Gedanken für Zwischendurch Teil 4

Vergebung © Emily-Star

Vergebung

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Sanfte Musik und Kerzenlicht sind die Begleiter meiner Seelenreise. Ich schließe die Augen und lasse mich sanft, ganz sanft davon tragen. Alles ist so friedlich und wenn ich die Augen kurz öffne, sehe ich den Sternenhimmel, so groß und weit wie der Ozean. Ich öffne die Tür, trete hinaus unter dieses wunderbare Sternenzelt und während der Mond so hell und wunderschön in mein Gesicht scheint, höre ich ein Käuzchen rufen. Ein leichter Wind kommt auf und flüstert mir einen Gruß zu während er, sanft meine Wange streichelt. Ich erschaudere unter dieser liebevollen Berührung und nehme mit einem tiefen Atemzug den Zauber der Nacht in mir auf. So lange schon war ich auf der Suche nach Deiner Liebe für mich und nun da ich sie endlich gefunden hatte, hast Du Dein Herz mir wieder verschlossen. Ob Du den Himmel noch in gleichem Glanze erkennen kannst, nachdem Du meine Seele zum weinen brachtest und Dich von mir ab wandest, als hätte ich nie existiert? Lange Zeit war die Enttäuschung darüber so groß, daß ich Dich hasste und liebte zugleich. Dir einfach nicht vergeben konnte, daß Du mich wieder einmal hast fallen lassen. Doch der Hass ist nun fort und was bleibt ist eine Leere in meinem Herzen, die nichts und niemand füllen kann. Ich weiß, Du wirst nie zu mir zurück kehren und dennoch zünde ich jetzt eine Kerze für Dich an, damit sie Dir die Wärme schenkt, die mir verwehrt bleibt, Dir direkt zu geben. Du sollst nie mehr frieren müssen!

Ich schicke all meine Liebe in die kalte Nacht hinaus, damit Du Dich wieder geborgen fühlen kannst und vergebe Dir. Und ich vergebe mir, daß ich mich dafür entschieden habe, ich zu sein- anstelle von dem Kind, was Du Dir erwartet hast. Ich vergebe mir, daß ich bereit war, dafür den Preis des Verlustes Deiner Liebe zu zahlen und ich vergebe Dir, daß Du mir keine uneingeschränkte, frei von Bedingungen geknüpfte Liebe entgegen bringen kannst. Ich weiß, Du hast immer nur das Beste für mich gewollt und das für mich getan, was in Deinen Möglichkeiten stand. Auch wenn ich Dich sehr vermisse, jeden Tag – so rufe ich jetzt meinen Freund den Wind. Er soll meinem Herzen Frieden schenken und Dir mit einem letzten Gruß von mir noch einmal sanft über Deine Seele streicheln. Ich bitte die Vögel, daß sie auf Deiner Fensterbank kurz inne halten, um Dir von diesem Gruß zu erzählen. Ich bücke mich und lasse eine Hand voll Erde durch meine Finger gleiten. Wo immer Du auch wandeln magst, soll sie Dich stützen und halten, festigen Deinen Schritt. Der Mond küßt die Sonne jeden Morgen und am Abend verneigt sie sich vor ihm. Ich sende einen sanften Gruß zum Himmel, schließe die Augen und bin Dir in Gedanke noch einmal nah…

Ich öffne die Augen, eine Sternschnuppe fällt vom Himmel und ich sinke langsam auf meine Knie. Es tut immer noch weh, trotzdem… Trotz all dem, was gewesen und nicht gewesen ist, was immer Du auch tun wirst und wo immer Du seist- wisse, ein Teil meines Herzens wird immer bei Dir sein. Meine Liebe für Dich ist bedingungslos, sie liebt und vergibt Dir. Mögen wir Beide in unseren Herzen Frieden finden.

Gedanken für Zwischendurch Teil 3

Oh Du Leben mein, so kostbar kleine Spanne der Zeit wachse in mir, umarme mich liebevoll. Ich will immer wieder an Dich glauben, mit Dir nehmen, Dich erleben. Oh Ihr Berge still, ich Euch erklimmen will. © Emily-Star

Info vorab: Dieser, wie alle anderen Teile der Reihen „Gedanken für Zwischendurch“ und „Wege der Selbstheilung“ ist ein Repost und somit ein paar Jahre alt.

