Heute, vor genau einem Jahr, bin ich tränenüberströmt…

Vor genau einem Jahr, bin ich tränenüberströmt, in Santiago de Compostela angekommen.

Nie werde ich diesen überwältigenden Augenblick vergessen, wo mir klar wurde, daß ich es tasächlich geschafft hatte. Trotz all der Schmerzen, wegen einer Schleimbeutelentzündung in der Hüfte, habe ich diesen Weg, zu Ende gebracht. Mein Arzt war fassungslos, daß ich das, geschafft hatte. Normalerweise, hätte ich ab Ponte de Lima, gar nicht mehr weiter gehen dürfen!

Aber aufgeben? Niemals! Ich hatte mir vorgenommen, das zu schaffen und zwar zu Fuß! Auch wenn ich nach Santiago, hätte kriechen müssen. Kriechen, mußte ich dann Gott sei Dank, nicht. Aber mit vielen Pausen, Rucksack abgeben und langsamen Laufens, habe ich es dann doch geschafft.

Annam ist mein richtiger Name, auf Latein. Ich werde zwar seit Jahren schon Emily genannt (auch außerhalb des Internets), heiße auf dem Ausweis, aber anders.

Dieses unbeschreibliche Glücksgefühl, angekommen zu sein, kippte nach kurzer Zeit um, in tiefe Trauer; weil ich die ganze Zeit gehofft hatte, meinen Vater dort zu sehen. Ich hatte mir eingebildet, daß er, wenn er sich schon nicht bei mir meldet, vielleicht trotzdem online verfolgt, was ich so mache. Deshalb habe ich den ganzen Weg, öffentlich, auf meinem Facebookaccount gepostet. Damit er immer sah, wo ich war und wann ich ankommen würde. Ja, ich hatte mir eingebildet, daß er zum Ziel käme. Das es endlich ein Wiedersehen geben würde. Das er stolz auf mich wäre. Aus heutiger Sicht, ein total kindischer Gedanke! Da hatte ich mir, mehr an Interesse an meiner Person eingebildet, als in Wirklichkeit da war. Als mir bewußt wurde, daß er nicht kommen würde, schob ich es darauf, daß er mich wohl für zu schwach hielt, weil ich meinen Rucksack, ab Ponte de Lima, hatte transportieren lassen. Getreu dem Motto: „Nicht mal das kriegt sie richtig hin!“ (Es gibt einen Service, wo man gegen ein paar Euro, seinen Rucksack zur nächsten Unterkunft, bringen lassen kann. Das gilt aber nicht, für öffentliche Pilgerbergen!)

Seit ich von meinem Arzt erfahren habe, was für ein Wahnsinn das war, den Weg, mit der schweren Entzündung, überhaupt noch zu laufen, wurde mir klar, daß das Quatsch sein muß! So wird mein Vater gewiß nicht denken, denn dumm, ist er ja nicht. Nein, er kam deshalb nicht, weil er einfach kein Interesse an mir hatte!

Ein Teil von mir, ahnte das zwar schon vor dem Jakobsweg, wollte das aber nicht wahr haben. Deshalb tat es auch so weh und die Enttäuschung darüber (ihm nicht wichtig zu sein), ist bis heute nicht gewichen! Ich habe alles versucht, meinen Vater dazu zu bewegen, sich wieder bei mir zu melden. Doch das war nicht nur vergeblich, sondern überdies, noch lächerlich! Jemanden hinterher zu laufen, der nichts von einem wissen will. 🤦🏼‍♀️ Heute weiß ich das. Nur den Grund dafür, weiß ich bis heute nicht. Werde ich wohl auch nie erfahren…

Aber mein Jakobsweg, war das Beste und Schönste, was ich je in meinem Leben gemacht habe. Jeder einzelne Tag davon, war (auch rückblickend noch), ein Geschenk. Wie gerne, würde ich noch immer, den „großen“ Jakobsweg gehen. Aber selbst, wenn ich das Geld dazu hätte, weiß ich nicht, ob mir das, körperlich noch möglich sein wird.

