Wege der Selbstheilung Teil 19

neues Licht © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben,weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 2

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell, auch wenn ich den Brief heute, noch genauso unterschreiben würde!

Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Player:

Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Ich lege die Hände auf mein Herz, spüre die Traurigkeit und schließe meine Augen. Was genau tut mir eigentlich so weh? Ich habe Menschen, die mich wirklich lieben und respektieren. Ich habe einen wunderbaren Partner, der mir so viel Kraft gibt und mich mittlerweile so gut kennt, daß er sehr oft, ganz instinktiv die genau richtigen Worte findet. Worte die mich trösten, oder beruhigen. Ich wohne in einem so tollen Haus, habe materiell gesehen alles, was ich mir wünschen kann und bin wirklich sehr dankbar für das, was da ist. Ich sollte der glücklichste Mensch, auf Erden sein. Und doch kommt in letzter Zeit, immer mehr von dieser tiefen Traurigkeit, die mich schwerer atmen läßt, weil sie so schwer auf meiner Seele lastet. Es wird immer öfter so dunkel, so trostlos, so freudlos in mir drin. Alles was ich bisher erreicht habe, die Freude darüber, wird schwächer.

Lieber Papa,

Du hast immer gesagt, man muß Vergangenes ruhen lassen und im hier und jetzt leben. Du hast so vieles zu mir gesagt und manchmal wünschte ich fast ein bißchen, es wäre nur schlechtes dabei gewesen. Denn dann würde ich Dich jetzt nicht so verdammt vermissen. Du hast mehrere Seiten, wie wir alle. Zwei davon sind besonders extreme Gegensätze. Gegensätze, die ich nie ganz verstanden habe. Eben weil sie so gegensätzlich sind. Ich habe Dich als einen Menschen wahr genommen, der sehr angsteinflößend, verletzend und zerstörerisch sein kann. Dazu noch kalt wie Eis. In den Momenten wo Du Dich so präsentiert hast, hatte ich große Angst vor Dir, weil ich nie wußte, wo Deine Grenze ist und ob Du dann überhaut noch eine wahr nehmen kannst. Es gab so viele Situationen, wo ich voller Furcht darauf wartete, was als nächstes geschieht. Ja, und dann gibt es diese zweite Seite. Das absolute Gegenteil. Die, wo Du so viel Liebe geschenkt hast. Wo wir herum alberten und Du mir das Gefühl gabst, etwas besonderes zu sein und das es nichts gäbe, was Du nicht für mich tätest, insofern es in Deiner Macht liegt. Diese zwei Gegensätze kriege ich nicht in einer Person untergebracht. Wärest Du ein fremder Mensch, dann würde ich mir darüber nicht den Kopf zermartern. Aber das bist Du nicht. Du bist seit meiner Geburt, immer ein Teil meines Lebens gewesen. Auch wenn ich Dich in meiner Kinderzeit sehr selten zu Gesicht bekam. Ich war mir nie ganz sicher, ob Du mich nun liebst oder haßt. Man sagt ja, daß diese beiden Gefühle nah beieinander liegen, sie irgendwie miteinander zu tun haben. Das fällt mir jedoch, obwohl ich es von klein auf nicht anders kennen gelernt habe, bis heute schwer zu glauben.

Deine Kindheit, hatte sehr viel Ähnlichkeit mit meiner und manchmal kommt mir der Gedanke, ob das wohl der Grund dafür ist, warum Du so geworden bist, wie Du bist. Manchmal entdecke ich auch an mir Eigenschaften, die Deinen ähneln. Diese Stimmungsschwankungen, von einer Sekunde zur nächsten, scheinbar ohne einen ersichtlichen Grund. Und ebenfalls die plötzlich aufkommende Wut, ist mir nicht fremd! Genauso aber auch die Liebe, die ich manchmal fast überschäumend empfinde. Diese gefühlsmäßigen Wechselbäder. Ich glaube wir sind uns viel ähnlicher, als wir uns das Beide eingestehen wollen. Und ich glaube außerdem, daß wir BEIDE nicht die negativen Eigenschaften unsere Väter, übernehmen wollten . Dieser innere Zerissenheit, zwischen Wut und Liebe, so ausgeliefert.

Auch Du hast sowohl in Liebe, als auch in Wut und Enttäuschung, von Deinem Vater gesprochen. In der einen Phase hast ihn so vermißt und der nächsten, warst Du (zu Recht) so unglaublich wütend auf ihn. Es tut mir leid, daß Du diese liebevolle Seite von Deinem Vater nie so erleben durftest, wie ich. Und ich weiß, daß er an mir versucht hat wieder gut zu machen, was er in Dir zerstörte. Ich weiß um all diese Dinge und liebe ihn dennoch. So wie ich auch Dich nie aufgehört habe zu lieben. Ihr beide seid nun nicht mehr greifbar für mich, fort aus meinem Leben und doch sind die Spuren von Euch, in meinem Herzen geblieben. Sind Eure Bilder, bis heute, unvergessen und wie eingebrannt…

Bis zum nächsten Brief,

Emily

Ich habe mir nun Zeit genommen, eine halbe Stunde wirklich nichts anderes zu tun, als diesen Schmerz zu spüren. Mir ging, während ich da so lag, so viel durch den Kopf. Ich fragte mich, ob das wirklich stimmt, daß er auch in diesem Fall irgendwann weniger wird. Ob ich eines Tages, besser mit all dem leben kann. Ob ich vielleicht sogar eine gewisse innere Freiheit erreichen werde? Ob es eigentlich klug ist, diese Arbeit jetzt schon zu beschreiben, wo ich doch noch gar nicht weiß, ob alles gut aus geht und es hilft. Aber dann sagte ich mir, daß ich nicht über andere Themen schreiben kann, wenn dieses jetzt gerade so präsent ist. Sich so in den Vordergrund drängt. Und anderen geht es bestimmt auch so. Bei ihnen ist es vielleicht jemand anders, als ein Elternteil wie bei mir. Vielleicht ein Partner, der einen nicht mehr will, oder der einem einfach nicht gut tut. Den man zwar irgendwie liebt, aber auch weiß, daß es einfach besser wäre, denjenigen loszulassen. Man kann vieles erreichen, gemeinsam. Aber wenn der Andere nicht will, dann ist es manchmal einfach besser zu gehen.

Nachdem die halbe Stunde um war, merkte ich erst mal, wie schwer das ist, jetzt wieder umzuschwenken. Mich dem Haushalt und den alltäglichen Aufgaben zu widmen. In mir drin habe ich das Bedürftnis diese halbe Stunde zu verlängern. Doch das geht nicht. Es gibt ja auch noch andere Verpflichtungen und vielleicht ist das sogar ganz gut so. Früher habe ich mir für meine Selbstheilung viele Wochen Zeit genommen. Heute geht das nicht mehr ganz so leicht. Aber auch in diesem Punkt, wird es vielen anderen so zu gehen. Das reale Leben ist halt auch noch da. Nun, dann werde ich jetzt einmal schauen, wie ich das am besten in Einklang bekomme. Wie ich es schaffe, diesen Schmerz, bis zur nächsten halben Stunde so weit in den Griff zu kriegen, daß mir das Alltagsleben wieder von der Hand geht. Vielleicht liegt auch genau darin der Schlüssel. Jetzt einfach wieder etwas ganz normales und alltägliches zu tun. Ich werde es heraus finden.

7 Gedanken zu “Wege der Selbstheilung Teil 19

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.