Geboren um zu leben oder das zweite Talent

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Ich war schon als Kind ein Mensch mit sehr starken Gefühlsschwankungen und einer intensiven Gefühlswahrnehmung. Ich fühlte mich dem oft wie ausgeliefert. Im Laufe der Zeit lernte ich einen Teil davon, durch Ballett und Jazztanz zu kompensieren. Später besuchte ich dann noch Standarttanzkurse und kam auch dort recht schnell voran. Das singen können, mußte ich mir über viele Jahre sehr hart erarbeiten. Aber zu tanzen war mein Talent und für mich die absolute Erfüllung. Was für ein Gefühl war es, schweißgebadet zu Boden zu sinken. Jede Faser meines Körpers spüren zu können und das Gefühl der Lebendigkeit zu genießen. Ich wollte das zu meinem Beruf machen und bekam sogar eine Empfehlung für eine professionelle Tanzschule von meiner Ballettlehrerin, worin sie mein außergewöhnliches Talent bestätigte. Doch mein Vater war der Meinung, daß ich lieber etwas anständiges lernen sollte und so besuchte ich die Schule nicht. Das hat mich damals sehr frustriert, auch wenn ich es heute schon verstehen kann. Er hat es halt nur gut gemeint.

Trotzdem tanzte ich weiter, bis ich eines Tages Schmerzen in den Knien bemerkte. Ein Besuch beim Arzt brachte die ernüchternde Erkenntnis, daß meine beiden Knie kaputt waren und es besser für mich wäre, nun nicht mehr zu tanzen. Knie könnte man zwar austauschen, aber angeblich nur einmal und das sollte ich mir doch lieber fürs Alter aufheben. Parallel dazu kam von einem anderen Arzt die Diagnose Borreliose; die mir klar machte, daß da irgendetwas in mir ist, was mich jederzeit schachmatt setzen kann. Eine kleine tickende Zeitbombe in mir, ausgelöst durch einen Zeckenbiss vor Jahren, den ich nicht ernst genommen hatte. Warum auch? Wenn man kein Arzt oder Hypochonder ist, woher soll man dann wissen, was der rote Ring um den Zeckenbiss zu bedeuten hat? Ich erinnere mich wage daran, dachte damals aber, es wäre nur eine Entzündung.

Mein Arzt sagte dann noch als Krönung vom Ganzen: „Wären sie gleich gekommen; dann hätte man noch etwas machen können!“ Ich dachte mir nur: Ja ganz prima, das „hätte-würde-wenn“ hilft mir jetzt auch ungemein!

Fazit: Es blieb mir nur noch eine regelmäßige Kontrolle meiner Blutwerte, ob die Borrelien wieder aktiv waren oder nicht. Sollte dies der Fall sein, würde nur eine sofortige Behandlung mit einem ganz speziellen Antibiotika und die Hoffnung, daß ich davon nicht zu viele bräuchte, helfen. Denn von mal zu mal, könnten sie weniger wirken. Wie das halt bei allen Antibiotika so ist. Nach der ersten Verleugnungsphase „Nein habe ich nicht“ kam die Frustrationsphase. Bei dem Gedanken, gegen den kleinen, nur unter dem Mikroskop sichtbaren Feind in mir, nichts machen zu können, wurde ich innerlich fast wahnsinnig. Und wie es so ist, wenn man sich nur gut genug in etwas hinein steigert, dann bricht es auch aus. So hatte ich Phasen mit kurzzeitigen Lähmungserscheinungen und noch schlimmere mit ganz viel Selbstmitleid. Die Selbstmitleidsphase „Warum gerade ich?“ dauerte zwei Jahre. Zwei Jahre wo ich mich geistig schon im Rollstuhl sitzen sah, kaum noch unter die Menschen ging und die Welt verfluchte. Mir sagte dazu mal jemand: „Du fragst warum gerade ich, wünscht du es etwa jemand anderem?“ Da habe ich viel drüber nachgedacht. Nein, natürlich nicht und irgendwann erwachte ich dann endlich aus meinem Selbstmitleid.

