Mein Jakobsweg – dreizehnter Tag von Caldas de Reis bis A Picaraña

Da Su im Kloster Herbón übernachten und dort aber kein Rucksack hingeliefert werden konnte, würden sich ab jetzt unsere Wege trennen. Ich hatte mir für den kommenden Abend, ein Einzelzimmer gebucht, da es die letzte Etappe vor Santiago sein würde. Da wollte ich in Ruhe, noch einmal alles Revue passieren lassen, bevor es dann an den letzten Abschnitt ging. Ein bißchen wehmütig sah ich auf mein Armband. Su hatte dasselbe um. Wir hatten die Armbänder, als Erinnerung an den Weg und einander in Tui, gekauft. Ab jetzt würde jede von uns, die letzten km, allein gehen. Denn der Weg nach Herbón war ein anderer, als der reguläre. Ich tröstete mich damit, daß es jetzt eh nur noch zwei Tage waren, bis ich in Santiago sein würde und somit am Ziel. Su schenkte mir zum Abschied, den letzten, der von ihr in Portugal gekauften Müsliriegel; weil sie wußte, wie sehr ich diese Sorte liebte. Das rührte mich. Ich steckte ihn ein und machte mich auf den Weg. Denn 30 km, waren kein Pappenstiel. Ich ärgerte mich noch immer, daß ich das Kleingedruckte „A Picaraña“ bei der Unterkunft nicht gelesen hatte. Das gehörte zwar zu Padrón, war aber eben nicht Padrón. Man, man… Als ich auf die Straße trat, war ich sehr froh, daß es nicht regnete und beschloß, kurz vor dem Ortsausgang, nochmal ein paar Bilder zu machen :

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Die Trauerweide, paßte wirklich schön zum Wasser. Es sah, wenn man die Häuserfront gedanklich mal weg nahm, ein bißchen aus, wie auf einem alten Ölgemälde. Außerdem erinnerte mich die Trauerweide, an meine Kindheit. Damals, hatten sowohl meine geliebten Großeltern, als auch meine Eltern, eine im Garten. Ich habe mich dann oft darunter gesetzt. Als ich noch kleiner war, habe ich sogar, gegen die herab hängenden Äste ausgedachte „Schwertkämpfe“ geführt. (Das Schwert existierte natürlich nur in Gedanken.):

Kurz nach dem Ortsausgang, bemerkte ich immer mehr Pilger. Wie üblich setzte ich mich hin und lies sie vor gehen, da ich es nicht mag, wenn jemand direkt hinter mir läuft. Ich nutzte die Zeit, für ein weiteres Foto:

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Zu meiner großen Frustration, stellte ich jedoch fest, daß immer neue Pilger, nach kamen. So viele, konnte ich gar nicht vorgehen lassen, sonst würde ich am Abend noch da sitzen. Ich erinnerte mich kurz an den Film von Hape Kerkeling. So eine ähnliche Szene, gab es da nämlich auch. Nur war der ja, eine ganz andere Strecke gelaufen, als ich. Aber ich glaube, daß es egal ist, welche Strecke man nimmt. Kurz vor Santiago, kommen die ganzen Pilgermassen. Wo waren die eigentlich vorher alle gewesen?

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Zugegebenermaßen, verhagelte mir das erst mal gehörig, die Laune. Ich hatte 30 km an diesem Tag vor mir und wenn ich Pech hatte, war es das wohl mit der Ruhe, gewesen. Ich versuchte, mich trotzdem auf die Gegend zu konzentrieren und machte weiterhin, meine Bilder und Videos:

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Etwas später, kam ich dann an einem Cafe an. Dort war es zwar gerammelt voll, aber ich dachte mir nur, was solls. Ein heißer Kaffee, würde vielleicht meine Laune wieder heben. Ich quetschte mich zur Theke, weil es dort keine Bedienung am Tisch gab und wartete, bis ich mit meiner Bestellung an der Reihe war. Zu meinem Leidwesen, saß der überhebliche Katzenfotograf, genau gegenüber und wollte auch sogleich ein Gespräch anfangen. Der hatte mir jetzt noch gefehlt und ich war richtig erleichtert, als eine ältere Frau aus der Gruppe der Amerikanerinnen, mit denen ich vor zwei Tagen durch den Regen gelaufen war, zu mir kam und mich von diesem Typ erlöste! Sie sagte, sie wolle mir gerne ein Cappie schenken, das sei auch ganz neu. Das hätte noch keiner vor mir getragen. Ich war etwas verwirrt und fragte sie nach dem Grund. Da sagte sie: „Dieses Cappie ist eins von vieren, das die Eltern eines, an einem seltenen Gehirntumor verstorbenen Mädchens, uns vor unserer Reise, als letzten Willen mitgegeben haben. Wir sollten vier Menschen finden, die den Jakobsweg wirklich mit Gott gehen und Du bist einer davon. Das Mädchen hieß Lindsay und begann während ihrer Therapie Cappies für eben jene Patienten herzustellen, die durch die Therapie ihre Haare verloren hatten. Sie schrieb darauf eine Botschaft und die lautete: „b strong“ für: „Bleib stark!“ Heute sollen diese Cappies alle Menschen bekommen, die vor großen Herausforderungen stehen und kämpfen müssen. Wir haben dich beobachtet und fest gestellt, daß Du einen sehr starken Glauben hast und eine Kämpferin bist. Du gehst wirklich Deinen Weg mit Gott und deshalb wollen wir Dir dieses Cappie schenken. Damit Du nie aufgibst und immer stark bleibst!“

Als mir klar wurde, was sie da eigentlich gesagt hatte, brach ich in Tränen aus. Ich nahm das Cappie und sie bat mich um ein Foto. Da diese Fotos sowieso alle öffentlich zu sehen sind, werde ich sie auch hier, in meinem Eintrag, veröffentlichen:

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Dann führte sie mich, zu den anderen aus der Vierergruppe und ich sah zu meiner Freude und Überraschung, Barbara wieder. Sie war ebenfalls eine, der vier Personen, die ein Cappie bekam. Jetzt wußte ich auch, warum wir uns gleich so gut verstanden hatten und wer ihre Mädels waren, denen sie von mir erzählt hatte.

Hier nochmal ein Bild von uns vieren, zusammen mit Sharon, die mir mein Cappie überreicht hatte.

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Clara (links) hat von Laura (rechts) ihr Cappie bekommen

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Barbara (links) hat von Myra (rechts) ihr Cappie bekommen

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Mia (links) hat von Marcia (rechts) ihr Cappie bekommen

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Und ich von Sharon

Ich brauchte eine Stunde, um mich zu beruhigen und habe während des Laufens weiter geweint. Aber diesmal nicht vor Trauer, sondern, weil es so schön war. Ich habe mich nie, für einen wertvollen Menschen gehalten. Im Gegenteil. Ich wußte von klein auf, daß ich anders war. Und zwar im unangenehmen Sinne. Ich hatte als Kind keine wirklichen Freunde, war meistens allein und ausgegrenzt. Ich wußte nicht, was ich falsch machte. Aber irgendetwas hatte ich wohl an mir, was die Menschen abstieß. Immer schon. Es war wie ein unsichtbarer Fluch. Ich war alles mögliche, nur nicht normal. Nicht so wie andere und deshalb meistens allein. Oder aber von Menschen umgeben, die meinen Hunger nach Liebe ausnutzten, indem sie mich zu ihrem Vorteil manipulierten. Ich spürte dieses anders sein, täglich. Jahrelang, wie ein Dorn in meinem Herzen, der sich einfach nicht entfernen ließ. Das war, mit einer der Gründe, weshalb ich mich in den letzten Jahren, komplett zurück gezogen hatte. Bevor ich noch mal solche Menschen anzog, wollte ich lieber allein sein und merkte gar nicht, wie sehr ich vereinsamte… Und auf einmal, zum überhaupt allerersten Mal, waren da Menschen, die sahen etwas in mir, was ich nicht sehen konnte. Und sie waren real. Versteh mich nicht falsch, ich freue mich darüber, daß Du bei mir liest und vielleicht auch schreibst. Aber doch ist das Internet anonym. Nicht so recht greifbar. Du und ich, wir haben eine Distanz. Die war bei diesen Menschen einfach nicht da, weil sie real vor mir standen. Ich konnte sie „anfassen“ und sie mochten mich. Trotzdem sie mich in echt sahen. Wie konnte das sein? Und woher wußten sie so genau, daß ich mit Gott meinen Weg ging? Ja, ich hatte natürlich meine Bindung zu Gott verstärkt, aber damit ging ich ja nicht hausieren. Es sei denn, ich wurde gefragt.

