Aber im Laufe der Zeit, wenden sich alle Blumen der Sonne zu

Dieses Lied, im Original von James Blunt, habe ich mit neun, anstelle von allen zehn Fingern gespielt, da meine Hand verletzt war. Eigentlich, hätte ich überhaupt nicht spielen dürfen. Ein paar Tage zuvor, hatte ich wieder mal versucht, die Hunde zu trennen, welche sich fast tot bissen. Das war nicht die beste Idee, da ich von diesen dann, im Eifer des Gefechts, selbst gebissen wurde. Aber meine Panik, war zu dem Zeitpunkt so groß, daß ich einfach spontan gehandelt und nicht darüber nachgedacht hatte. Mein großes Glück war, daß der Biß, ganz knapp an meiner Sehne vorbei ging. Sonst hätte ich den Finger, wohl nie wieder bewegen können.

Diese Zeit, war sehr schlimm für mich, wie Du sicher schon, meinem extrem gestreßtem Gesichtsausdruck, entnehmen kannst und das lag definitiv nicht, an dem Klavierspiel.

(Ich hatte nämlich am 4. März 2014 allein und ohne Hilfe, begonnen mir das Klavierspielen, selber beizubringen. Nur vier Monate später, am 1. Juli desselben Jahres, spielte ich bereits dieses Lied. Es war das Dritte, was ich mir selbst, beigebracht hatte. Das tat ich, um mir Mangels eines Musikproduzenten, meine eigene Musik komponieren zu können. Etwas später, setze ich genau diesen Plan dann, in die Tat um. Ich komponierte mithilfe des Quintenzirkels, mein erstes eigenes Lied. Allerdings interessierte sich dafür niemand und so, schmiß ich alles wieder hin. Das Klavier habe ich noch, aber ich spiele nicht mehr darauf. Noch immer erinnert es mich zu sehr, an viele negative Dinge. Vielleicht werde ich es irgendwann verkaufen!)

Mein Hauptstreß lag vielmehr darin, daß ich mich 2014, noch immer in einer Beziehung befand, die mich todunglücklich machte und mir NICHT gut tat! Aber ich versuchte, dieses Wissen zu verdrängen, wo es nur ging. Ich redete mir beharrlich ein, daß das schon werden würde, wenn nur erst… Es war immer das Wort „wenn“ dabei. Wenn erst dieses, oder jenes passierte… Wenn wir Kinder hätten… Wenn er seine Schulden los wäre… Wenn, wenn, wenn… Dann würde bestimmt alles besser werden! Tief in meinem Inneren ahnte ich aber, daß das nie so sein würde. Das es nie besser werden würde!

Und trotzdem versuchte ich, all die seelischen Grausamkeiten, immer wieder zu verdrängen. Es waren Sätze die weh taten, wenn er sie mir, an den Kopf schmiß und die mich eigentlich, hätten wach rütteln sollen. Aber die Gehirnwäsche, die er mir zuvor verpaßt hatte, kombiniert mit Gewalt und keinem Selbstbewußtsein, waren stärker. Er sagte Dinge wie: „Wenn wir das Kind haben, bleibt das hier; du kannst dann ja gehen!“ oder „Die Hunde gehen nicht weg, eher gehst du weg!“ Nicht, daß er mich ernsthaft hätte, gehen lassen. Das hat sich später gezeigt, als ich ihn verlassen wollte. Es ging ihm stattdessen immer nur darum, mich klein zu halten! Und wie geht das am besten?! Indem man den anderen, immer wieder verletzt und sein Selbstbewußtsein, alles was ihm Wert verleiht, systematisch zerstört!