Nachdem ich wieder Zuhause war, begann ich, meine Batterie an Herzmedikamenten, zu nehmen und so, wurden meine Beschwerden schnell besser. Damit war nach monatelangem Leidensweg, mit Atemnot und spürbaren Herzrythmusstörungen, endlich meine Erlösung da! Wer hätte auch gedacht, daß Herzfehler, eine der häuftigsten Begleiterscheinungen, meiner damaligen Speiseröhrenproblematik waren. Damals wußte man so etwas noch nicht. Natürlich kannte ich diese Beschwerden, als Kind schon. Ich habe sie aber nie angesprochen und später dann, auf meine Psyche zurück geführt. Die kann zwar tatsächlich viel ausrichten, war aber ausnahmsweise, mal nicht die Ursache. Durch die Tabletten, war nun endlich Ruhe im Karton.

Bis auf Magenprobleme, hatte ich zu dem Zeitpunkt eigenartigerweise, auch keinerlei Nebenwirkungen. Mein Arzt freute sich für mich, war aber darüber, extrem verwundert. Etwas später kam dann noch die Omeprazol-Dauermedikation hinzu, um den Speiseröhrenkrebs, noch ein bißchen aufzuhalten. Auch da gab es keinerlei Nebenwirkungen. Zumindest keine, die ich damit in Verbindung brachte.

Heute sieht das anders aus. Ich bekomme Krämpfe, meine Gelenke tun weh und bei Anstrengung, auch schnell meine Hüfte. Ich komme mir vor, als wäre ich, um Jahre gealtert. Nun ahne ich, wie sich viele Senioren, wohl fühlen müssen. So und noch schlimmer, wahrscheinlich! Natürlich hält mich das nicht, von meinen Beschäftigungen ab. Aber nach einer Weile, merke ich die körperlichen Beschwerden, dann doch. Je nachdem, was ich so gemacht habe. Das ist für mich mit meinen 40 Jahren, schon sehr erschreckend und ich erwische mich immer öfter bei dem Gedanken, die Medikamente, einfach wieder abzusetzen. Nur für eine Weile… So als Erholung… Natürlich weiß ich, daß das Quatsch ist. Aber verlockend, ist der Gedanke schon.

Um auf den Jakobsweg zurück zu kommen, so weiß ich also nicht, ob ich, den 800 km langen Camino France, überhaupt schaffen würde. Ich habe von jemanden gehört, der ihn trotz hochdosierter Herzmedikamente, geschafft hat. Er ist wohl sehr langsam gegangen, aber auf jeden Fall angekommen.

Nun ja, wenn der das geschafft hat, könnte ich das ja, dann vielleicht auch?! Ganz gestrichen, ist der Gedanke, auf jeden Fall noch nicht. Ich würde es gerne versuchen. Eines Tages…

47 Kommentare zu „Heute, vor genau einem Jahr, bin ich tränenüberströmt…

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  1. Ein großartiger und fesselnder Bericht über deine Pilgerung nach Santiago de Compostella der mich total gefesselt hat. Ich habe bis letztes Jahr sechs Jahre in Catalunya gewohnt und kenne die Unbilden, Wetterkapriolen von Nordspanien, die verherend sein können.
    Darum meine volle Hochachtung für dich, dass Du trotz deiner persönlichen Leiden diesen Pilgerweg gegangen bist und erfolgreich beendet hast.

    Bei der Ankunft ist allen Pilgern der Glücksmoment in den Gesichtern und Jubelarien für alle erkennbar. Du hast es geschafft und sage dir noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch für diesen wunderbaren autentischen Bericht, dérmico total begeistert hat.

    Vielen Dank für die Veröffentlichung und wünsche dir eine stabile Gesundheit und alles Gute.

    Herzliche Grüße Volker

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  2. Ja das ist schon ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man in Santiago ankommt. Ich durfte das 2006 erleben. Ich bin in 27 Tagen von Borchen im Kreis Paderborn mit dem Rad nach Santiago gefahren.
    Es ist auch deshalb unbeschreiblich – so ging es mir jedenfalls – weil in dem Moment der Weg auch zu Ende ist.

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    1. Aus dem Paderborner Raum komme ich ursprünglich, mußte aber trotzdem gerade mal gucken, wie weit das so in etwa ist. Über 2200km sind das ja 😱😱😱 Wow, das ist verdammt weit und das in der verhältnismäßig kurzen Zeit! Ich bin ehrlich beeindruckt. Warst Du auch noch in Finisterra? Ich leider nicht. Aber sollte ich den Weg, doch noch mal gehen, steht der Nullpunkt, auf jeden Fall auf dem Plan!

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  3. Deine Traurigkeit bezüglich Deines Vaters, der nicht gekommen ist, würde aus meiner Sicht nur Sinn machen, wenn es Dir hoch und heilig versprochen hätte und unbegründet nicht gekommen wäre!

