Wege der Selbstheilung Teil 15

Aggression, die Du gegen einen anderen richtest, läßt Dich nicht heilen. Sondern erzeugt stattdessen, wieder eine Gegenaggression. Das ist dann wie beim Ping Pongspiel. Und da willst Du doch nicht wirklich dran teil nehmen, oder? © Emily-Star

Stimmungen mit Musik beeinflussen Teil 3

(Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Link oder Player: https://archive.org/details/wegederselbstheilungteil15_201912 )

Wenn ich frustriert war, dann machte ich mir sehr kraftvolle schnelle Musik an. Ich schrie und tanzte dazu. Was das tanzen angeht, so sah das sicherlich nicht so grazil aus, wie damals in der Ballettschule. Aber das ist auch unwichtig. Es ist im Grunde die kraftvolle Bewegung, um die es dabei geht. Jede Art von körperlicher Betätigung, wo Du Dich so richtig auspowern kannst. Und da zum Beispiel aufputschende Musik, Dir dabei noch mehr hilft, schau daß Du Dir währenddessen auch genau diese anmachst. Du kannst natürlich auch ein Lied nehmen, was Dich an eine Situation erinnert, die Dich richtig wütend macht.

Und wenn Du dann tanzt, joggst oder Dich wie auch immer bewegst, dann konzentriere Dich unbedingt auf all Deine Wut. Hole sie so richtig in Dein Bewußtsein. Und dann versuche Dir vorzustellen, wie Du sie mit jeder Bewegung aus Dir heraus läßt.

Du kannst auch so tun, als ob Du boxt. Was Du Dir dabei vorstellst, nun ja, obliegt ja Dir 😉 Du tust damit ja keinem weh. Im Gegenteil, Du läßt dieses Gefühl endlich mal heraus, ohne es (oft ungewollt) immer wieder mal an Deine Mitmenschen zu verteilen! Wichtig ist dabei, daß Du alles gibst. Versuche Dich wirklich in dieses Gefühl hineinzusteigern und dann laß es heraus. Mit jedem Tanzschritt, mit jedem Laufschritt, mit jedem Schrei, oder jedem Boxhieb (in die Luft oder ins Kissen). Auch wenn die Versuchung groß ist, aber Du boxt in der Realität bitte keinem ins Gesicht, ganz gleich wie sehr er es Deiner Meinung nach auch verdient hätte. In Deinen Gedanken hingegen, kannst und solltest Du Dich da völlig frei fühlen. Es wird immer so viel vom verzeihen geredet. Man darf nicht wütend sein und soll alles sofort verzeihen. Dem Anderen vielleicht auch noch die andere Wange hin halten! Ich sehe das nicht so. Ich bin kein Verfechter von Rache, aber jeder hat das Recht wütend über eine Verletzung zu sein, die ihm zugefügt wurde oder eine Ungerechtigkeit, die erfahren hat.

Dieses ganze scheinheilige und unrealistische Gequatsche vom verzeihen per Finger schnipsen, ist meiner Meinung nach Unsinn! Du hast das Recht wütend, verletzt und eingeschnappt zu sein. Das ist menschlich und absolut in Ordnung. Keiner hat Dir zu sagen, wie Du zu empfinden hast! Du empfindest wie Du nun einmal empfindest, basta. Das kann man nicht weg argumentieren oder schön reden. Dafür mußt Du Dich auch nicht rechtfertigen oder entschuldigen! Und wer behauptet verziehen zu haben, ohne seine Wut zuvor heraus zu lassen, der hat es meiner Meinung nach nicht verziehen, sondern nur verdrängt. Und mittlerweile wissen wir ja. Verdrängt heißt nicht gleichzeitig auch vergessen.

„Verdrängt“ bedeutet: Wirken aus dem Unterbewußtsein!

