Wege der Selbstheilung Teil 21

Achte mal ganz genau darauf, wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast, ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ von ihm einfallen und welche das sind! Oftmals handelt es sich dabei um Themen, von denen Du dachtest, daß Du sie vergessen und vergeben hättest. Aber das hast Du leider nicht! Denn sonst würde es Dir ja jetzt nicht sofort wieder einfallen und Dich immer noch wütend machen, oder? © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben, weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 4

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell! Den Kontakt zu meiner Mom, habe ich vor ein paar Jahren abgebrochen! Die gute Beziehung war reines Wunschdenken meinerseits. Als ich das endlich auch mal erkannt hatte, zog ich die Reißleine. Dazu mehr, zu einem anderen Zeitpunkt! Trotzdem habe ich ihr vergeben! Nicht ihr zuliebe, sondern mir zuliebe!

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Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Am nächsten Tag, bin ich wütend und je mehr ich, über all die Erkenntnisse von Gestern nachdenke, umso wütender werde ich. Das erinnert mich, ja schon fast ein bißchen, an die sechs Liebeskummerphasen, die man durchläuftt.

Phase 1: nicht wahr haben wollen

Phase 2: Trauer

Phase 3: zurück haben wollen

Phase 4: Wut

Phase 5: Trauer

Phase 6: Akzeptanz

Ja wenn das in meinem Fall auch so wäre, dann könnte ich ja sehr zufrieden sein. Da ich wüßte, es kommt ja eh nur noch Phase 5 und danach, bin ich mit Phase 6, dann auch endlich frei. Aber auch, wenn dieser innere Prozeß, ein bißchen meinem ähnelt, so ist er leider nicht ganz dasselbe. Denn diese Phasen, habe ich immer wieder, von neuem erlebt und der kurzzeitigen Akzeptanz, folgte irgendwann dann doch wieder die, des nicht wahr haben wollens. Vielleicht bin ich da, auch einfach nur besonders schwer, von Begriff. Jedem anderen, würde ich wahrscheinlich raten, sich endlich frei zu machen und den Menschen los zu lassen. Doch mittlerweile, weiß ich aber auch, daß das zwar leicht gesagt ist, aber in der Umsetzung verdammt schwierig. Wir sind, wie ich ja schon oft erwähnte, nun mal keine Computer, wo man Programme dann einfach deinstalliert oder Bilder löscht, wenn sie einem nicht mehr gefallen. Meiner ersten großen Liebe bin ich auch, jahrelang hinter her gelaufen, wie so ein kleines dummes Huhn. Es ist schon erschreckend, wenn ich mir das jetzt in Erinnerung rufe. Wie sehr ich mich doch da, immer wieder, zum Affen gemacht habe.

Aber leider, habe ich mich nicht nur dort, sondern generell schon immer sehr schwer damit getan, Menschen aus meinem Herzen zu entlassen, wenn sie erst einmal einen Platz darin gefunden haben. Mich von jemanden zu entlieben, oder aber mich emotional zu distanzieren, ist jedes Mal ein langer Prozeß. Man kann das Treue oder Dummheit schimpfen, je nachdem. Im Fall von meiner Mom war es gut so. Denn diese Liebe, die auch bei ihr nie aufhörte, hat mir die Kraft gegeben an unserer Beziehung zu arbeiten und wirklich verzeihen zu können. Und das, sage ich jetzt auch nicht einfach nur so, sondern es entspricht wirklich den Tatsachen. Irgendwann kam der Tag, da hatte ich ihr vergeben und empfand keinen Groll mehr. Nur noch Liebe. Auch wenn wir heute mal eine kleine Meinungsverschiedenheit haben, kehrt währenddessen, weder der alte Groll zurück, noch ändert das irgendwas an meinen Gefühlen, für sie. Und daran sehe ich, daß es wirklich vergeben ist. Achte mal ganz genau darauf, wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast, ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ vom anderen einfallen und welche das sind. Das sind dann nämlich, die noch nicht verarbeiteten Themen, zwischen Euch. Die, welche Du angeblich verziehen hast. Denn wenn Du etwas wirklichen verziehen hättest, dann würde es Dir bei einem Streit auch nicht gleich wieder einfallen. Ich könnte mich jetzt, mit meiner Mom streiten und mir würden die alten Probleme, gar nicht in den Sinn kommen. Und das betrifft wirklich alle Bereiche. Also auch Freundschaften oder Beziehungen. Wenn Du dem anderen wirklich vergeben hast, dann fällt es Dir bei einem Streit, erstens auch nicht gleich wieder ein und zweitens, verwendest Du es erst recht nicht, gegen die Person, mit der Du gerade, streitest. Das tust Du wirklich nur, wenn das Thema immer noch, in Dir arbeitet.