Ich hatte, nichts mehr von diesem Leben erwartet und wurde deshalb umso mehr überrascht. Es hat mich wirklich von den Socken gehauen. Ich, die immer anders war, bekam so ein Geschenk. Das bedeutete mir so unglaublich viel, das kann ich auch heute, nicht mal im Ansatz wieder geben. Wenn man immer denkt, man sei lästig, überflüssig und paßt hier nicht in diese Welt- zu den anderen, zu den normalen… Dann ist so etwas, überwältigend! Und trotzdem ich während des Laufens weinte, versuchte ich noch, ein paar Videos und Bilder zu machen. Denn schon morgen würde der Weg zu Ende sein. Je kürzer die Strecke wurde, umso wertvoller, erschien mir jeder einzelne Augenblick:

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Als ich etwas später an einer Statue vom Jakobus vorbei kam und die Fotos von den Menschen dort sah, die sicher auch noch lebten; holte ich das Paßbild hervor, was ich jüngst für meinen Ausweis hatte machen lassen und legte es dazu. Damit es sich nicht gleich, beim ersten Regenguß in Wohlgefallen auflöste, packte ich es in die Folie, zu einem anderen Paßbild. Es war das erste Mal, daß ich etwas von mir persönlich, auf dem Jakobsweg hinterlassen hatte…

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Etwas später kam ein weiteres Cafe, mit angeschlossenem Supermarkt. Ich traf Sharon und auch Su wieder. Das freute mich. Sharon zeigte mir auf ihrem Handy nochmal die Interseite, der b-strong Organisation und Lindsays Geschichte. Ich notierte sie mir, um sie mir später in Ruhe ansehen zu können. Für jeden, der das auch tun möchte, ist hier die Adresse: www.bstrong.ca Danach setzte ich mich zu Su an den Tisch.

Etwas später, raffte ich mich wieder auf und ging weiter. Mein Weg war noch immer sehr lang und mir taten jetzt schon die Füße weh. Appropo Füße, das fand ich ja auch wieder ganz lustig. Am liebsten, hätte ich meine Schuhe mit dazu gehangen. Aber barfuß laufen, war dann doch keine Option. Die Blasen waren zwar am verheilen. Dennoch schmerzten meine Füße und das kam durch die falschen Schuhe. Ich lies also meine Schuhe an, begnügte mich mit einem Foto und ging weiter.

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Dieses Haus fand ich auch richtig toll und der alte Trecker im Garten, hatte ebenfalls etwas. Als ob die Zeit stehen geblieben wäre:

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Kurze Zeit später, mußte ich wieder anhalten, weil ich die Ziegen so niedlich fand:

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Und dann endlich war es so weit und ich kam in Padrón an:

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Es war wirklich schade, daß ich mir die Stadt nicht richtig angucken konnte, weil mein eigentliches Ziel, noch 8 km entfernt war. Das deprimierte mich schon sehr. Besonders, als ich Musik hörte, die immer lauter wurde. Ich folgte den Klängen

und war total überrascht, auf einem Fest gelandet zu sein. Trotz meiner Schmerzen, versuchte ich ein bißchen, mit zu tanzen und freute mich, über diese schöne Abwechslung. Auch das war Spanien und zum ersten Mal, fühlte ich mich, wie im Urlaub.:

Im Anschluß, suchte ich wie üblich die Kirche auf, um sie mir anzusehen und den Stempel zu holen:

Dort kaufte ich mir, einen schönen Rosenkranz aus Olivenholz, zündete eine Kerze an und machte mich schweren Herzens, wieder auf den Weg. Meine Füße taten wirklich weh und deshalb versuchte ich, mehr mit den Stöcken zu arbeiten. Die Landschaft, durch die ich jetzt ging, war ein Traum und entschädigte mich für die Schmerzen, die ich beim Laufen hatte:

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Als ich irgendwann endlich an meiner Unterkunft ankam, wäre ich am liebsten ins Bett gefallen. Aber natürlich ging das nicht und ich hatte vor allem eins: Hunger! Als ich die Pilger, die dort waren fragte, wo man hier etwas essen gehen könnte, drückten sie mir, mit der Aufforderung „Iß!“ eine Tüte in die Hand. Ich nahm mir nur ein bißchen davon und gab ihnen den Rest dankbar zurück, da ich trotzdem noch etwas warmes, essen wollte. Und diesmal konnte es auch ruhig teurer sein, denn dieser Abend, war für mich, etwas ganz besonderes. Nicht nur wegen dem, was ich mit den Amerikanerinnen erlebt hatte, oder daß ich laut meinem Tracker an die 30 km gelaufen war; sondern hauptsächlich, weil es die letzte Etappe vor meinem Ziel war.

Das Essen selbst, war trotz des höheren Preises, nicht der Burner. Aber heute, störte mich das ausnahmsweise mal, nicht so sehr. Ich war innerlich viel zu aufgewühlt. Als ich zurück in meiner Unterkunft war und allein in meinem Einzelzimmer lag; da vermißte ich mit einem Mal, das Geschnarche der anderen und fühlte mich einsam. Wahnsinn, das hätte ich nie gedacht! Zwei Wochen nur und ich war so verändert. Noch nie sind mir so viele Wunder geschehen, wie auf diesem Weg und wie sich später heraus stellte, sollten das auch nicht die letzten gewesen sein. Nachdenklich schrieb ich in mein Tagebuch:

8. Juni 2019

Die heutige Strecke war extrem lang und trotzdem, für mich, die bisher schönste. Deshalb habe ich auch sehr viele Bilder und Videos gemacht. Ich liege hier, zum ersten Mal seit Reisebeginn, in einem Einzelzimmer und bin ein bißchen wehmütig, da morgen, zumindest dieser Jakobsweg, vorbei ist.

Aber ich habe Blut geleckt und möchte irgendwann noch, den großen 800 km Camino France gehen. Allerdings, körperlich besser vorbereitet und mit den passenden Wanderschuhen. Denn meine sehen zwar gut aus, haben sich aber, als für meine Füße, falsch entpuppt. Ach ja, nicht zu vergessen auch das vernünftige Regencape (wird vorher unter der Dusche getestet!) und Regen Verhüterlis für die Schuhe. (Die habe ich bei Su gesehen und wiegen auch nicht viel). Denn meine Wanderschuhe waren trotz Imprägnierung und Goretex, innen sowas von naß, daß sie auch mit Fön, nicht richtig trocken wurden. 😂😂😂 Der Kissenbezug hingegen, kann Zuhause bleiben und das Hirschtalgcremezeug kann mich mal kreuzweise!

Aber zurück zum Eigentlichen. Dieser Tag war sehr emotional. Von anfänglichem Genervtsein über die Pilgerhorden, hin zu einer absoluten Tränenflut wegen dem Cappie (ich habe mich bestimmt eine Stunde nicht eingekriegt und während des Laufens weiter geweint), bis zu totaler Euphorie bei dem Fest in Padrón, wo ich versucht habe, ein bißchen mitzutanzen. Dann ging es weiter, in einer absolut malerischen Traumkulisse, bis zu meiner Unterkunft.

Ja und morgen, bin ich in Santiago de Compostela. Ich bin überwältigt von dem Gedanken, dann den portugiesischen Jakobsweg, trotz aller Schmerzen, geschafft zu haben. Teilweise mußte ich wirklich kämpfen und ich bin nicht die einzige, die sich viele Ibus rein geworfen hat, weil einfach alles weh tat. Bei mir ja sogar hüftmäßig besonders heftig.

Nun versuche ich zu schlafen und freue mich morgen auf die letzten km.