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    1. Das ist richtig und wenn es so einfach wäre, hätte ich in meinem ganzen Leben, nie eine Träne vergossen. Denn so gesehen, macht sehr vieles, im Leben keinen Sinn. Besonders falsche Hoffnungen nicht. Trotzdem sind sie aber da. Auch wenn mir das nicht gefällt.

      Leider schützt diese Erkenntnis auch nicht, vor Enttäuschungen und den damit verbunden, negativen Gefühlen. Denn Gefühle und besonders Hoffnungen, selbst wenn sie für den Verstand keinen Sinn machen, lassen sich nur selten, von Logik beherrschen. (Das bekannteste Beispiel, ist wohl der Liebeskummer. Der macht auch oft keinen Sinn, ist aber trotzdem da.) Man weiß vom Kopf her, oft mehr Dinge, als das Herz wahr haben will. Das ist menschlich und jedem zugestanden.

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      1. Bitte nicht falsch verstehen, Gefühle haben ihr Eigenleben, das kann ich gut nachvollziehen, aber du hast etwas Großartiges geleistet, bist über dich hinausgewachsen, um dich danach von einer Illusion einen Teil Deiner gewonnen Energie entziehen zu lassen! Hast Du Deinem Vater klipp und klar gesagt, dass Du ihn am Ziel vorfinden möchtest, wenn Du Dein Vorhaben schaffst? Wenn es auf diese „Aufforderung“ keine oder eine negative Antwort gibt, dann bleibt nur mehr das Lottoprinzip … aber, so bin ich gestrickt, in der Regel erfuhr meine nahe Umgebung kaum oder nur zufällig, wenn ich für mich Sonderleistungen erbrachte, was dann zu Unverständnis führte, da – und da habe ich natürlich etwas mehr Glück, alle teilhaben wollen/wollten – ich Extremleistungen grundsätzlich nur für mich erbringe – bin wohl ein Egoist …
        Bitte nicht als Belehrung oder sonstwas auffassen, nur als eine andere Sichtweise, die genau so gut/ schlecht/richtig/falsch/brauchbar/unbrauchbar …. ist – meine Wahl, ob genetisch bedingt, anerzogen, erworben oder ??? bleibt dabei offen.

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        1. Es war die Hoffnung, des verletzten und vor allem, des verlassenen inneren Kindes in meinem Herzen, was sich das Erscheinen seines Vaters, nach so vielen Jahren, gewünscht hat. Dieser Herzenswunsch meines inneren Kindes, will von Logik und Vernunft nichts hören. Wie Kinder eben so sind…

          Wir mögen noch so erwachsen tun, aber tief in uns drin, da ist es noch. Das kleine Kind, von damals. Das kleine Mädchen, oder der kleine Junge. Wenn wir eine schöne Kindheit, mit liebevollen Eltern hatten, so kommt es nur ab und zu mal durch. Wenn wir aber, eine lieblose Vergangenheit, mit vielen traumatischen Erfahrungen hatten, in der wir zusätzlich noch, aus egoistischen Gründen, manipuliert worden sind, hat dieses verletzte Kind, eine ganz eigene Sicht der Dinge. Dieser Sichtweise, ist nur mit liebevollem Verständnis zu begegnen. Eine Liebe, die ich mir nun versuchen muß, selbst zu geben. Ein Verständnis, daß ich mir zugestehe. Zeit zur Heilung von vielen inneren Wunden, die noch immer benötigt wird.

          Ich habe unglaublich unter meiner Vergangenheit gelitten. So sehr, daß ich irgendwann nichts mehr fühlen konnte. Deshalb bin ich den Jakobsweg gegangen. Das war keine sportliche Herausforderung für mich, sondern eine tiefe Verzweiflung, die mich dazu brachte, einfach los zu gehen. Das war vom logischen Standpunkt her, genauso unvernünftig, wie der Wunsch, meinen Vater am Ziel vorzufinden. Ich habe mein Konto ins Minus gezogen, obwohl ich wußte, daß ich das kaum zurück zahlen kann. Das ich es mir eigentlich überhaupt nicht leisten kann. Aber ich wußte, wenn ich jetzt nicht gehe, dann wird irgendetwas in mir endgültig sterben! Und was soll ich sagen, es war die beste Entscheidung meines Lebens. Es war wichtig für meinen inneren Heilungs- und Öffnungsprozeß. Die Hoffnung, am Ziel meinen Vater wieder zu sehen, war mir auf meinem gesamten Weg, eine große Antriebskraft. Jeden einzelnen Tag, habe ich an ihn gedacht. Habe mich gefragt, was er wohl macht. Warum er mich verlassen hat. Warum er mich einfach nicht lieben kann. Ob er mich je geliebt hat. Warum er nicht stolz auf mich ist und ob er stolz auf mich wäre, wenn ich den Weg schaffe. Ob er überhaupt weiß, daß ich ihn gehe. Ob er sich überhaupt noch für mich interessiert? Wann das aufgehört hat?!

