Wenn es millionen Gründe aufzugeben gäbe und nur einen einzigen, weiter zu machen, welcher wäre das für Dich?

Nun neigt sich, schon wieder ein Jahr, dem Ende zu. Nach einer inneren Rückschau auf genau dieses, fiel mir anschließend wieder ein Experiment ein, was ich im Jahr zuvor, gemacht hatte.

Es gibt eine App, mit der man eine virtuelle Flaschenpost, in alle Länder dieser Welt verschicken kann. Wer diese bekommt, kann man nicht beeinflussen und ob der Empfänger sie dann auch beantworten will, bestimmt er für sich. So fragte ich also in englisch, was für den „Flaschenpostfinder“ das Wichtigste in seinem Leben sei. Was ihm gerade in schlechten Zeiten, Kraft und Stärke zum weiter machen gibt. Ausschlag gebend für diese Idee, war das Lied von Lady Gaga „million reasons“, was ich in einem Anflug von Kreativität, auf einer Karaokeplattform, gecovert hatte.

In diesem geht es eigentlich um eine zerrüttete Beziehung, wo sie nach einem Grund sucht, diese trotzdem nicht aufzugeben. Selbst Gott, fleht sie darum an, ihr einen Weg zu zeigen. Die Gefühle und Fronten sind bereits verhärtet (darauf weist die Liedzeile, mit dem verhärteten Leder=Haut hin). Aber trotzdem ist noch etwas in ihr, was weiter kämpfen und nicht aufgeben will und genau danach sucht sie jetzt.

Ich dachte mir, dieses Lied kann man eigentlich auch, generell auf schwere Zeiten im Leben anwenden, die jeder von uns kennt. Zeiten, wo man am liebsten alles hin schmeißen und aufgeben würde. In diesen Zeiten, ist es dann extrem wichtig, etwas oder jemanden zu haben, der einen zum weiter kämpfen motiviert. Es hat mich interessiert, was das für andere Menschen ist und zwar unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion. Ein paar haben mir auch tatsächlich darauf geantwortet. Die meisten Antworten, bezogen sich interessanterweise, fast ausschließlich auf Familie und der Glaube an Gott. Ich habe hier, falls Dich das interessiert, mal einige der original Antworten als Screenshot mit eingefügt. Am allermeisten bewegt hat mich die Antwort einer jungen Mutter, daß ihr 4 jähriger, totkranker Sohn, ihr ganzer Lebensinhalt ist und sie niemals aufgeben wird. Auch, wenn sie ihn eines Tages mal verlieren sollte und sie nicht weiß, wie lange, er noch zu leben hat. Das hat mich wirklich berührt!

Und natürlich interessiert mich auch Deine Antwort. Wenn Du möchstest, kannst Du mir in den Kommentaren schreiben, was für Dich das Wichtigste im Leben ist… was Dich in schlechten Zeiten stützt, wieder aufbaut und motiviert….

Und zum Abschluß ist hier noch, meine sinngemäße Übersetzung des Liedes:

Millionen Gründe von Lady Gaga

Du gibst mir eine Millionen Gründe, dich gehen zu lassen
Du gibst mir eine Millionen Gründe, diese Farce zu beenden
Du gibst mir eine Millionen Gründe, über eine Millionen Gründe

(Selbst) Wenn ich eine Autobahn hätte (die schnell und einfach von dieser Beziehung weg führt), würde ich mir trotzdem die Mühe machen und in die Berge rennen (wenn das die Beziehung retten würde)
Wenn du einen begehbaren Weg finden könntest, könnte ich mich endlich wieder beruhigen.
Du gibst mir eine Millionen Gründe, über eine Millionen Gründe

Ich verneige mich zum beten
Ich versuche, das Schlimmste besser erscheinen zu lassen
Gott, zeig mir einen Weg,
Um durch seinen harten Schutzpanzer (im Text als sein getragenes oder gehärtetes Leder bezeichnet) , zu ihm durchzudringen

Ich habe einhundert Millionen Gründe, zu gehen
Aber Schatz, ich brauche nur einen guten, um zu bleiben

Mein Kopf steckt in einem Zyklus, ich schaue weg und starre
Es ist als hätte ich, bei vollem Bewußtsein, aufgehört zu atmen
Denn du gibst mir eine Millionen Gründe, über eine Millionen Gründe

