Wege der Selbstheilung Teil 14

Musik ist eine Brücke zu unseren Gefühlen und so mancher Erinnerung. Mit ihrer Hilfe können wir Zugang zu vielen inneren Bildern erhalten, die wir zusammen mit dem passenden Lied in unserem Unterbewußtsein abgespeichert haben! © Emily-Star

Stimmungen mit Musik beeinflussen Teil 2

(Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Link oder Player: https://archive.org/details/wegederselbstheilungteil14 )

Ich habe mal ein sehr interessantes Experiment gestartet. In einer Situation wo ich tieftraurig war, habe ich mich überwunden und anstelle der passenden traurigen Musik, die ich sonst immer hörte, stattdessen ein paar lustige Lieder angemacht. Das fiel mir unheimlich schwer, denn in einer traurigen Stimmung alberne Musik zu hören, ist schon ein bißchen gegen die menschliche Natur. Denn wenn wir traurig sind, sind fröhliche Lieder sicherlich das Letzte was wir in diesem Moment hören wollen.

Die erste Phase war Widerstand. Der unbändige Wunsch den „Scheiß“ sofort wieder auszumachen. Doch ich hielt durch und widerstand ihm.
Die zweite Phase war dann Trotz. Gedanken in Form von „Das Leben ist nicht immer so lustig, wie kannst Du Dir nur so was anhören.“
Doch nachdem ich mich innerlich auch da durch gekämpft hatte, kam die dritte Phase und meine Gefühle veränderten erneut. Der innere Widerstand war gebrochen und ich mußte tatsächlich lachen.

Das heißt jetzt natürlich nicht, daß wenn Du tieftraurig bist, Dir die alten Lieder von Mike Krüger oder wem auch immer anhören sollst. Ich wollte damit nur einmal verdeutlichen, daß wenn wir es zulassen, wir kurzzeitig mit Musik unsere Stimmung verändern können.

Ich weitete dieses Experiment dann aus. In einer Situation wo ich innerlich unruhig war, legte ich mir entspannende Musik ein. Und nach einer Weile wurde ich nach und nach, tatsächlich immer ruhiger und entspannte mich schließlich.

Natürlich hielt das nicht lange an. Aber ich speicherte diese Erkenntnis für mich, als wieder eine neue Möglichkeit ab, die ich nutzen könnte, wenn ich mal wieder drohte in negativen Gefühlen zu versinken. Denn nicht immer hat man die Kraft oder auch die Zeit an sich zu arbeiten. Manchmal geht es dann nur noch darum, erst einmal psychisch über die nächsten Stunden zu kommen. Und wenn man zum Beispiel total aufgeregt ist, oder unter Streß steht, dann kann man sowieso nicht klar denken. Dann sollte erst einmal wieder eine gewisse innere Stabilität geschaffen werden, bevor man sich in seine psychischen Abgründe begibt. Wie ich ja bereits in einem meiner anderen Beiträge erwähnte, wird selbst in der Psychiatrie nicht mit einer richtigen Therapie begonnen, bevor der Mensch nicht stabilisiert ist. Da kann der Schuß nämlich auch ganz schnell mal nach hinten los gehen!

Das ist also Punkt 1. Du kannst die Musik dazu benutzen, kurzzeitig Deine Stimmung zu verändern!

Hast Du Streß oder bist total aufgeregt, dann hilft Dir wahrscheinlich, das anhören von beruhigender Musik.
Fühlst Du Dich hingegen antriebslos, dann versuche es einfach mal mit kraftvollen, pulsierenden Liedern.

Du merkst also, auch hier nehme ich immer das Gegenteil. Ich unterscheide da zwischen Gefühlen, die uns innerlich lähmen und denen, die uns so aufwühlen, daß wir kaum noch klar denken können. Für jedes Extrem braucht man ein Stück vom Gegenteil. Es ist wie mit einer Waagschale. Ist zu viel von dem Einen da, dann braucht man etwas mehr von dem Anderen, um es einigermaßen wieder auszugleichen.

Ist diese innere Stabilität nun vorhanden, dann kann man die Musik außerdem noch ganz wunderbar als ein weiteres Mittel zur inneren Heilung benutzen. Und damit komme ich nun zu

Punkt 2.