18 Gedanken zu “Mein Jakobsweg – dreizehnter Tag von Caldas de Reis bis A Picaraña

  1. Liebe Emily mit wohlverdientem Cappy,

    heute möchte ich nur sagen…
    Ich hab beim Lesen gestutzt, als ich las: „… da ich es nicht mag, wenn jemand direkt hinter mir läuft.“
    Das konnte ich so gut nachfühlen, weil es mir ganz genauso geht. Schade, dass es so viele wurden, dass es anfing dich zu stressen. Wär mir vielleicht auch so ergangen.

    Jedenfalls, wenn beim Wandern jemand hinter mir kommt, stell ich mich ganz schnell auf die Seite und lasse sie vorbei, erst dann ist mir wieder wohl.
    Ich kann nicht – oder jedenfalls nicht kurz und knapp – erklären warum das so ist, aber für mich hab ich schon eine Erklärung dafür.
    Ich war einfach überrascht das hier bei dir zu lesen, weil ich bisher niemanden kennen gelernt habe, dem es ähnlich geht.

    Ich hoffe, deine Hüftschmerzen werden langsam besser und du hältst das Ruhighalten noch ein bisschen aus.

    Herzliche Grüße
    Marion

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    1. Liebe Marion,

      ich kenne übrigens noch ein paar Menschen, die das auch nicht mögen und andere vorlassen. 😉 Es ist wirklich ein unwohles Gefühl. Mich haben eher die Menschen erstaunt, die das nicht stört.

      Meiner Hüfte geht es nur langsam besser. Das Rumgammeln ist ganz schön langweilig!!! Aber davon abgesehen, könnte ich im Moment eh nicht viel machen, da ich meine diversen Tabletten (fürs Herz) noch auf die richtige Dosis einstellen muß und bis das nicht geklärt ist, ist ruhiger verhalten, die bessere Wahl. Aber das wird schon wieder werden. Ist halt eine Geduldsprobe für mich.

      Herzlichst, Emily

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      1. Liebe Emily,

        ich kenne schon auch Menschen, die beim Wandern andere lieber vorlassen, wenn diese in gewissem Abstand hinter ihnen in ähnlichem Tempo gehen, weil sie sich davon gestört fühlen im eigenen Rhythmus oder der eigenen Privatsphäre. Bei mir ist es zusätzlich, wenn jemand direkt hinter mir geht, dann fühle ich mich schnell gehetzt.

        Wenn es jemanden gar nicht stört in einer Art Pulk zu laufen, das wundert mich dann auch.

        Mit der Hüfte geht es langsam voran, verstehe. Ich kann nachfühlen, dass es sich wie Rumgammeln und langweilig anfühlt.

        Was genau ist mit deinem Herzen und welche Medikamente nimmst du dafür?

        Ruhig Blut für die Geduldsprobe ♥
        Herzlich
        Marion

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      2. Liebe Marion,

        ja genau so geht es mir eben auch! Zusätzlich fühle ich mich auch noch beobachtet. Das liegt aber daran, daß meine Stiefmutter, beim Zwangsspaziergang in meiner Kindheit, oft hinter mir lief und meinen Gang kommentiert hat. Ich soll gefälligst die Füße gescheit setzen beim Laufen. Ich laufe wie so ein Bauer usw. Das kam dann auch nicht nur einmal…

        Was mein Herz angeht, so bekomme ich Statine (mein Arzt nennt das Rohrfrei), Betablocker und werde jetzt noch Blutverdünner hinzu nehmen.

        Ich habe starke Herzrythmusstörungen, Herzstolpern und kriege manchmal keine oder nur schwer Luft. Meiner Lunge hingegen geht es bestens.

        Da man die Betablocker aber nicht abrupt hoch oder runter dosieren sollte, dauert das.

        Herzlichst, Emily

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      3. Liebe Emily,

        oh ja, was du beschreibst, warum du dich so fühlst, wenn jemand hinter dir geht, kann ich ziemlich gut nachempfinden. Wie soll man ein natürliches und entspanntes Gefühl zu sich selbst haben, wenn sehr früh schon auf die Art drein gefunkt wurde 😦
        Allein schon „Zwangsspaziergang“ klingt schrecklich. Wer geht noch entspannt und natürlich, wenn er eigentlich gar nicht mag?!