Und wenn du etwas sagst, was du auch so meinen könntest
Ist es schwer zu begreifen, welche Teile ich überhaupt glauben kann
Denn du gibst mir eine Millionen Gründe, über eine Millionen Gründe

Oh baby, mein Herz blutet, blutet ey..
Kannst du mir nicht geben was ich brauche, brauche?
Jeder Herzensbruch macht es schwer, weiterhin an uns zu glauben
Aber Schatz, ich brauche nur einen guten Grund, um zu bleiben
Sag mir, dass du der Gute, der gute Grund sein wirst

44 Kommentare zu „Wenn es millionen Gründe aufzugeben gäbe und nur einen einzigen, weiter zu machen, welcher wäre das für Dich?

Gib deinen ab

  1. Hallo Emily,
    ein ganz tiefer etwas unbewusster innerer Hoffnungsstrahl bei mir ist das Wissen, der Glauben, die Freude an der persönlichen Freiheit, Dinge der Welt zu versuchen und dabei auf weitere zu stoßen. Besonders die Musik, die mit ihrer Form die Geschlossenheit lehrt. Es gibt ein Intro und soviel das bis zu Finale gespielt werden kann. Von anderen Musikern und Instrumenten an verschieden Orten und Anläßen.
    Ja, das ist jetzt im Augenblick mein erkundeten Grund.
    Take care and staye tuned.
    Grüße und Dank für Deine phantasievollen Gedanken.

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  2. Geliebte Emily,

    mit dem Kämpfen, ist es aus meiner Sicht genauso, wie mit dem Stehlen. Wenn etwas nicht bleiben will, oder man an bestimmte Dinge einfach nicht herankommt, dann beinhalten sie einfach nicht das Glück, die Sicherheit oder Freude, die man darin vermutet. Insbesondere, wenn man das Kämpfen beendet, fallen einem dann ganz andere Sachen ohne Anstrengung zu, die man aufgrund, der durch den Kampf eingeschränkten Sicht zuvor, gar nicht wahrnehmen konnte. Manchmal bringt sogar das Aufgeben, genau jenen Frieden mit sich, den man im vermeintlichen Sieg erhoffte. Dann gibt es auch noch dieses schöne Sprichwort, dass man nie tiefer fallen kann, als in Gottes Hand. Und ich fühle, dass wir beide wissen, wie wahr diese Gedanken sind.

    Ich wünsche dir ein freudvolles Jahr 2020, in dem die Wunder in deinem Leben Schlange stehen und das sanft stillende Lächeln ein Stammgast in deinem Gesicht ist. Möge das Licht in deinem Dasein sich derart mehren, dass du jeden Gedanken an aufgeben oder kämpfen für immer vergisst.

    Segensreiche Grüße

    Luxus

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke für Deine Wünsche. Auch ich wünsche Dir ein segensreiches Jahr.

      Was Deine Gedankengänge zum Beitrag angeht, weiß ich natürlich, was Du meinst. Allerdings, ging es mir hier in diesem Beitrag und der Frage, um etwas völlig anderes.

      Mich interessiert, was das Wichtigste im Leben eines jeden Lesers ist, der Lust hat, mir auf diese Frage zu antworten. Was ihn ganz persönlich wieder aufrichtet und die innere Kraft in schlechten Zeiten gibt. 😉

      Herzlichst Emily

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      1. Geliebte Emily,

        dann nehme ich mal einen zweiten Anlauf, und danke freudvoll für die Klarstellung deiner ursprünglichen Frage, deren Antwort mir wiederum – ein Licht gab.

        Das Wichtigste in meinem Leben ist wohl das Erkennen der Wahrheit, und zwar in jeder Situation, die mich bedrückt oder beunruhigt, und genau diese Erkenntnis – richtet mich dann wieder auf, da mir die Wahrheit stets einen ganz anderen Sachverhalt offenbart, als ich zuvor im Dinge für wahr annahm.

        Liebevolle Grüße * Luxus

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  3. Hallo Emily,
    so eine schöne Frage. Danke fürs Stellen. Für mich wären
    die immer wieder kehrenden Momente der herzberührenden Verbundenheit, der Grund fürs weiter machen.
    Ich möchte diese Momente mich an einen Menschen binden.
    Herzliche Grüße Susanne

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  4. Tolles Lied, tolle Stimme, Kompliment!