Wenn Du ein Lied hast, welches Dich immer wieder, wenn Du es hörst, an etwas schmerzhaftes in Deiner Vergangenheit erinnert, dann kannst Du jetzt ganz bewußt gedanklich in dieses Erlebnis zurück reisen. Du machst Dir also exakt dieses Lied an, am besten auf Dauerschleife und schaust Dir die Situation noch einmal an. Du fühlst jetzt ganz bewußt, was Du damals gefühlt hast. Wenn es Traurigkeit ist, dann weine. Das beweinen dieses Erlebnisses hat gleich drei Vorteile.

  1. Du läßt endlich mal den ganzen angestauten Schmerz aus Dir heraus und nach und nach stellt sich dann
  2. ein Gefühl der Erleichterung ein, nach der Du Dich so lange gesehnt hast. Der elende Druck, der immer auf Deiner Seele lag verschwindet endlich und damit hast dann auch
  3. das Lied für Dich neutralisiert. Das heißt, wenn Du es jetzt irgendwo hörst, wird es Dich nicht mehr fertig machen. Du hast zwar immer noch die Erinnerung daran. Aber Du kannst jetzt damit leben. Es zerreißt Dich nicht mehr!

Je nachdem wie schlimm diese Erinnerung für Dich ist, wirst Du Dir das Lied wahrscheinlich öfter anhören müssen. Aber achte einmal darauf. Der Druck wird wirklich weniger, es wird langsam immer besser werden. Stell Dir vor, daß mit jeder einzelnen Träne, die Du vergißt, ein Stück von dem alten Schmerz aus Dir heraus fließt. All das setzt natürlich voraus, daß Du auch weinen kannst. Ich selbst konnte das nämlich viele Jahre gar nicht und habe stattdessen zu anderen Möglichkeiten gegriffen, die jetzt nicht heilsam, sondern eher schädlich waren.

Wenn Du also noch nicht weinen kannst, dann laß diese Methode bitte erst einmal bleiben. „Rote Tränen“ zu weinen, Du weißt genau was ich meine, ist da leider nicht heilsam- sondern gleich noch zerstörerischer! Ich weiß es, denn ich habe es selbst unzählige Male „ausprobiert“. Und ich kann Dir jetzt schon verraten, daß die Erleichterung, die Du danach verspürst, nicht lange andauern wird. Im Gegenteil, Du wirst Dich nur noch schlechter fühlen, als vorher! Es ist dadurch leider nichts in Dir geheilt worden, sondern eher noch mehr kaputt gegangen. Und das willst Du doch nicht, oder? Nein, denn sonst würdest Du Dich ja nicht für meine Beiträge interessieren! Du liest oder hörst sie, weil Du etwas ändern willst. Richtig? Weil irgendwas in Dir endlich auch mal glücklich sein will. Wenigstens ab und zu! Mit Deinen bisherigen Methoden hast Du das ja leider nicht geschafft und deshalb schaust Du nach etwas anderem und bist irgendwie bei mir gelandet. Ich habe hier zwar leider kein Allheilmittel für Dich. Aber ich kann Dir ein paar Möglichkeiten vorstellen, die Du ausprobieren kannst. Und die habe ich auch nur deshalb, weil es mir in vielen Punkten genauso ging wie Dir. Und, damit Dir das zu glauben, auch leichter fällt und Du siehst, daß Du mit all dem nicht alleine da stehst, erzähle ich Dir ab und zu, auch Dinge aus meinem Leben. Ich hoffe, daß vielleicht irgendetwas von dem, was ich Dir an Möglichkeiten vorstelle, für Dich dabei ist. Und auch, wenn eine Methode, Dir jetzt gerade nicht weiter helfen kann, sei unbesorgt. Ich stelle nach und nach noch viel mehr vor.

Wie auch im nächsten Beitrag. Denn nicht nur zum beweinen von Erlebnissen ist die Musik sehr hilfreich, sondern auch, um der Wut, die schon so lange Zeit in Dir ist und Dich in all den Jahren innerlich vergiftet hat, endlich mal Raum zu geben. Und nicht nur Raum zu geben, sondern sie schlußendlich auch los zu werden! Und zwar so, daß dabei weder Du selbst, noch jemand anderes zu Schaden kommt!

Bildertext:

Musik ist eine Brücke zu unseren Gefühlen und so mancher Erinnerung.
Mit ihrer Hilfe können wir Zugang zu vielen inneren Bildern erhalten,
die wir zusammen mit dem passenden Lied in unserem Unterbewußtsein abgespeichert haben!

© Emily-Star

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