Der Satz „Die Hunde gehen nicht weg, eher gehst du weg!“, bezog sich übrigens, genau auf diese Beißereien. Wir hatten drei große Hunde (zwei Schäferhunde und einen Golden Retriever), die sich nicht verstanden und jedes Mal, wenn sie aufeinander trafen, sich fast zu Tode bissen. Das lag daran, daß „Andreas“ eine junge Schäferhündin hinzu geholt hatte, die als Polizei/Zollhund ausgebildet werden sollte. Die Ausbildung, war aber erst am Anfang. Die Hündin selbst, war ein absolutes Alphatier. Für so eine Arbeit, ist das auch gut so, denke ich. Nur das „Andreas“, die Ausbildung nicht weiter machte und die Hündin bis aufs beißen, nicht viel konnte. Wie auch immer. Die anderen beiden Hunde, die schon länger da waren, besonders seine alte Schäferhündin von 8/9 Jahren, hatten natürlich den höheren Rang. Bei Hunden ist das so. Sie haben halt Rangfolgen. Das Alphagehabe der neu hinzu gekommenen, konnte aber die ältere Schäferhündin, die schon viel länger da war, verständlicherweise, nicht akzeptieren. Das zeigte sich schon relativ schnell. Dennoch behielt „Andreas“ die neue Hündin und ab da gab es, nur noch Ärger. Es war so schlimm, daß die Hunde irgendwann, in getrennten Räumen gehalten, werden mußten. Für mich war das furchtbar. Immer die Angst im Nacken zu haben, ob mir ein Hund, während ich durch die Tür muß, entwischt und es wieder los geht.

So eine Situation ist psychisch, extrem belastend. Du kannst Dir das wahrscheinlich nur schwer vorstellen, wenn Du es nicht selbst erleben mußt. Erleben, wie alles voller Blut ist. Wo Du nicht mehr weißt, von wem das Blut gerade kommt. Mensch oder Tier.

Jeder unserer Bekannten, hat ihm geraten, den Hund wieder weg zu geben. Selbst ein Hundetrainer sagte, daß das nichts mehr werden wird. Die Hunde hassen sich! Aber „Andreas“ Ego, wollte das nicht zulassen. Wenn es sein muß, dann eben auch, auf meine Kosten. Und wer war ich denn schon?! Ich war die, welche ihm schnell die Pantoffeln suchen mußte, weil er mir das aufdiktierte und sich im Anschluß lächelnd, seiner Hündin zuwandete, die er demonstrativ streichelte. Ich war Abfall für ihn. Trotzdem dauerte es noch ein Jahr, bis ich ihn dann endlich verließ!

Und genau darum geht es in diesem Lied. Eine Beziehung, die nicht (mehr) gut ist, weil der Partner, nicht der Richtige, für einen ist. Dazu die Hoffnung, genau diesen, vielleicht eines Tages, doch noch zu finden. Das ist wahrscheinlich mit der Liedzeile gemeint, in welcher James Blunt singt, daß sich eines Tages, alle Blumen, der Sonne zuwenden werden.

Ich persönlich, bin nicht mehr gewillt, nach einer Beziehung Ausschau zu halten; da ich viel zu viel, mit mir selbst zu tun habe. Ich habe enge und intensive Freundschaften, Seelenverwandte. Aber meine Liebe, die gilt nur noch einem und das ist Gott. Er ist für mich persönlich, meine Sonne. Doch natürlich heißt das nicht, daß diese Sonne für Dich, nicht auch ein menschlicher Partner sein kann.

Die Sonne schenkt nicht nur den Blumen Licht, Leben, Energie und Freude. Wir Menschen, profitieren ebenfalls davon. Sowohl im Übertragenen, als auch im Wörtlichen Sinne. Was oder wer ist Deine Sonne? Weißt Du es? Siehst Du sie schon?

Hier zum Abschluß noch, die sinngemäße, deutsche Übersetzung:

Gesicht zur Sonne

Ja, diese Liebe ist nicht gut
Es ist Zeit, damit aufzuhören
Unsere müden Herzen trennen sich voneinander,
Ich fühle es in meinen Knochen

Und Gott weiß, daß es schwer ist, den Richtigen zu finden
Aber im Laufe der Zeit, wenden sich alle Blumen der Sonne zu.

