All den Dingen zu trotzen, die mein Gesicht langsam, tief in den Staub drücken…

Es gibt Momente, wo es auch mir immer wieder schwer fällt, den Kopf weiterhin aufrecht zu halten. All den Dingen zu trotzen, die mein Gesicht langsam, tief in den Staub drücken.

Vor zwei Wochen, habe ich die Nebenwirkungen nicht mehr ausgehalten und eins meiner Medikamente abgesetzt, welches ich für den Hauptübeltäter hielt. Die ständigen Krämpfe und Schmerzen in den Gelenken, waren das Eine. Aber des Nachts vor Schmerzen senkrecht im Bett zu stehen, weil meine Hüfte mit einem Mal so weh tat, obwohl ich sie gar nicht belastet habe… Nie Probleme mit ihr hatte… Zumindest nicht mit dieser Seite… Nein, das war genug! Jetzt reichts, dachte ich mir. Krebsvorsorge hin und her. Kann mir auch ein Backstein auf den Kopf fliegen, bin ich auch weg, beruhigte ich mich… Aber das weiter mit machen?! Nein, kein Bedarf!

Hatte ich ein paar Tage, nach dem Absetzen, zuerst den Eindruck, daß endlich alles besser wird, so war auch das, nur ein Trugschluß. Als mir dann vor ein paar Tagen, auch noch meine Haare begannen auszufallen, habe ich alle Beipackzettel durchgesehen und fest gestellt, daß jedes meiner Medikamente, diese Nebenwirkungen hat. Es ist also völlig egal, ob ich das Eine weg lasse, die anderen Medikamente, haben die Nebenwirkungen ebenso. Ja schönen Dank auch! Jetzt bin ich erst mal bedient!

Erschwerend hinzu, kommt der Husten, welcher auch immer häufiger wird. Das führe ich auf den Schimmel in unserer Wohnung zurück, der sich fröhlich vermehrt. Parallell dazu, haben wir Löcher und Risse in den Kellerwänden, die so groß sind, daß ich meine Finger komplett hinein stecken kann. Die Bodenfliesen im Badezimmer, lösen sich bereits und brechen teilweise. Immer wenn wir darüber laufen, wackeln sie und der Boden knirscht. Mich beschleicht, ein zunehmend, unwohles Gefühl. Auch wenn die 20 Meter hohe tote Fichte, die unser Haus und die Häuser der Nachbarn bedroht hat, mittlerweile gefällt wurde. Bei diesem Ereignis, haben wir unseren Vermieter übrigens, zum ersten Mal, persönlich kennen gelernt. Eigentlich schien er ganz nett zu sein. Doch von sowas, lasse ich mich nicht mehr täuschen. Im Gegenteil! Denn die Drecksarbeit, macht schließlich die Hausverwaltung für ihn. Insofern sie, die überhaupt macht, versteht sich. Bis heute haben wir kein Licht im Hausflur und laufen des Abends mit Taschenlampen durchs Haus.

Es ist nicht so, daß ich keine Birnen wechseln könnte. Dadurch, daß „Paul“ fast blind ist, mache ich generell, so ziemlich alles allein. Nur sind es hier nicht die Birnen, die gewechselt werden müßten, sondern die Zeitschaltuhr, welche das alles regelt. Doch an der Hauselektronik rum zu fummeln, wenn man sich nicht auskennt, sollte man lieber lassen.

Ich habe kein Problem, mit einer Taschenlampe durchs Haus zu laufen, unsere Mitmieter unten, nehmen stattdessen ihr Handy, als Lichtquelle. Das ist für uns schon so normal, daß ich erst gar nicht verstand, weshalb uns die Nachbarn so befremdlich anstarrten, als wir mit Taschenlampe, wie die Einbrecher, in unserem eigenen Hausflur herum leuchteten. Aber ich habe ein Problem, mit dem frechen Brief, welchen uns die Hausverwaltung zugeschickt hatte. Bei unserem Einzug, hatten wir Platz in einem zusätzlichen Kellerraum, zugesprochen bekommen. Leider haben wir uns das nicht schriftlich geben lassen. Wollten wir, aber die Dame meinte, sie wüßte das ja, das sei nicht notwendig. (Das passiert mir auch nie wieder!)