    Mein Zu-mir-komm-Ort sind die Berge, die Welt samt schwerer Gedanken unter mir und dem Himmel ganz nah, wo viele meiner Lieben sind. Das hab ich mal für meinen Lieblingsberg geschrieben 🙂

    Liebeserklärung an meinen Berg

    Wenn ich Deinen Atem spüre,
    wenn Du Dein Geheimnis teilst,
    öffnest, Deiner Seele Türe,
    und Du meinen Trübsinn heilst,
    wenn ich fühl, ich bin zu Hause,
    wenn ich nah am Himmel bin,
    hat der Alltag Sendepause,
    und mein Leben einen Sinn.

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  5. Ein frohes neues Jahr, tja ich war kurz davor aufzugeben, nachdem Tod meines Partners. Habe mich nach dem Sinn gefragt, ihn nicht gefunden. Habe weiter gemacht, weil ich zu feige war den Schlussstrich zu ziehen. Weil in mir vielleicht (konnte ich lange nicht erkennen) dich noch ein Fünkchen Hoffnung war. Mein einer Grund ist, wenn ich mich aufgebe, kann ich seine Stimme in die Welt nicht mehr hinaustragen, dann ist sie endgültig verstummt. So lange ich aber lebe, lebt er weiter. Das ist mein Trost, mein einziger Grund.
    Die Art, wie du dich zeigst, ist übrigens wunderschön.

    Gefällt 3 Personen

    1. Vielen Dank, liebe Sandra 🤗

      Zum einen, für Dein Kompliment und zum anderen, für Deine Offenheit. Ich finde es sehr bewundernswert, wie Du kämpfst. Einen Menschen zu verlieren, an dem das Herz und die Seele hängt… der einem einfach alles bedeutet… Das ist so unbeschreiblich grausam, daß ich nur schwer, Worte dafür finde. Es zerreißt einen. Ich kenne das in ähnlicher Form und der Schmerz ging jahrelang nicht weg. Ich habe in der ersten Zeit oft versucht, diesem Menschen in den Tod zu folgen, weil ich es einfach nicht ertragen habe, ohne ihn hier zu sein. Deshalb ist es für mich, umso bewundernswerter, wie tapfer Du weiter kämpfst und ich bitte Dich, nie damit aufzuhören 🤗

      Magst Du mir von der Botschaft erzählen? Von der Stimme und was sie zu sagen hat/te? Du hast mich sehr neugierig gemacht. (Mußt Du aber auch nicht. Hier muß oder soll niemand irgendwas. Alles ist ein kann und möchte.)

      Herzlichst Emily

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      1. Hallo Emily,

        mitzusterben wäre das einfachste, aber es ist nicht so leicht umzusetzen. Auch wenn auf der Welt alles nur noch wenig Sinn hat, irgendwie hängt man am Leben oder das Leben an einem 😔.
        Es ist schwer, wieder einen neuen Sinn zu suchen. Ich hatte alles, was ich zum Leben brauchte, ich hatte, was mich glücklich macht. Andere Menschen, versuchen zu trösten, haben es nur selten geschafft. Wie auch, welchen Trost soll es dafür auch geben?
        Dankbarkeit, für die Zeit die wir hatten, da bekomme ich immer noch Wut. Ich kann nicht dankbar sein, dass das Liebste, was ich hatte weg ist. Er hat immer zu mir gesagt, wenn ich tot bin, dann achte auf die Sonne und was soll ich sagen, sie war verdammt oft da nach seinem Tod. Vielleicht ist es dumm, sich an sowas festzuhalten, aber mir hilft es etwas zu glauben, dass er nicht ganz weg ist. Die Sonne streichelt meine Seele, so wie er es auch immer getan hat. Sie gibt mir Hoffnung, Wärme, verscheucht dunkle Gedanken. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Sonst wüssten wir die Besonderheiten des jeweiligen Zustandes nicht zu schätzen. So wie der Tod und das Leben. Für ihn war er ein Segen, er konnte nicht mehr. Er wollte ihn nicht, aber als er da war, war er ihm willkommen. Er war mein Wegbegleiter für 6 Jahre, diese Zeit hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Emily, meine Botschaft ist, wenn ich nicht lebe, war unsere Liebe umsonst.

        Ich verstehe nur zu gut deinen erlebten Schmerz. Wie hast du es denn geschafft, weiter zu machen?

