Wege der Selbstheilung Teil 23

Manchmal habe ich Angst, daß der Sand der Zeit abläuft, bevor ich erledigen konnte, was ich erledigen wollte.Vielleicht sollte ich aber auch etwas mehr Vertrauen haben, daß sich die Dinge genauso entwickeln werden, wie sie es sollen und wie es vorgesehen ist. Das alles doch irgendwie seinen Sinn hat, auch wenn sich mir dieser nicht immer sofort und manchmal gar nicht erschließt. © Emily-Star

Über das Leben im Hier und Jetzt – Teil 1

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell!

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-Wieso konnte ich nicht einfach mal den Augenblick genießen und so richtig bewußt wahr nehmen, was mich umgibt? Hatte das etwas mit dem Leben im jetzt zu tun? Und wenn ja, wie bekam ich das nun hin?-

Im Urlaub fiel es mir in den ersten Tagen unheimlich schwer, innerlich zur Ruhe zu kommen. Durch das wegfallen des starren Tagesablaufs, der durch die immer gleichen Aufgaben und Verpflichtungen geprägt war, fühlte ich mich so unruhig und aufgedreht, wie schon lange nicht mehr. Und da fiel mir erst einmal auf, wie sehr ich eigentlich unter Strom stand. Jede Minute möglichst gut nutzen, um so viel wie es nur geht in kürzester Zeit zu schaffen und bloß keine Zeit an unnütze Dinge verschwenden. Alles nach einem gleichbleibenden Ablauf, der mir zum einen das Gefühl gab, eine Daseinsberechtigung zu besitzen und zum anderen ein Gefühl der Sicherheit verschaffte. Denn wenn man bestimmte Dinge stets wiederholt, sie also in seinen täglichen Ablauf fest integriert hat, gibt einem das ein Gefühl der Sicherheit. Nichts zu tun hingegen, oder auch Dinge abrupt zu verändern löst (zumindest in mir) erst einmal ein gewisses Unbehagen aus. Einfach mal eine halbe Stunde irgendwo zu sitzen oder liegen, ohne dabei einer produktiven Beschäftigung nachzugehen, kam mir deshalb oft wie pure Zeitverschwendung vor. Dieses Gefühl auszuhalten, schaffte ich nicht und deshalb stand ich dann auch relativ schnell wieder auf, um mir eine Beschäftigung zu suchen.

War es die Angst etwas zu verpassen, ausgelöst durch die Erkenntnis, daß meine jetzige Daseinsform nicht ewig währt? Dieses unwohle Gefühl, wann es gesundheitlich wohl bergab geht? Doch auf der anderen Seite, weiß ja eigentlich niemand, wie lange sein Leben währt und was es noch für einen bereit hält. Selbst jene, die im Augenblick körperlich gesund sind, haben also auch keine Garantie für ein langes Leben.

Ich habe gehört, daß einen die Angst etwas zu verpassen nur dann so stark befällt, wenn man noch nicht tut, was man eigentlich will. Gewisse selbstgesteckte Ziele und Träume noch nicht erreicht hat. Wenn man ein Leben führt, was im großen und ganzen zwar akzeptabel, aber noch nicht das ist, was uns wirklich zufrieden stellt. Wenn man gewissen Normen hinterher jagt, aber eigentlich etwas ganz anderes will. Oder auch, wenn man noch gar nicht so genau weiß, was man sich vom Leben erwartet oder erhofft. Wenn man mehr für das „irgendwann“ lebt, als im jetzt.