Ich dachte auch vor einiger Zeit, ich hätte meinem Vater, alles vergeben. Jetzt merke ich aber, daß das nicht der Fall ist. Da habe ich mich schön selbst belogen. Als ich gestern alles nieder schrieb, da spürte ich, wie viel Groll, ich noch immer in mir habe. Wenn ich hingegen, über die Gewalterfahrungen mit meiner Mom aus meiner Kindheit berichte, verspüre ich keine Wut mehr. Das ist nur noch ein subjektiver Tatsachenbericht. Bei meinem Vater hingegen, könnte ich jetzt ausflippen vor Wut. Zum einen auf mich, daß ich so blöd war und nicht aus der Vergangenheit gelernt habe und zum Anderen auf ihn, daß er mir das „antat“. So ein denken ist „spirituell“ gesehen, natürlich nicht vernünftig. Da heißt es immer, man soll vergeben, alles hat seinen Sinn und der Andere spiegelt uns nur, unser eigenes Verhalten wieder. Wer schon einmal so ein Buch gelesen hat, der weiß, worauf ich da anspiele. Das mag ja alles schön und vielleicht richtig sein, hilft mir jetzt gerade aber nicht dabei, mich abzuregen. Alle anderen, denen diese Themen fremd sind, haben stattdessen, aber gewiß auch schon oft von ihrem Umfeld gehört, oder vermittelt bekommen, daß es ja jetzt ja mal gut sein müßte und wie schlecht das für uns sei, immer noch sauer oder traurig zu sein.

Man muß ja auch mal vergeben können. Kein Wunder also, daß wir uns so oft selbst belügen. Wir haben das schließlich nicht anders gelernt. Das soll kein Vorwurf an die Eltern oder Erzieher sein, denn die haben es ja auch nicht anders, beigebracht bekommen. „Du mußt jetzt nicht wütend sein! Du mußt nicht traurig sein! Du mußt doch keine Angst haben! Du mußt vergeben! Du mußt positiv denken! Du mußt das Vergangene ruhen lassen! Du mußt nach vorne schauen! Usw…“ Was man alles muß- unglaublich! Ich würde diese Liste ja mal ganz gehässig um den Punkt: „Du mußt dich unbedingt selbst bescheißen!“ ergänzen. Denn nichts anderes ist das. Wenn ich wütend oder traurig bin, dann bin ich das in dem Moment. Da kann ich mir noch so versuchen mit dem Kopf einzureden, daß das nicht der Fall ist. Das ist doch Selbstbetrug! Und dann wundern wir uns doch tatsächlich, warum uns immer wieder die alten Kamellen einfallen. Huch, war ja doch nicht vergeben. Mist!

Wie dem auch sei. Da stehe ich nun und bin wütend. Die Wut ist kein angenehmes Gefühl. Und da ich jetzt auch nicht die Zeit habe mich sportlich auszupowern, versuche ich die Wut erst einmal wieder in den Hintergrund zu drängen. So wie ich das ja auch von klein auf gelernt habe. Doch je mehr ich versuche sie zu unterdrücken, desto heftiger regen mich Lapalien auf. Zum ersten Mal wird mir das so richtig bewußt. „Der blöde Wischeimer, wieso steht der mir im Weg! Die dumme Fliege, die nervt und ach Mist, den Abwasch muß ich jetzt auch noch machen! Und mein Partner, wieso steht der jetzt nicht auf!“ Während mir das ganz langsam klar wird, bemühe ich mich meinen Frust für mich zu behalten. Presse die Zähne zusammen, damit bloß kein Unsinn aus meinem Mund kommt. Und dann sagt er auch noch: „Ich kann nichts für Deinen Frust!“ Stimmt, Recht hat er. Was mache ich jetzt? Für Sport ist keine Zeit, aber es wäre wirklich gut, mich jetzt mal abzuregen. Ich gehe in den Garten und hole tief Luft. Dann halte ich sie an, zähle innerlich bis zehn und atme, ganz langsam aus. Währenddessen fällt mir auf, daß ich meine Hände, immer noch zu Fäusten geballt halte und dann kommt mir eine Idee.