        Liebe Grüße Sandra

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        1. Es ist nicht dumm, Dich daran fest zu halten. Laß Dir bloß nichts von Menschen einreden, die Dein Leid nicht kennen. Ich habe eine starke Abneigung gegen Personen, die mir sagen wollen, was ich zu fühlen habe. Ich fühle mich, wie ich mich fühle. PUNKT! Und Du hast das gleiche Recht, was Du Dir von niemandem streitig machen solltest. Tiefe Gefühle, brauchen Zeit. Die war es bei mir auch. Ich habe über 20 Jahre gebraucht, um loslassen zu können. Die Erinnerung verblaßt langsam. Es ist jetzt nach 27 Jahren, immer schwieriger für mich geworden, mich noch zu erinnern. Fotos gabs damals kaum welche. Das Grab ist auch schon weg. Aber es war nur ein Grab. Die Seele, ist längst fort und das ist auch richtig so. Wir werden uns wieder sehen. Irgendwann. Doch bis dahin, muß ich mein Leben, leben. Bzw. möchte ich das. Das Wort muß, versuche ich zu vermeiden. Auch mir selbst gegenüber. Aber manchmal, kommt es doch noch raus. Ich möchte also leben. Das habe ich bisher, kaum getan. Eher nur existiert. Ich weiß ganz genau, was ich will. Nur noch nicht, wie ich das erreichen kann.

          Herzlichst Emily

          Gefällt 2 Personen

          1. Guten Morgen Emily,
            mit dem wie ich es erreichen kann, hatte ich auch meine Probleme und habe sie noch. Es ist ja eher so eine Art Experiment, ungewissen Ausganges. Aus dem Leben scheiden ist ja nicht so einfach, also bleibt nur Leben, bis einem selbst das Licht ausgeht.
            Existieren trifft es gut, mehr ist es tatsächlich nicht.
            Mein Versuch ist, ich nehme einen Mann, von dem ich weißt, er hat mich all die Jahre geliebt, war immer an deiner Seite. Hat jede Trennung hingenommen und ist trotzdem immer fair geblieben. Und nun schenke ihm die Liebe zu der ich noch fähig bist. Es fühlt sich komisch an. Aber wenn es jemand verdient hat, dass ich an seiner Seite bin und er an meiner, dann er. Etwas ähnliches ,wie meinen verstorbenen Partner werde ich nicht wieder finden.
            Aber ich kann versuchen, durch die Konzentration auf einen anderen Menschen, Trost zu finden.
            Ich bin nie gut gewesen im Alleinsein und mein Mann weiß von alldem, er weiß, was ich denke und fühle. Und er akzeptiert es. Und ich hoffe, dass ich mit soviel Verständnis, eines Tages, wieder so etwas wie Liebe empfinden kann. Für ihn und für mich.
            Und was du sagst, zu Menschen, die nicht wissen wie sie den Gefühlen Trauernder gegenüberstehen sollen, stehe ich voll bei dir. Natürlich hat niemand das Recht, mir, dir, irgendjemandem sein Fühlen vorzugeben und trotzdem passiert es immer wieder. Ich glaube, dass es Unwissenheit und Angst ist, die Menschen dazu verleiten so zu sein. Denn würden sie tatsächlich auf meine Traurigkeit eingehen, müssten sie sich mit ihrer eigenen Sterblichkeit auseinander setzen, mit dem Sterben ihrer Liebsten. Das macht man nicht freiwillig. Wirklichen Trost erfährt man nur von Gleichgesinnten. In diesem Sinne, vielen Dank für die Einblicke in dein Leben und deine tröstenden und aufmunternden Worte.

            Grüße Sandra

            Gefällt 2 Personen

          2. Liebe Sandra,

            dann wünsche ich Dir, daß Du die Liebe in all ihren schönen Facetten, wieder entdecken kannst. Ich denke, daß das von Deinem Unterbewußtsein ein Schutzmechanismus ist, aus Angst heraus, wieder einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich kenne diese Ängste, nämlich nur zu gut. Auch das mit dem nicht allein sein können/wollen ist mir nicht unbekannt.

            Für eine richtige Beziehung fühle ich mich heute, nicht mehr bereit. Ich kann und will die dafür erforderliche Tiefe, insbesondere auch Sexualität, nicht mehr geben! Niemanden! Bin aber froh, wenigstens auf freundschaftlicher Basis, die auch sehr tief ist, nur eben auf eine andere Art, überhaupt noch eine zwischenmenschliche „Beziehung“ pflegen zu können. Besonders, da ich dazu neige, mich immer wieder, zurück zu ziehen und einzuigeln. Durch die intensive freundschaftliche Bindung, erspare ich mir künftige partnerschaftliche Beziehungen, die auf irgendeine Art im Desaster enden könnten.