        Danke für deine Antworten auf meine Fragen zu deinem Herzen. Ich kenne mich damit nicht aus, wundere mich ein bisschen, dass man einem so jungen Menschen solche Sachen gibt (geben muss?), aber ich kann es nicht beurteilen. Die Hauptsache ist, dass es dir gut geht damit und wenn nicht, geeignete Maßnahmen ergriffen werden.

        Herzrhythmusstörungen hatte ich als junge Frau auch einmal. Der damalige Arzt hat das aber so erklärt: „Sie sind eben eine sehr sensible junge Frau“ und hat die Ursache als „vegetativ“ eingestuft. Nachdem ich die Sekte verlassen hatte und mein Leben versuchte auf ein neues eigenes Gleis zu bekommen, verschwand das. Es war irgendwie, weil ich versucht hatte das Leben zu leben, das man mir vorgegeben hatte, aber es war nicht meines, also nicht im Einklang mit meinem Innersten.
        Aber anfühlen tut sich sowas ziemlich komisch und ich erinnere mich, dass ich es auch als beängstigend empfand, sonst wäre ich wohl gar nicht zum Arzt gegangen.
        Auch Atemnot kann bestimmt Angst machen. In solchen Momenten ist vielleicht die Frage: Was genau drückt dich gerade so, dass du kaum Luft bekommst?

        Hör gut auf deine Seele und mach alles was du kannst, damit es DEIN Leben ist das du lebst, so wie du dich wohl fühlst damit – ich bin sicher, genau da bist du dran – dann kann sich das nur positiv auf deine körperlichen Funktionen und Energiekreisläufe auswirken.

        Ich wünsch dir einen guten Freitag 🙂

        Herzliche Grüße – momentan aus München
        Marion

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      4. Liebe Marion,

        die Statine, senken das Cholesterin, was bei mir extrem hoch war. Gegen die Herzrythmusstörungen sollen die Betablocker helfen, indem sie alles, was das Herz stressen könnte, blockieren. Problem ist hier, daß je nach Dosis, eine allzu sportliche Betätigung, nicht mehr so gut funktioniert, weil das Herz ja „ruhig“ gehalten wird. Mal salopp ausgedrückt. Ich hatte letztens einen leichten Herzinfarkt gehabt und auch jetzt immer noch Probleme. Deshalb nehme ich, die Blutverdünner hinzu. Die sorgen dafür, daß das Blut dünner wird und so besser fließen kann. Sie beschützen mich (hoffentlich) vor künftigen Problemen. Das einzig blöde bei denen ist, daß wenn man sich mal verletzt, es länger blutet, als normal… Ich wollte das ja eigentlich nicht so detailliert schreiben. Aber habe mich umentschieden, denn es liegt mir auf der Seele darüber aufzuklären, daß ein junges Alter, davor nicht schützt! Das habe ich auch mal geglaubt. Aber es ist nicht so!!! Es wäre fatal, wenn jemand deshalb nicht zum Arzt ginge, weil er meint, er wäre ja sowieso zu jung für Herzkrankheiten.

        Ich kannte jemanden, der war 38 und hatte bereits 3! Herzinfarkte. Auch bei uns, liegen Herzkrankheiten in der Familie.

        Aber ich denke auch, daß ein Teil der Ursachen mit in meinem Gefühlsleben liegt. Mein Herz ist aus unterschiedlichen Gründen schon sehr lange traurig und ich vermute auch, daß das der Heilung nicht gerade zuträglich ist. Ich versuche mich zwar stets davon abzulenken. Aber im Grunde ist es auch nur das. Ablenkung…

        Du bist gerade in München. Beruflich oder privat? Ich hoffe, Dir geht es gut.

        Liebe Grüße,

        Emily

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      5. Ach mensch, Du bist ja bestimmt, wegen Deiner Kinder in München. Ist mir gerade eben siedend heiß eingefallen. Ich weiß auch nicht, wo ich derzeit meinen Kopf habe.🙈 Bitte sieh mir das nach. Dann wünsche ich Euch eine schöne Zeit 🤗

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      6. Ja genau, wegen meiner Kinder bin ich in München. Den Geburtstag von mir und meiner Tochter noch nachfeiern, das ging nicht eher. Aber macht doch nix, wenn du erst nicht daran gedacht hast, du musst ja nicht meine Lebensdetails auf dem Schirm haben.