So leise gehst du nur mit mir,
wie an jedem anderen Tag
Keine traurigen Abschiedsgrüße, keine Tränen, keine Lügen,
wir gehen nur noch unsere eigenen Wege.

Genau, du sagst was du sagst
aber dann tust du es anders
du machst was du machst
aber dann gehst du fort, gehst du fort
Du sagst, was du sagst
aber du tust es anders
du tust, was du tust
Genau, ich weiß, es ist so

Und Gott weiß, daß es schwer ist, den Richtigen zu finden
Aber im Laufe der Zeit, wenden sich alle Blumen der Sonne zu.

22 Kommentare zu „Aber im Laufe der Zeit, wenden sich alle Blumen der Sonne zu

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  1. Hallo Emily,

    danke, für Deinen Besuch bei mir. Jetzt will ich beginnen, Deine vielen Beiträge und schönen Songs kennenzulernen. Bei diesem hier bin ich hängengeblieben und musste ihn mir mehrfach anhören. Er klingt ein klein wenig nach Kate Bush und berührt mich sehr.

    Deine Geschichte klingt hart und das war sie wohl auch, als Du mittendrin warst. Ich bin ein Katzenmensch, träume aber häufig von großen Hunden. Meist sind es Schäferhunde, vor denen ich mich bereits als Kind fürchtete. Im Traum kann ich sie immer mit Menschen übersetzen, die mir freundlich oder feindlich gesinnt sind. Wenn die Bisse zu hart sind, muss man gehen!

    Du hast ein großes Talent. Zeige es weiterhin der Welt und fürchte keine Kritik. Allen gefallen ist nicht gerade gut.

    Alles Liebe Dir und ♥liche Grüße von Gisela

    Gefällt 1 Person

  2. Du hast es aber drauf! Da will was aus Dir raus und das ist ja perfekt! Nicht mit Hunden kämpfen, dafür sind wir nicht gemacht. Eine Bekannt von mir hat neulich das Gleiche gemacht und sich zwischen ihre kämpfende Meute gedrückt, sie hat ganz schön was abbekommen, aber schlimmer noch, der Mann hat dann auch noch mit dazu auf sie draufgeprügelt. Da hat sich dann die ganze Meute in der Wolle gehabt. Meine Omma würde sagen: Mädel sei ruhig, alles nimmt seinen LAUF …. Ich habe Wölfinnen beobachtet, die standen immer schweigend im Abseits ihres Rudels, waren nur am beobachten, sie wurden später die Alphaweibchen, die das Rudel mit Nachwuchs versorgten. Bei den Hühnern sind die Gemobbten und Schüchternen die besten Glucken.

    Flieg davon mit dir selbst Emily, in Dir steckt soooo viel drin, das auf die Welt muss….einfach um da zu sein, egal ob das nun einer gut findet oder nicht – Du musst Deine Freude dran haben es loszulassen, alles andere stellt sich von selbst ein oder nicht – hab einfach Freud an der Freud, an Dir selbst, wer sind die Anderen um uns zu sagen ob wir gut sind oder nicht, nützlich oder nicht? Das Universum wollte Dich, genau so wie die Schöpfung Dich dir gegeben hat, sonst wärst Du eine andere. Hau in die Tasten! Das scheint ja Dein Ding zu sein und dieses Talent ist ja schier wie eine Sturzgeburt auf die Welt gekommen.
    Alles Liebe von Astrolady100

    Gefällt 1 Person

  3. „Den richtigen finden“ heißt nicht unbedingt ihn zu finden.
    Ich hatte damals eine Phase, in der ich mit Männern nichts zu tun haben wollte. Und dann war plötzlich mein heutiger Mann einfach so da. Er hatte gerade von Frauen die Nase voll und so wurden wir zunächst gute Kumpel.
    Alles andere hat sich später entwickelt 😎

    Gefällt 3 Personen

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