          Du siehst also, daß bei meinem Wunsch und der Enttäuschung, weitaus mehr dahinter steckt, als man augenscheinlich liest.

          Es ist unlogisch, daß er damals einfach verschwand. Ganz ohne einen Streit, einfach so. Warum ist es dann unlogisch, darauf zu hoffen, daß er plötzlich wieder da ist…

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          1. Hingereimt, ohne zu überlegen,
            ich bin nicht drin, ich stehe daneben,
            sehe alles aus meiner Perspektive,
            vielleicht viele Wege aus der Krise ….
            Dein Vater ging, weil er gehen musste,
            die tieferen Gründe er vielleicht selbst nicht wusste,
            wieder zu kommen, würde er kaum wagen,
            da er dir nicht erklären könnte sein „Versagen“,
            das vermutlich die einzige Möglichkeit war,
            ein Liebesbeweis – aus seiner Sicht – alles klar!?
            Tausend Varianten gäbe es noch zu erzählen,
            wie Menschen handeln, wenn sie sich quälen,
            wie viel Schmerz sie tragen tief im Innern,
            der sie verfolgt, bringt ihr Leben arg ins Schlingern.
            Jeder will es richtig machen, glaub mir jeder!
            Ob es so war, das weiß man erst danach – deutlich später.
            So trag Deinen Vater liebevoll in Deinem Herzen,
            gestehe ihm zu, Dich zu lieben, Dich zu herzen,
            lass einfach zu, dass alles richtig war und ist,
            dass ein Teil von ihm, Dich liebt und auf die Stirn Dich täglich küsst!

            Eigentlich versuche ich derartige Situationen immer auf die Sachebene zu reduzieren, diesmal habe ich es auf die obige Weise versucht … ( ist ein Versuch, bleibt ein Versuch, kann auch nicht mehr sein, denn ich stehe draußen, du jedoch drinnen, wollte dir nur einen Blick von draußen schnell leih’n!)

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          2. Hmmm, ich hatte etwas Widerspruch erwartet, freue mich aber umso mehr über das milde Lächeln! Viel Erfolg auf Deinem Erfolgsweg, wo immer er Dich hinführen mag … 🙂

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    1. Liebe Leisha,

      die Reise habe ich ja in erster Linie, für mich gemacht und das war eine gute Entscheidung. Das mein Vater zum Ziel kommt, war unabhängig von diesem Entschluß. Trotzdem hat es mich sehr getroffen und das tut es eigentlich immer noch! Mich emotional von meinen Eltern los zu machen, ist trotz oder gerade wegen der schweren Vergangenheit, sehr schwierig für mich. Bei meinen Müttern, habe ich das meiner Meinung nach, ganz gut hin gekriegt.

      Bei meiner leiblichen Mutter, war das nicht so schwer, weil ja eh keine emotionale Bindung da war. Außer Wut auf sie von meiner Seite, weil sie mir, als ich 14 war, zum zweiten Mal übel mitgespielt hat, ist da emotional, nichts positives für sie. Bei meiner Stiefmutter sah das schon anders aus. Ich liebe sie, trotz allem und habe ihr auch wirklich vergeben! Aber zu meinem eigenen emotionalen Schutz, muß ich den Kontakt blockieren. Das ist eine längere Geschichte.

      Bleibt von meinen Eltern her, also nur noch mein Vater übrig. Genau das, macht es wahrscheinlich, auch, so unglaublich schwer für mich.

      Ich weiß wer ich bin, was ich will und stehe für mich ein. Dafür brauche ich meinen Vater nicht. Im Gegenteil. Ich bin eher das, was er nicht gut findet.

