendige Übel und die vierte Frau hat die Reise wegen körperlichen Problemen, abbrechen müssen. Mit Su habe ich heute noch Kontakt. Sie wohnt nicht weit weg von mir. 😉

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