Doch wie lebt man im jetzt? Das klingt alles so leicht! Lebe im jetzt, denn etwas anderes hast du nicht! Ein schöner Spruch, aber wie die meisten, ohne umsetzbare Anleitung dabei. Und irgendwie, so scheint es mir, auch ein bißchen unrealistisch. Denn sind wir nicht alle geprägt durch die Erlebnisse unserer Vergangenheit? Durch Erziehung und Glaubenssätze, die wir im Laufe der Jahre in uns verinnerlicht haben? Durch die Erwartungshaltung unserer Mitmenschen? Das beeinflußt uns jeden Tag. Ob wir es nun wollen oder nicht. Und dann sind da ja auch noch die Wünsche und Träume, die wir für die Zukunft haben und die uns jeden Tag mal mehr und mal weniger motivieren. Außerdem, wer ist denn schon immer genau im „hier und jetzt“? Mit unseren Gedanken sind wir sehr oft ganz woanders, ohne daß uns das wirklich bewußt ist. Genauso ist es mit den Gefühlen. Wie oft schon hat uns etwas im jetzt, an ein Erlebnis von früher erinnert und uns dann auch die passenden Gefühle dazu beschert? Unabhängig davon, ob das heute noch Sinn ergibt, oder nicht. Denn das ist unserem Unterbewußtsein leider erst einmal völlig egal. Es prüft zum Beispiel nicht nach, ob heute die selbe Gefahr, wie damals besteht. Ob mein Gegenüber, auch wenn es gerade denselben Gesichtsausdruck wie mein Peiniger von damals hat, mir auch jetzt etwas will. Oder ob die Person vielleicht einfach nur schlecht drauf ist, ohne auch nur einen Gedanken an uns zu verschwenden. Eine Nachbarin von mir guckt zum Beispiel oftmals ziemlich böse. Oder sagen wir mal so, mein Unterbewußtsein hat das so interpretiert. Ich sprach sie dann mal darauf an, fragte sie, ob sie sauer auf mich wäre und bekam als Antwort, daß sie oft in Gedanken sei, mich in dem Augenblick überhaupt nicht wahr nahm und ihr auch nicht bewußt sei, wie sie dabei gucke. Und ich solle mir doch bitte nichts dabei denken, denn das hat gar nichts mit mir zu tun. Wenn was ist, dann sagt sie das schon! Tja und das ist jetzt nur ein Beispiel von sehr vielen…

Wollten wir also völlig im hier und jetzt leben, müßten wir uns sowohl von unseren abschweifenden Gedanken, als auch den dazugehörigen Gefühlen verabschieden. Und von dem, was unser Unterbewußtsein uns eingibt. Nur heißt das Unterbewußtsein auch nicht genau deshalb so, weil wir darauf keinen Einfluß haben? Und selbst wenn das ginge, was bliebe dann noch von uns übrig?

Also kann es meiner Meinung nach der Weg, der strikten Trennung schon mal nicht sein. So manch ein Yogi mag das bestimmt anders sehen. Aber bin ich ein Yogi oder will einer sein? Nein! Ich bin nur ein ganz „normaler“ Mensch der Marke „Otto Normalverbraucher“, so wie die meisten von uns. Außerdem frage ich mich ernsthaft, wie man in diesem Leben Erfahrungen sammeln will, wenn man geistig in irgendwelchen Sphären herum schwebt und das Lebensziel im erreichen des „Nirwana“, also des absoluten gar nichts besteht. Gut, jedem nach seiner Fasson. Meine ist es auf jeden Fall nicht. Mal ein bißchen innerlich zur Ruhe kommen, mittels Meditation ist eine super Sache. Aber dauerhaft geistig und emotional nicht anwesend zu sein, definitiv nicht mein Weg. Wobei, in einigen Augenblicken, wenn es mir sehr schlecht geht, schon der Wunsch in mir aufkommt, auch mal ins gar nichts zu flüchten. Nichts zu fühlen oder zu denken. Aber mit dem Leben im jetzt, hat das absolut nichts zu tun.

Genauso ist es aber auch eine Flucht, sich (wie ich es oft zelebriere) nonstop zu beschäftigen. Um bloß nicht zuviel nachzudenken, oder fühlen zu müssen.

Und wie sehr ich das eigentlich getan habe, fiel mir jetzt, wo es nichts mehr zu tun gab, so richtig auf. Ich war unruhig, konnte kaum still sitzen und überlegte krampfhaft wieso. Wieso konnte ich nicht einfach mal den Augenblick genießen und so richtig bewußt wahr nehmen, was mich umgibt? Hatte das etwas mit dem Leben im jetzt zu tun? Und wenn ja, wie bekam ich das nun hin? 2 Wochen lagen vor mir, wo ich nun Zeit hatte, das für mich heraus zu finden!

Bildertext:

Manchmal habe ich Angst,
daß der Sand der Zeit abläuft,
bevor ich erledigen konnte,
was ich erledigen wollte.

Vielleicht sollte ich aber auch
etwas mehr Vertrauen haben,
daß sich die Dinge genauso entwickeln werden,
wie sie es sollen und wie es vorgesehen ist.

Das alles doch irgendwie seinen Sinn hat,
auch wenn sich mir dieser nicht immer sofort
und manchmal gar nicht erschließt.

© Emily-Star

7 Kommentare zu „Wege der Selbstheilung Teil 23

Gib deinen ab

  1. Vertrauen ist der Schlüssel, liebe Emily. ES findet sich, und ja, ich weiß, dass es nicht leicht ist. Gebet, Meditation und vor allem tägliche Übung, auch und gerade während des Alltags, helfen dabei.

    Liebe Grüße.

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