      Es geht mir stattdessen, um mein Herz… meine Gefühle. Die sind teils ziemlich abgestumpft und verschlossen. Ich habe meinem Vater sehr viel Liebe entgegen gebracht und das trotz all der Probleme, die es durchaus auch mit ihm gab. Er hat diese Liebe weg geworfen und mit Füßen in mein Herz getreten. Ich sagte ihm, das ich ihn liebe und er machte sich rar. Wir haben uns nicht mal gestritten. Einfach so… Das ist mir unbegreiflich. Seitdem kann ich mein Herz nur noch bedingt öffnen. Es fehlt ein großes Stück davon.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  4. Vor einem Jahr habe ich alle Deine Camino-Beiträge mit Spannung und Achtung verfolgt. Und innerlich den Hut vor Deiner Leistung gezogen. Dazu noch gestaunt, wie man bei so langen Tagesetappen auch noch so tolle Bilder und Texte hinbringt. So etwas braucht gar keine Wiederholung oder Steigerung. Du hast die Compostela. Mehr geht eigentlich nicht. Dein Weg zu Dir selbst ist der wichtigste und da bist Du ja auf einem Guten. Und ich denke immer noch dass Dein Vater doch mächtig stolz auf Dich ist. Auch wenn es ihm momentan „nicht in den Kram passt“. Ich hatte früher zuhause auch immer Zirkus wegen meinem rennenfahren. Im Nachlass meines Vaters fand ich dann aber ein paar von ihm gesammelte Zeitungsausschnitte (allzuviele gab es gar nicht..) über meine Aktivitäten. Du kennst ja bestimmt den Text des Predigers Salomo: „Alles hat seine Zeit..“ Ich wünsche dir weiterhin eine Gute!

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    1. Mir geht es ja nicht um die Compostela. Das war für mich, eher sowas, wie eine Teilnehmerurkunde. Ja, ich bin sehr gläubig. Aber nein, dafür braucht es keine Compostela. Das ist eher ein schönes Gimmick. 😉

      Ich möchte den großen Weg, für mich gehen. Es hat meine Gefühle für eine Zeit geöffnet und mich teilweise so glücklich gemacht, wie ich es seit Jahren, nicht mehr war. Ich habe seit langem, lebendig gefühlt. Nach so langer Zeit und das dann noch, in so einer schönen Atmosphäre und Landschaft. Ich möchte den großen Jakobsweg also deshalb gehen, weil ich gemerkt habe, wie gut mir das seelisch tut und wie viel da noch ist, was ich auf diese Art, aufarbeiten möchte.

      Ich war in so vielen Therapien. Gerade wegen meinen schweren Depressionen. Aber nichts davon, hatte einen solchen Effekt auf mich.

      Als ich nach zwei Wochen in Santiago ankam, wäre ich gerne noch weiter gegangen. Es war mir zu kurz. Aber das Geld war alle. 😉

      Der Gedanke mit den Zeitungsartikeln, gefällt mir. Allerdings ist es schade, daß Du das erst, im Nachhinein erfahren hast. Aber wenigstens, hast Du es noch erfahren.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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      1. War eigentlich schon bei Deinen Beiträgen zu ersehen, dass dieses „Stück Papier“ nicht Hauptmotivation war. Trotzdem ist es bestimmt und auch ehrenvoll, es errungen zu haben. Natürlich will ich Dir auch vor dem Camino Frances nicht abraten. Nur kennst Du eben das Ziel schon. Es gibt ja z.B. auch noch den Franziskuswege von Florenz nach Assisi. Über den hatte ich einmal nachgedacht. Auch dort gibt es überall Pilgerherbergen. Und seit meinem Spaziergang an der Lahn kann ich auch verstehen, was Du dann erst auf Deiner Route für Dich gewonnrn hast. Es tut gut einmal mehrere Stunden mit sich selbst zu verbringen. Und für die Zeit bis zu Deiner nächsten Reise gilt ja, der Dir eh‘ bekannte, Spruch. Der Camino beginnt in Deinem Haus. Buon Camino! Jürgen

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  5. Wie toll!!!!! Deinen Bericht über den Jakobsweg habe ich bisher noch nicht gelesen, bin jetzt aber sehr neugierig geworden, zumal das Wandern auf dem Jakobsweg auch einer meiner Träume ist. Ich drücke dir die Daumen, dass du den Camino France irgendwann auch noch gehen kannst.