Als wir dann aber wiederholt, um Licht im Flur und Baumfällung gebeten haben, hatten wir diesen zusätzlichen Kellerraum, ganz plötzlich bis Monatsende zu räumen. An die Vereinbarung, konnte sie sich während des Telefonats, dann plötzlich nicht mehr erinnern und hat mich hingestellt, als ob ich, nicht mehr alle Latten am Zaun hätte. Ich hätte platzen können, vor Wut. Doch leider konnte ich das nicht, da unsere Pflanzen im Winter, im Hausflur stehen. Dort stören sie zwar keinen, da über uns nur der Dachboden ist, aber die Hausverwaltung kann uns das rechtlich gesehen, verbieten. Das hat sie dann auch, durch die Blume, angedeutet. Dieses kam durch eine Nachfrage ihrerseits, ob die Pflanzen dort nur im Winter, oder auch im Sommer stehen. Das weiß sie, schließlich war sie oft genug hier! Diese Frage, diente einzig und allein dazu, uns anzuweisen, die Klappe zu halten, wenn wir dieses Privileg behalten wollen. Das sie auch anders kann, hat sie uns ja bereits durch den Entzug des Zusatzkellers und ein paar andere Dinge bewiesen. Da wir unsere Pflanzen nicht draußen lassen können und uns auch nicht die Bude vollstellen wollen, müssen wir also tatsächlich, die Klappe halten. Das heißt dann eben, weiterhin mit Taschenlampe arbeiten und alles ignorieren. Bis die Hütte, irgendwann unter uns weg bricht. Ich hoffe inständig, daß wir dann, nicht mehr drin sind. Denn die Bausubstanz ist meiner Meinung nach, bereits angegriffen.

Ich habe noch nie in meinem Leben, in einer solchen Bruchbude gewohnt. Mich in diesem Bereich, noch nie so ohnmächtig und ausgeliefert gefühlt! Und so wie uns, geht es vielen Menschen. Unsere Mitmieter zum Beispiel, haben einen neu gekauften Kleiderschrank, wo bereits Teile der Rückwand weg geschimmelt sind. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Kommentar der Hausverwaltung dazu war: „Ja, dann dürfen sie den Schrank, halt nicht an die Wand stellen!“ Ja wo denn sonst hin? Aufs Bett??? Frechheit!

Wer weiß, wozu es gut war, das einmal zu erfahren. Es macht mich, glaube ich, noch ein bißchen demütiger. Es redet sich immer so leicht, wenn man von etwas, nicht betroffen ist… Nicht drin steckt… Egal, worum es geht. Aber solche Erfahrungen, so bitter sie auch für mich sind, lehren mich, in Zukunft, noch einfühlsamer zu sein. Zumindest habe ich mir das vorgenommen.

Du siehst also, auch mir fällt es oft schwer, den Kopf oben zu behalten. An manchen Tagen, da sinkt er, zusammen mit heißen Tränen, bis hinunter auf meine Brust. Ich gestatte mir das und weine. Aber dann, versuche ich ihn wieder zu heben, wische die Tränen fort und mache mit neuer Entschlossenheit weiter.

Bildertext:

und wieder einmal eine Reise in dunkelste Abgründe
ich sehe mich fallen und aufschlagen auf dem Asphalt
hartes Beton, was mein Gesicht zerschmettert
und mein Herz zu zerreißen droht
wo bist du hin, du meine hoffnungsvolle Stärke
du gingst hinfort und nahmst mich nicht mit…

doch ich will dich wieder finden, eines Tages
und dann gehen wir Schritt für Schritt ins Licht zurück

© Emily-Star

17 Kommentare zu „All den Dingen zu trotzen, die mein Gesicht langsam, tief in den Staub drücken…

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  1. Ich hoffe mir sehr, dass deine Schmerzen weggehen oder wenigstens weniger werden ! Mit solchen Schmerzen kann man einfach nicht mehr sich selbst sein oder klar denken.
    *drückedichmalganzfest*

    Liebe Grüsse J.