            Ich kann und will, das einfach nicht mehr geben. Aber das hat bei mir, noch ganz andere Gründe und leider, wurde mir das erst sehr spät bewußt. Dennoch haben wir es geschafft, die einstige Liebesbeziehung erfolgreich, auf eine andere Ebene zu setzen. Ein absolutes Wunder.

            Herzlichst Emily

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          3. Guten Morgen Emily,

            ich habe den Text nun wieder und wieder gelesen. Zum einen, sage ich Danke für die Hoffnung die du aussprichtst, obwohl sie mir manchmal fehlt. Ich weiß nicht, ob ich bzgl. der Beziehung die ich führe, das Richtige tue. Ich zweifle häufig, auch wenn ich andersrum hoffe, das alles gut wird.
            Zum anderen, spricht das was du lebst meine tiefe Angst an, vielleicht auch nicht mehr für weitere Liebesbeziehungen geschaffen zu sein. Das mit dem Tod meines Freundes halt, etwas abhanden gekommen ist. Etwas, das aber wichtig ist um lieben zu können. Sexualität ist eine Sache davon, sie hat einfach nur noch wenig Priorität und trotzdem lebe ich sie, weil sie zu einer Beziehung gehört. Aber so ist Sex nicht das, was es einmal war. Zum anderen ist es dein beschriebene Tiefe, ich will sie ja geben, aber ich merke an mir, dass ich gar nicht offen bin.
            Auf ein Desaster warte ich auch, manchmal. Und dann wiederum ist dann da Hoffnung, dass es doch etwas wird.
            Ich finde es spannend zu hören, was bei dir passiert ist. Es ist gut zu wissen, dass diese „komischen“ Gedanken und Gefühle auch andere habe. Es erleichtert mich ein wenig und trotzdem macht es mich traurig.
            Ich finde super, dass ihr eure Beziehung zu euren/deinen Gunsten verändern konntet und trotzdem ist da ein ungutes Gefühl dabei. Verstehe das bitte nicht falsch, das Gefühl betrifft mich, ich kritisiere nicht dein Lebensmodell.
            Da steckt glaube ich die Angst dahinter, nicht mehr Liebe geben zu können, als jetzt da ist.

            Liebe Grüße
            Adele

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          4. Ich verstehe Deine Sorgen und Ängste gut, aber vielleicht kann ich Dich dahingehend beruhigen, daß ich zusätzlich zum Verlust, noch ganz andere Erfahrungen gemacht habe, die zu meinem jetzigen Zustand geführt und die ihre tiefen Spuren hinterlassen haben. Die Menschen, die ich durch den Tod verlor, waren meine Großeltern und von diesen besonders mein Opa. Ich habe sie als meine Eltern betrachtet, da diese als einzige, mir Liebe entgegen brachten. Meine Kindheit war extrem schlimm und genau deshalb habe ich mich an ihnen so fest gehalten. Dann starben sie, einer nach dem anderen und das im selben Jahr. Parallel dazu, nahm die Gewalt Zuhause, durch meine Stiefmutter dramatisch zu. Es verging kaum ein Tag, wo sie mich nicht misshandelte. Seelisch, emotional und auch körperlich. Mein Vater war immer arbeiten, hat das also nicht mit bekommen. Das alles habe ich einfach nicht verkraftet. Besonders, weil mein Leben immer schlimmer wurde. Ich kam schließlich ins Kinderheim, dann in die Kinderpsychiatrie (da kommt man hin, wenn man versucht hat, sich das Leben zu nehmen). Irgendwann kam ich auf die falsche Bahn und verkaufte meinen Körper. Das war zwar nur eine kurze Zeit, hat aber gereicht, meine Sexualität bis zum heutigen Tage, zu zerstören. Das alles hat sich summiert. Es war ein unglaublicher Sumpf, aus dem ich mich ganz alleine, wieder heraus gezogen habe.