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  6. Liebe Emily
    Vor 3 Nächten habe ich Deinen gesamten Wanderbericht in einem Rutsch gelesen und in Erinnerung an meine eigenen Wandererlebnisse lebhaft mitempfunden, mitgelacht, mitgejubelt, mitgeweint… volles Programm an Nebenerscheinungen, wenn ein Bericht eine ergreifende Atmosphäre erzeugt :°) Danke dafür!
    Ich bin froh, dass Du den Weg wirklich gegangen bist. Er hat Dich sehr viel wichtiges gelehrt und gezeigt wer Du auch bist, was Du auch kannst, zu was ein Körper so fähig ist, zu was Dein Geist fähig ist, dass sich vermeintliche Grenzen verschieben können und wie sich „Leben“ auch anfühlen kann…
    Ich bin überzeugt, Deine Heilung begann in dem Moment als Du spürtest, dass Du den Pilgerweg machen wirst und es keine Kompromisse mehr gab. Dieser Innere Führer wird auch in Zukunft wieder auftauchen sobald ein zu fällender Entscheid ansteht, der ganz wichtig für Dich ist.
    Heilung geht selten gerade Wege. Aber genau diese Umwege sind nötig und spätestens im Rückblick auch verständlich. Vergleiche es mit einem Spiel: Du musst gewisse Dinge einsammeln um auf das nächste Erfahrungs-Level kommen zu können.
    Behalte Deine Träume und Wünsche aufrecht, auch wenn sie im Moment unerreichbar scheinen mögen!! Sie sind Sinn und Antrieb im Leben, sind jene Kraft, die Dich nicht aufgeben lässt! Die Materie folgt dem Geist, das ist Naturgesetz. Bleib also offen für die Vielfalt der Möglichkeiten und dann werden sich auch Wege auftun, wie Du Deine Ziele erreichen kannst!
    Das Leben hat bestimmt noch ganz tolle Sachen mit Dir vor!
    :°)
    Anja.

    Gefällt 2 Personen

    1. Wow, das war ja viel auf einmal. 😲 Aber es freut mich unglaublich. Auch Deine Rückmeldung und guten Wünsche! 🤗 Vielen Dank dafür und ein schönes, sonniges Wochenende!

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  7. Tja – ab Mitte 30 geht es körperlich Berg ab 😉 – Komm erstmal in mein Alter 🤔 Wichtig ist das wir uns nicht hängen lassen, aber da bist du ja überhaupt nicht der Typ für 🌈
    Eine Kegelschwester ist den kompletten Jakobsweg von Münster aus gegangen. Aber da war sie auch noch einige Jahre jünger als du, körperlich fit und ein kerngesundes Energiebündel.
    Eine Kollegin hingegen hatte ihn etappenweise auf Urlaube aufgeteilt und auch den Gepäcktransport genutzt.
    Es gibt übrigens auch je eine Route für Autos und Wohnmobile.
    Nicht nur viele Wege führen nach Rom
    Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag.
    Liebe Grüße
    Monika

    Gefällt 3 Personen

    1. Ja so alt, bist Du ja jetzt auch nicht! 😉 Mit dem hängen lassen, hast Du Recht. Das liegt mir absolut fern.

      Von Münster aus?! Wow, das ist weit. Respekt 👍

      Ich habe schon gehört, daß man den aufteilen kann. Aber das möchte ich eigentlich nicht. Btw. Auto, ich habe gar keinen Führerschein und kann auch nicht fahren. 😂 Aber davon abgesehen, wäre das auch nicht, in meinem Interesse. Natürlich gibt es viele Wege und sie sind alle okay! Aber für mich selbst, möchte ich den Weg, gerne an einem Stück laufen. Soweit der Wunsch…

      Die Realität der Umsetzung, mag dann durchaus, eine andere sein 🤣 Das würde sich zeigen, wie es sich ja schon, bei diesem Jakobsweg gezeigt hatte! Da kam es ja wirklich anders, als ursprünglich geplant. 😉

      Herzliche Grüße,

      Emily

      Gefällt 1 Person

      1. Halle Emely,
        Mit 53 bin ich zwar noch kein Alteisen, aber ich merke schon das ich keine 20 mehr bin 😉
        Früher bin ich übrigens sehr viel Spazieren gegangen und gewandert. Im Urlaub waren wir auch mehrmals bergwandern. Eine derartige Strecke hätte ich mir allerdings nicht zugetraut. Und mit meiner Arthrose im Fuß brauche ich da heute gar nicht mehr dran zu denken.
        Für dich hoffe ich allerdings das du es umsetzen kannst 👍
        Ich wünsche dir einen schönen Freitag.
        Liebe Grüße
        Monika

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