Ich hole noch einmal tief Luft, spanne dann so gut ich kann, alle meine Muskeln an und halte den Aten erneut an. Jetzt zähle ich wieder innerlich bis zehn und versuche anschließend, mit dem Bauch ganz langsam, auszuatmen. Das ist in etwa so, als würdest Du die Bauchmuskeln anspannen oder aber versuchen den Bauch nach außen zu drücken. Wenn Du immer noch nicht weißt, was ich meine, dann achte bei Deinem nächsten, etwas längeren Gang aufs stille Örtchen, mal genau darauf, was Du dabei mit Deinen Bauchmuskeln tust. Und genau das machst Du jetzt ganz bewußt. Wenn Du das geschafft hast, versuchst Du nun währenddessen ganz langsam und leise auszuatmen. So langsam wie Du nur kannst. Funktioniert? Prima. Und jetzt zum letzten Punkt. Stelle Dir gedanklich vor, wie Du all Deine Wut, mit dem ausatmen, aus Dir heraus läßt. Das machst Du dann so lange, bis es wieder besser ist.

Ich habe das bestimmt an die 15 Mal gemacht und war fasziniert davon, wie ich mich tatsächlich langsam beruhigte. Das tolle daran ist, daß Du das, in vielen Situationen, anwenden kannst. Die wenigsten achten darauf, was Du mit Deinem Bauch machst. Wenn Du also in einer Situation bist, aus der Du im Augenblick nicht raus kannst, dann konzentriere Dich, auf Deinen Bauch. Solltest Du hingegen, die Möglichkeit besitzen, Dich kurzzeitig, zurück ziehen zu können (und wenn es auf Toilette ist), dann kannst Du die komplette Übung, mitsamt dem atmen, machen. Natürlich ist das keine Patentlösung. Aber so als kleine erste Hilfemaßnahme, doch schon mal besser als gar nichts.

Denn nicht immer, kann man sich, wenn man spotan wütend wird, erst einmal eine Stunde Zeit nehmen und Sport betreiben. Stelle ich mir auch ganz witzig vor. „Hey Chef, behalten sie mal was sie sagen wollten, für ca. eine Stunde im Kopf. Ich gehe nämlich erst mal joggen, um mich abzuregen. Dann können wir ja weiter diskutieren.“ Dann wird er wahrscheinlich sagen, daß Du gar nicht mehr wieder kommen brauchst! Nein, das mit dem Joggen, hebt man sich dann besser, für später auf, wenn man seinen Job gerne behalten möchte. Ob diese vorgeschlagene Methode, jetzt immer und in jeder Situation hilft, glaube ich zwar nicht. Aber selbst, wenn es nur ab und zu hilft, ist das doch allemal besser, als etwas zu tun oder zu sagen, was Du hinterher bereust!

Und jedes Mal, wenn Du es dann geschafft hast, mal nicht auszuflippen kannst Du das bereits als Erfolg für Dich verbuchen und sehr stolz auf Dich sein.

Bildertext:

Achte mal ganz genau darauf,
wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast,
ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ von ihm einfallen

und welche das sind!

Oftmals handelt es sich dabei um Themen,
von denen Du dachtest, daß Du sie
vergessen und vergeben hättest.
Aber das hast Du leider nicht!

Denn sonst würde es Dir ja jetzt nicht sofort wieder einfallen
und Dich immer noch wütend machen, oder?

© Emily-Star

2 Kommentare zu „Wege der Selbstheilung Teil 21

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  1. Da hast du verdammt recht. Wenn ich nicht verzeihen kann, dann kann ich es halt nicht, auch nicht, wenn ich weiß, dass es besser für mich wäre. Das ist wie mit dem Fliegen. Auch wenn ich es noch so gerne tun würde, es geht nicht, ich kann es halt einfach nicht. Besser, wenn man sich das auch einmal eingesteht, als wenn man sich permanent selbst belügt.
    Gruß Alfons

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