            Heute habe ich trotz allem, immer wieder depressive Schübe (OHNE Manie). Also eine „normale Depression“, NICHT bipolar und auch NICHT Boderline. Diese depressiven Episoden, haben mit den Jahren, erschreckend an Intensität zugenommen. Ich komme zwar wieder heraus, habe aber manchmal Angst, eines Tages doch, den Kampf dagegen, zu verlieren.

            Aber noch treibt mich die Hoffnung und seit dem Jakobsweg, meine tiefe Verbundenheit, mit Gott an. Sie bringen mich dazu, jeden Tag wieder aufzustehen und weiter zu kämpfen. Denn ein seelischer Kampf ist es oft und daher kommen auch meine ganzen Selbsthilfebeiträge. Sie entstammen meinen Versuchen mit meiner Vergangenheit, aber auch meiner seelischen Erkrankung, eben der Depression, die in Schüben kommt, umzugehen. Mich da wieder heraus zu ziehen und das versuche ich an andere weiter zu geben, in der Hoffung, daß es auch ihnen hilft.

            Du siehst also, ich habe so viel mit mir zu tun, daß da auch kein Raum, für eine Liebesbeziehung ist. Bzw. ich keinen Raum mehr geben will! Das ist ehrlicher.

            Ich habe mich früher aus Angst vorm Alleinesein, in ungute Beziehungen gestürzt. Das war sehr fatal und hat ebenfalls, seine Spuren, in mir hinterlassen. Ich möchte Männern nur noch freundschaftlich begegnen, nichts weiter! Sexualität vermisse ich überhaupt nicht. Ich habe jahrelang versucht, geistig daran zu arbeiten und jetzt keine Lust mehr dazu. Sie ist kaputt und war meistens nur eine „beziehungserhaltende Verpflichtung“. Ich war im Kopf nie frei. Zu viele schlechte Erinnerungen, Nähe nicht aushalten können und Langeweile, mischten sich da mit hinein. Mittlerweile, habe ich fast schon, eine richtig gehende Aversion dagegen. Ich bin unendlich froh, meine Ruhe davor zu haben! Ich weiß, daß das sich nicht gesund anhört. Ist es auch nicht. Aber ich bin es so müde geworden, habe zu viele andere Baustellen und will einfach nur noch, meine Ruhe.

            Ich hoffe, ich konnte Dich, bezüglich Deiner Sorgen, ein bißchen beruhigen. Du siehst also, daß bei mir noch viel mehr dahinter steckt, als der Verlust.

            Herzlichst Emily

            Ps: Wie möchtest Du lieber genannt werden, Sandra oder Adele? Da war ich etwas verunsichert.

            Gefällt 1 Person

  6. Liebe Emily, zum Neuen Jahr, wünsche ich Dir, von Herzen alles erdenklich Gute. Der „Tiefen-Grund“ hat mich ungefragt in die Welt gestellt, von meinem Da, wird Sie/Er mich, wenn mein Zeit gekommen ist, zurücknehmen. Im Hier und Jetzt, gibt es mir, das „Bessere“ im tun und lassen, zu erhoffen. lg Hans

    Gefällt 2 Personen

  7. Servus Emily,
    zuerst möchte ich mich für die Frage bedanken.

    Um meine Antwort so kurz und so verständlich wie möglich zu fassen, habe ich jetzt ein bisschen Zeit mit mir selbst verbringen müssen. Und das war gut so. Es hat mein Leben wieder etwas aus der Selbstverständlich herausgeholt.

    Mein Grund nicht aufzugeben ist die Liebe.

    Klingt etwas pathetisch. Aber es ist für mich das einzige was ewig währt und ich würde die verraten die mir ihre Liebe geschenkt haben.

    Tigrito

    Gefällt 3 Personen

    1. Servus Emily,
      ein schönes Lied. Ich habe es nicht gekannt. Somit verbinde ich es jetzt mit Dir. Es ist wirklich schön gesungen von Dir.
      Es braucht nach meiner Meinung keine Millionen Gründe aufzugeben. Ein Grund zu bleiben reicht.

      Gefällt 2 Personen

    1. Danke für Deine ehrliche Antwort auf meine Frage, liebe Birgit. Ihr Zwei, seht auch wirklich sehr süß zusammen aus. Ich habe mir auf youtube, ein paar Videos von Euch angesehen. Ihr harmoniert auch musikalisch sehr gut. 🤗 Ich hoffe, daß Ihr Beide noch sehr viel Zeit miteinander haben werdet! 💝 Herzlichst, Emily

      Gefällt 1 Person

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