Erinnern an das Gute im Menschen

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Ich erinnere mich gerade an ein Erlebnis vor 3 Jahren.

Wir waren in Kevelaer zum Adventsessen bei der Emmausbewegung eingeladen, die es sich zum Ziel gemacht hat, Menschen zu helfen, die am Ende sind. Ganz besonders den für unsere Gesellschaft sogenannten „hoffnungslosen Fällen“. Denn sie haben eines erkannt. Das niemand ein hoffungsloser Fall sein muß, wenn er es nicht selber bleiben will…

Ich war nun also gespannt darauf, wie es sein würde, auf genau die Menschen zu treffen, die auch mir vor ein paar Jahren ganz unbürokratisch aus einer großen Notlage geholfen hatten. Und das ohne mich wirklich zu kennen, oder irgendetwas als Gegenleistung von mir dafür zu erwarten. Ich hatte so viel schlechtes erlebt und Grausamkeit von den Menschen erfahren, daß es mich immer wieder zutiefst bewegte, wenn ich dann genau das Gegenteil erfahren durfte. Ich hatte mich dann auch mit Tränen in den Augen bedankt, als ich vor genau diesen Menschen stand, die mich einfach nur liebevoll anlächelten.

Das sind so Dinge, ich gebe es ja zu- die bei mir immer viel zu schnell in Vergessenheit geraten, wenn ich wegen schlechter Erlebnisse wieder total frustriert bin. Ich neige dann gern zur Verallgemeinerung, was aber so weder fair noch richtig von mir ist. Zudem mache ich es mir dadurch ja immer wieder selber schwer. Durch das „ALLES ist scheiße! ALLE sind schlecht usw.“ habe ich mir selbst schon so viel Lebensqualität und Freude weg genommen. Erschreckend!

Aber an dem Tag war ich so ergriffen, daß mir fast nonstop die Tränen runter liefen. Ich hatte Menschen vor mir, die mich ohne Vorurteile ansahen und denen es egal war, was ich alles in meinem Leben verbockt hatte. Die einfach nur warmherzig meine Hand hielten und voller Liebe mit mir redeten… das war so ein intensives Erlebnis, wie ich es auch heute kaum in Worte fassen kann. Und das will schon mal was heißen!

Diese kostbaren Augenblicke, wo ich auf Menschen treffe, die auch mal ganz unten waren. Zwar nicht auf die gleiche Art wie ich, doch das ist unwichtig. Sie waren unten, sind wieder aufgestanden und kämpften jetzt für und mit anderen. Das ist einfach nur ergreifend! Und es hat auch nicht nur damit zu tun, daß diese Menschen hier (wie ich selbst mittlerweile auch wieder) gläubige Christen sind, sondern vor allem mit Charakter. Es gibt so viele verschiedene Religionen und das ist auch völlig in Ordnung! Solange man mit seinem Glauben niemanden verletzt, kann und soll in meinen Augen ein jeder das glauben, was er will. Denn letzten Endes zählt doch nur: Die Liebe und wie ich sie durch meine Handlung ausdrücke!

Ich weiß noch immer nicht, wohin der Weg meines Herzens mich führen wird, aber ich folge ihm weiter…

Und so war er heute zum ersten Mal nach langer Zeit wieder da. In einem Augenblick der absoluten Stille, ein kleiner Hauch des inneren Friedens. Eine Erinnerung an ihn. Er hat mir kurz zugewunken und ich mußte mit einem Mal lächeln. Unter all den Tränen der Ratlosigkeit kam bei dieser schönen Erinnerung heute wieder eines in mein Herz um Hallo zu sagen und das ist:

Die Hoffung!

Ganz so, wie ich es in der Geschichte mit den 4 Kerzen beschrieb. So habe ich es auch für mich selbst erleben dürfen und das wünsche ich Dir ebenfalls. Das Du die Hoffung in Deinem Herzen nie verlierst und falls doch, sie wieder finden kannst. Dieses eine kleine Licht, das tief in Deinem Herzen brennen und nie mehr verlöschen soll!

6 Kommentare zu „Erinnern an das Gute im Menschen

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  1. Liebe Emily, das ist genau das, was wir so ziemlich als einziges ändern können, uns und unsere Einstellung zu Welt und Menschheit. Aber erst einmal zu uns selbst. Wenn wir Frieden mit uns selbst gemacht haben, können wir auch Frieden mit der Welt machen. Aber das weisst du ja, du hast es ja auf deinem Pilgerpfad mehrfach erfahren … ❤

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