        Hab grad auch noch nicht den Kopf auf den Rest einzugehen, fahre heute zurück und muss morgen wieder arbeiten. Aber das wird nachgeholt.

        Liebe Grüße
        Marion

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      7. Da bin ich ja beruhigt. Doch, daran hätte ich auf jeden Fall denken sollen! Aber ich war leider, in dem Moment, zu sehr mit mir selbst beschäftigt. Tut mir ehrlich leid!

        Dann hoffe ich, daß Ihr eine richtig schöne Zeit hattet. Ich wünsche Dir eine gute Heimfahrt und trotz Arbeit, eine schöne Woche.

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      8. Danke, liebe Emily. Die Arbeitswoche ist Gott sei Dank geschafft. Es gab viel zu tun und meine Lieblingskollegin ist im Krankenhaus, von daher war es nicht sehr „spannend“, auch wenn ich die Arbeit an sich immer noch und immer wieder gerne mache.

        Du weißt, dass die Grenzwerte für Cholesterin und anderes – angetrieben von der Pharma-Lobby – im Laufe der Zeit immer weiter so verändert wurden, dass immer mehr Menschen in den „kritischen“ Bereich kommen und immer mehr Medikamente dagegen verkauft werden können? Eine Freundin von mir ist Arzthelferin, auch deswegen habe ich das mitbekommen. Es ist auch umstritten, ob man an Cholesterin-Werten wirklich etwas bezüglich der Gesundheit ablesen kann bzw. was genau. Also ob es zulässig ist zu sagen, dieser oder jener Cholesterin-Wert wäre eine Gefahr für die Gesundheit. Das möchte ich einfach mal so angemerkt haben.

        Ja, das mit den Betablockern ist so eine Sache und ich denke, das darf man ruhig auch kritisch betrachten. Aber es lässt sich auch gut darüber reden, wenn man nicht betroffen ist, heißt keine Probleme mit dem Herzen hat.
        Jedenfalls glaube ich, dass Familien an bestimmten Krankheiten leiden, weil sie bestimmte Themen miteinander teilen oder einander weiter geben. Und ich glaube, wenn man solche Familienthemen schafft neu für sich zu definieren und zu leben, dass man dann auch den dazu gehörigen Krankheiten den Stachel nehmen oder sich gar heilen kann.

        Aber all das braucht einen Bewusstseinsprozess, der bei jedem Menschen seine eigenen Zeiträume hat.

        Ich glaube was du auf dem Jakobsweg erlebt hast, dir selbst erlaubt und geschenkt hast, war sehr gut geeignet auch die Energien des Herzens wieder in einen Fluss zu bringen, so dass du wahrscheinlich für deine Gesundheit etwas höchst effektives damit getan hast, auch wenn andere Bereiche deines Körpers ein bisschen überfordert waren. Aber ein nächstes Mal weißt du, wie du dich besser vorbereiten kannst.

        Du hast natürlich recht, dass Krankheiten nichts mit dem Alter zu tun haben müssen. Gemäss meinem Verständnis sind sie insofern davon unabhängig, als man in jedem Alter gestaute Energien im Körper wegen bestimmter Haltungen und Lebensthemen haben kann und dann macht sich der Körper entsprechend bemerkbar oder rüttelt einen wach.

        Ich wünsche dir, dass dein trauriges Herz immer mehr von seiner Trauer abfließen und los lassen kann, so dass es immer weniger blockiert ist. Und ich wünsche dir die für dich persönlich passenden Mittel und Wege, die dich dahin führen.

        Von Herzen
        Marion

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  2. Liebe Emily,
    du hast einmal mehr meine absolute Hochachtung. Deine Stärke ist bewundernswert, da braucht es eigentlich kein Cappie. Aber solltest du mal schwächeln, erinnnert es dich sicher daran, wie stark du wirklich bist!
    Liebe Grüße
    cablee

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  3. „Malerische Traumkulisse“ trifft auf viele der Szenen dieses Tages zu, finde ich. Deine Videos geben einem immer das Gefühl, hier und jetzt dabei zu sein.