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    1. Ich danke Dir 🤗 Leider sind die Schmerzen bisher nicht weg gegangen. Ich habe versucht, daß Omeprazol abzusetzen, aber in Woche 4, ist meine chronische Magenschleimhautentzündung wieder ausgebrochen. Also Omeprazol wieder nehmen und abwarten, bis die weg ist und dann noch mal versuchen, das Medikament abzusetzen. Die Statine und Betablocker sind zwar auch nicht schön, aber die kann ich nicht weg lassen. Doch auf das Omeprazol, werde ich versuchen zu verzichten. Das ist auf Dauer schon ziemlich übel in den Nebenwirkungen. Klar, kann dann der Krebs schneller kommen, aber meine Lebensqualität ist so schlecht, daß es mir das einfach nicht wert ist. Im Herbst, kommt dann auch wieder die jährliche Spiegelung. Mal gucken, was die wieder ergibt.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  2. Liebe Emily,
    ich bete für dich, für eure Wohnsituation, für deine Gesundheit und Heilung und die richtigen Wegweiser, was sowohl wohnungsmäßig als auch zur gesundheitsmäßig am besten zu tun ist.
    Gut, dass du an deine Stärke glaubst und dich an SIE wendest!!!
    Ich schreibe auch manchmal Briefe an die höchste Kraft und schreibe IHR , wie mir ums Herz ist.
    Meist kommen kurz danach „Antworten“ in Form von „Zufälliglkeiten“ oder / und klaren inneren IM-Pulsen.
    Das wünsche ich dir auch von Herzen!
    Alles Liebe und Gute von Marina aus dem Lichtgestöber ❤

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  3. Also natürlich könnte man mit Mietminderung arbeiten, d. h. weniger Miete bezahlen auf Grund von … und dann auflisten. Aber das kann natürlich weitere Repressalien auslösen. Ihr habt da ziemlich üble Vermieter.

    Ich hoffe für euch, dass ihr da bald rauskommt. Da wohnt man ja auf einem Campingplatz besser …

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    1. Genau das, ist der Punkt. Ja, wir könnten auch durchaus Stunk beim Vermieter machen! Aber nein, wir sind nicht, an noch mehr Ärger interessiert. Zumal es uns persönlich, nichts bringen würde. Die Mietminderung, holt sich das Amt von uns. Also hätten wir bis auf Ärger, nichts davon. Der Vermieter wird das Haus
      nämlich trotzdem nicht richten lassen und uns eher versuchen wollen los zu werden. Das ist bei „Paul“ aufgrund seiner Behinderung zwar kniffelig, aber dann macht man es eben inoffiziell. Angefangen bei noch mehr Einschränkungen, die wir nicht haben wollen.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  4. Gibt es keine Möglichkeit bei einem Mieterbund Hilfe zu bekommen … Kann das sein das ihr in den Ümständen gar keine Miete bezahlen müsst … Also dort müsste es doch Hilfe geben . Hoff ich denk ich … Und vielleicht haben die ja Eigentümer an der Hand die auch vermieten und wo die helfen vermitteln …
    Ich drück euch die Daumen 🕊☀️

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    1. Der Mieterschutzbund läßt sich die Mitgliedschaft, sehr gut bezahlen. Sie stellen keinen Anwalt und beraten nur. Unsere Mitmieter waren schon dort und die vor ihnen auch. Sie geben Ratschläge, aber die kennen wir auch schon. Wir könnten Mietminderung machen, aber die bringt uns nichts. Das Geld holt sich das Amt eh wieder. Davon abgesehen, bringt das Ärger, den ich nicht haben will. Egal wie, da hilft nur ausziehen. Aber nicht überstürzt, sondern wohl überlegt. Wir sparen bereits das Geld für den Auszug und der wird ein bißchen was kosten. Da „Paul“ fast blind ist und auch sonst, körperlich nicht belastbar, werden wir Umzugshelfer brauchen. Und die kosten eine Menge Geld. Außerdem wollen wir weiter weg ziehen, was den Preis ebenfalls erhöht.

      Es liegt also nicht an einer neuen Wohnung mit Garten. Die findet sich da, wo wir hin wollen, wahrscheinlich sogar sehr leicht. Es ist das Umzugsgeld, was erst mal ohne Streß, beiseite gelegt werden will. Überstürzt und ohne ausreichend finanzielle Mittel im Rücken zu handeln, wäre aus unserer Sicht, nicht klug. Wir haben ja auch schon angefangen zu sparen. Es dauert halt seine Zeit, bis alles beisammen ist.

      Herzlichst Emily

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      1. Ja … man weis eben zu wenig . Das dachte ich mir schon das ihr alles schon selbst getan habt was möglich ist . Das wusste ich nicht das man in den Mieterschutz eintreten muss und Gebühren bezahlen . Es ist alles sehr mühsam .
        Auf jeden Fall drück ich euch die Daumen .