Plötzlich wütend zu sein und nicht mehr zu wissen warum. Angeblich war es ja die berühmte „Zahnpastatube“, die schon wieder offen da liegt oder irgendeine andere Lapalie, die uns gerade ausflippen lies… Oder etwa doch nicht? Keine Ahnung, ich habe es schon zu gut versteckt. Hinter all den klugen Sprüchen und vernünftig, lieben Argumenten. Ich rede mir jetzt mal ein, daß es bestimmt die Zahnpastatube war, denn die bringt mich schließlich auch immer wieder auf die Palme. Tja so ist das, wenn man seine Wut nie heraus lassen durfte. Dann sucht man sich unbewußt eben andere Sündenböcke. Denn egal wie sehr wir das Faß auch füllen, irgendwann ist es voll und dann wird immer wieder etwas von der Wut heraus schwappen. Und wer unbewußt Gründe sucht, der findet! Der regt sich dann über die kleinsten Kleinigkeiten auf, ohne auf die Idee zu kommen, daß ihn eigentlich was ganz anderes aufregt. (Im übrigen gibt es bei uns das Zahnpastatubenproblem Gott sei Dank nicht. Aber es ist halt, das wohl bekannteste Beispiel, warum man sich, wegen unwichtigen Dingen streiten kann. Der Eine läßt sie immer offen da liegen und der Andere regt sich deshalb jeden Tag künstlich aufs Neue auf. Und das alles nur, weil man aus welchen Gründen auch immer nicht sagen kann, was einen wirklich stört. Vielleicht weil man es auch schon so gut verdrängt hat, daß man es selber gar nicht mehr weiß.)

Aber zurück zum heraus lassen. Du darfst und sollst auch Deine Wut fühlen und ihr Raum geben. Aber tue das für Dich. Mit Hilfe der Musik hast Du ein weiteres Werkzeug dazu in der Hand. Denn sie putscht Dich auf und das kannst Du ganz gezielt nutzen, indem Du Deine ganze Energie in Deine körperliche Bewegung gibst. So lange, bis Du merkst, daß Du Dich beruhigt hast. Ich habe versucht meine Wut weg zu meditieren. Das ging nicht, denn die Wut ist ein aktives Gefühl. Sie wünscht sich eine Aktion von Dir. Du kannst sie meiner Erfahrung nach auch nicht aussitzen. Zumindest stelle ich mir das äußerst frustrierend und sehr langwierig vor. Sondern sie nur los werden, indem Du sie erst einmal zuläßt und ihr dann Raum durch Bewegung gibst. Power Dich aus.

Damit tust Du im übrigen nicht nur Dir selbst einen großen Gefallen, sondern auch noch denen, die Deine schlechte Laune immer wieder mal abkriegen, obwohl sie oftmals gar nichts damit zu tun haben. Sie mögen sie vielleicht auslösen. Aber oftmals sind die Verursacher ganz Andere. Wie dem auch sei. „Sei wütend, so viel Du willst, aber mache das mit Dir aus. Selbst wenn der Andere es noch so verdient hätte. Aggression, die Du gegen einen Anderen richtest, läßt Dich nicht heilen, sondern erzeugt stattdessen wieder eine Gegenaggression. Das ist dann wie beim Ping Pongspiel. Und da willst Du doch nicht wirklich dran teil nehmen, oder?“

Bildertext:

Aggression,
die Du gegen einen Anderen richtest,
läßt Dich nicht heilen,
sondern erzeugt stattdessen
wieder eine Gegenaggression.

Das ist dann wie beim Ping Pongspiel.
Und da willst Du doch nicht
wirklich dran teil nehmen, oder?

© Emily-Star

5 Gedanken zu “Wege der Selbstheilung Teil 15

  1. Auch hier passt „der Geist ist willig …“, aber sobald es sich um meinen älteren Bruder dreht, ist alle Sachlichkeit, alle Gefasstheit im Eimer und ich flippe aus … alles an ihm bringt mich total auf die Palme. Hier und jetzt kann ich sogar darüber lachen, aber wenn ich ihm gegenüberstehe … ohje …

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    1. Die Situation in ähnlicher Form, kenne ich nur allzu gut und nicht ohne Grund, habe ich diese Methoden zum Dampf ablassen, für (ursprünglich nur) mich kreiert. 🙈😉

      Allerdings gebe ich zu, daß es mich, trotzdem noch oft, eiskalt erwischt. Öfter als mir lieb ist!!! Aber ich versuche immer wieder, anders zu reagieren. Und nur darauf kommt es schließlich an!

      Da es wohl nicht nur mir allein so ergeht, möchte ich nun jedem, diese Idee, zur Verfügung stellen, der sie gebrauchen kann. 😀

      Herzlichst Emily

      Gefällt 1 Person

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