    Das Cappie hast du nicht nur gebraucht, du hast es auch verdient, meine ich. Du hast als Kind anscheinend niemanden gehabt, der dir ausgeredet hat nichts wert zu sein oder nicht normal zu sein, ausser deinen Grosseltern nehme ich an. Das muss ziemlich einsam gewesen sein.

    Ich freue mich so für dich, dass das Wagnis, das du eingegangen bist damit, dass du dich so bedingungslos unter Leute begeben hast, so freudig und positiv verlaufen ist. Ich hatte ja das Gefühl, dass es so sein würde, aber deshalb freut es einen ja nicht weniger. Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass diese Erlebnisse dich verändert haben und dein künftiges Leben positiv beeinflussen werden.

    Sei umarmt, liebe Emily und gute Nacht!

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    1. Vielen Dank, liebe Birgit.

      Meine Großeltern haben mich auf jeden Fall geliebt und das waren, meines Empfinden nachs, wohl auch die Einzigen, in meiner Kindheit. Mit meinem Vater gab es auch ab und zu mal schöne Momente, aber ob das aus Liebe zu mir war, oder er mich überhaupt geliebt hat, werde ich wohl nie erfahren.

      Das ich nichts wert bin, habe ich trotzdem fast täglich erfahren. Hänseleien in der Schule, entsprechende Kommentare von der restlichen Familie (besonders der Mutter, meiner Stiefmutter) und nicht zuletzt, meine Stiefmutter selbst, von der ich nie wußte, wann sie mir mal wieder eine knallt. Ich habe halt vielen das Leben versaut. Allein durch meine Anwesenheit. Das habe ich so oft gehört und sitzt so tief drinnen. Es zieht sich wie ein roter Faden, durch mein Leben. Der erste Freund den ich hatte, war auch so überheblich. Ich war immer nur die Kleine und dementsprechend zu behandeln. Auch in späteren Beziehungen wurde das nicht wesentlich besser. Zumindest war das bis vor ein paar Jahren so. Mittlerweile gucke ich mir die Menschen genau an. Die, mit denen ich heute zu tun habe und befreundet bin, sind nicht so. So ein Verhalten mir gegenüber, würde ich heute, auch nie wieder zulassen. Ich distanziere mich ganz schnell von Menschen, die mich nicht achten. Wenn das nicht zu 100 %klappt, weil ich ihnen zum Beispiel nicht aus dem Weg gehen kann, dann lasse ich sie aber, trotzdem nicht mehr an mich heran. Doch für gewöhnlich, kann ich mich problemlos entziehen.

      Auf dem Jakobsweg habe ich in geballter Form sehr positive Erfahrungen, mit unterschiedlichen Menschen gemacht und genau die habe ich auch gebraucht. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar.

      Die Umarmung gebe ich gerne zurück und wünsche Dir einen schönen Tag 🤗

      Gefällt 2 Personen

  4. liebe Emily, danke für einen weiteren schönen Bericht von deiner Pilgerreise mit so vielen wunderschönen Fotos und Momenten zum Staunen. Mir fehlen die Worte, angemessen zu beschreiben wie unfassbar schön und zugleich voll tiefer Bedeutung diese Geste der Amerikanerinnen ist. Deine Tränen sprechen eine Sprache, die sicher jeder verstehst, der deinen Weg mitverfolgt. Und wie bei einem großen Puzzle kann dieser Moment nur verstanden werden mit all den anderen kleinen und großen Teilchen, die zu deinem Weg gehören. Gott ist ein Meister in maßgeschneiderten Geschenken! Ich freue mich einfach unbändig mit dir über dieses Geschenk. Hagar sagt es so treffend in ihrem Bekenntnis „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1 Mose 16) Gott hat gesehen, dass du diesen Moment und dies Cappie brauchtest. So ein gütiger Gott! Er hat dich gesehen, Emily! Schon immer. Und er sieht dich heute! Du bist eine angesehene Frau, mit und ohne Cappie! ganz liebe Grüße, Volkmar 🤗

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