        ☀️🐚 Conny

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        1. Die einmalige Aufnahmegebühr beträgt 20,00 Euro
          Der Jahresbeitrag beträgt 80,00 Euro für natürliche Personen (Privatpersonen)
          Der Jahresbeitrag für juristische Personen (gewerbliche Mietverhältnisse) beträgt 120,00 Euro
          Dieser ist jährlich im Januar eines jeden Jahres bzw. bei Beitritt zu entrichten und verringert sich anteilig bei Eintritt zum 1.4., 1.7. oder 1.10..

          Das habe ich mal, von deren Homepage kopiert.

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  5. Gewährung von Gunst und keine klaren Regeln – kann im Streitfall natürlich zum Nachteil gereichen. Für mich ist der Mietpreis entscheidend. Stimmt der, nehme ich einiges in Kauf, oder besser, regel es selber. Schimmel gehört definitiv nicht dazu – der ist unzumutbar.

    L.G. & gutes Gelingen bei der Wohnungssuche.

    Gefällt 2 Personen

    1. Danke Dir. Das wird schon klappen. Doch zuvor, muß erst mal das Geld für einen Umzug ran. Das wird nicht wenig werden, da wir auch weiter weg ziehen wollen. In spätestens zwei Jahren ist aber alles beisammen. Bis dahin muß es irgendwie gehen.

      Herzliche Grüße,

      Emily

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  6. damit die Nachmieter nicht dasselbe erfahren, wäre es ganz wichtig, die Missstände zu benennen.
    wenn der Vermieter kein Ohr hat, würde ich womöglich auch an die Öffentlichkeit gehen. Dies bedingt aber auch ein dickes Fell.
    Gibt es bei euch nicht auch eine Anlaufstelle für Mieter? Evtl. könntet ihr sogar eine Mietreduktion erwirken.
    Jedenfalls ist es zum Schreien, dass es immer wieder Vermieter gibt, die sich einen Dreck um das Wohl ihrer Mieter kümmern, bzw um ihre Immobilien. Solche Objekte dürften erst gar nicht vermietet werden.

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    1. Ja, wir könnten eine Mietminderung machen, aber davon hätten wir nichts, als Ärger. Das Geld holt sich dann eh das Amt und wir hätten noch mehr Einschränkungen, die wir definitiv, nicht haben wollen. Noch mehr an die Öffentlichkeit, in Form von Zeitungen oder Fernsehen zu gehen, wenn man weder eine neue Wohnung, noch das Geld für einen Umzug im Rücken hat, halte ich nicht für klug. Im ersten Augenblick, mag das Empörung in der Öffentlichkeit und vielleicht sogar einen gewissen Druck auslösen. Im Nachklang aber, bitter schmecken. Ich habe keine Lust, all meine Pflanzen, in die Wohnung stellen zu müssen, oder noch mehr schikaniert zu werden. Das dicke Fell, um so etwas erfolgreich durchzuziehen, besteht in meinen Augen, in erster Linie, aus finanziellen Mitteln. Genau die, sind aber in dem Maße, bei uns und auch vielen anderen, eben nicht vorhanden. Natürlich gibt es einen Mieterschutzbund. Aber sie stellen keine Anwälte, wenn wirklich etwas ist. Sie beraten lediglich und lassen sich das, auch gut bezahlen. Deshalb, haben wir uns, gegen eine Mitgliedschaft entschieden. Bei dem, was das für 2 Personen im Jahr kostet, kriege ich, wenn ich noch ein bißchen was rauf packe, fast schon eine Rechtschutzversicherung. Aber auch das sehe ich nicht ein und bringt uns letzten Endes nichts. Das Haus ist kaputt und der Vermieter wird es, egal wie, nicht richten lassen. Da hilft wahrscheinlich nur noch, eine Kernsanierung…

      Klar ist, es hilft nur ein Umzug. Doch dafür und für alles, wad da noch mit dran hängt, brauchen wir ein gutes, finanzielles Polster. Bis das da ist, dauert es eben seine Zeit. Das Geld vom Amt für einen Umzug, ist da viel zu wenig.

      Fazit: Ich habe viele, übereilte Entscheidungen in meinem Leben getroffen. Die fühlen sich erst mal gut an, haben sich aber nicht bewährt! Natürlich ist das gesundheitsschädlich. Aber trotzdem halte ich es für besser, besonnen und wohlüberlegt, die weiteren Schritte zu planen. Sonst kommen wir ins nächste Desaster. Dann ist zwar die eine Sorge weg, aber dafür stehen viele andere, vor der Tür.

      Herzliche Grüße,

      Emily

      Liken

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