Ich bekam mit einem Mal so eine Wut, daß es mir egal wurde, was die Ärzte gesagt hatten und trainierte Tag für Tag das normale laufen. Denn dadurch, daß ich mich kaum noch bewegt hatte, ging das normale laufen, nur noch humpelnd mit einer speziellen Schiene für das Knie. Die gesamte Muskulatur in meinem Körper, hatte sich schon sehr stark abgebaut. Doch innerhalb von zwei Monaten schaffte ich es durch eisernen Willen, wieder normal und ohne Schiene zu laufen! Alle Energie, die ich zuvor in mein Selbstmitleid gesteckt hatte, investierte ich nun in meine Selbstheilung oder zumindest die Verbesserung meiner Lage. Und sie hat sich verbessert! Sie hat sich so sehr verbessert, daß seit einem Jahr keine Lähmungserscheinungen mehr aufgetreten sind- nirgendwo!

Und nicht nur das, vor einiger Zeit habe ich angefangen, mir selbst das Klavierspielen beizubringen. Obwohl ich noch bis vor einem Jahr oftmals Lähmungserscheinungen in den Händen hatte, sind diese nicht wieder gekommen. Mir wurde endlich bewußt, daß ich geboren wurde um zu leben und das auch ganz bewußt wahr zu nehmen!

Mein zweites Talent kann ich zwar trotzdem so nicht mehr ausüben, aber auch das wegfallen dessen hat mir etwas geschenkt. Verrückt? Ja klingt fast so. Aber es hat mir die Erkenntnis geschenkt, daß nichts selbstverständlich ist und daß ich mit der Macht meiner eigenen Gedanken und meiner Einstellung zum Leben vieles zum Positiven verändern kann! Ich bin kein Opfer, ich erschaffe mir mein Leben selbst und wenn es irgendwann vorbei ist, dann kann ich wenigstens sagen: „Ich habe wirklich gelebt und immer mein bestes gegeben!“ Das ist doch wohl tausendmal besser als: „Ich war schon vorher 10 Jahre innerlich tot, habe nur noch dahin vegetiert und bin im Selbstmitleid versoffen.“

Und nicht nur das. Ich glaube, da geht noch viel mehr, als ich mir bis jetzt vorstellen kann und ich freue mich darauf!

Bildertext:

Oh Du Leben mein,
so kostbar kleine Spanne der Zeit
wachse in mir,
umarme mich liebevoll.
Ich will immer wieder
an Dich glauben,
mit Dir nehmen,
Dich erleben.

Oh Ihr Berge still,
ich Euch erklimmen will.

© Emily-Star

Kurze, aber wichtige Unterbrechung: Der alte Mann auf dem Fahrrad

Ich hatte erst überlegt, ob ich die Jakobswegreihe, wirklich mit einem anderen Beitrag unterbrechen will. Aber jetzt erscheint mir das, doch so außerordentlich wichtig, daß ich dies jetzt einfach mal kurz tue. Denn wenn das gestern anders gelaufen wäre, wäre es für immer, beim letzten Bericht geblieben!

Als ich gestern spazieren ging, da traf ich mit einem Mal einen alten Mann auf dem Fahrrad. Ich habe erst mal einen Schreck gekriegt, weil der nicht weiter fuhr und irgendwie auf mich zu warten schien. Also sprach ich ihn direkt an und fragte ihn nach dem Weg. Direkt ansprechen, vertreibt meine Unsicherheit, dachte ich mir nur. Als er mir antwortete, sah ich, daß ihm auch ein paar Schneidezähne fehlten.

Er wollte mich über die Strecke zurück lotsen, über die ich bereits gekommen war. Das wollte ich aber nicht und außerdem hatte ich Durst und suchte noch, nach einem Laden. Als er merkte, daß ich mich nicht von meiner Meinung abbringen ließ, sagte er, daß er mich begleiten würde. Ich dachte nur, „Oh nee!“ und versuchte heraus zu finden, ob er mir gefährlich werden könnte. Aber irgendwie wirkte er so alt auf mich, daß ich mir das nur schwer vorstellen konnte. Er meinte, es wäre sicherer, wenn er mit käme. Für ihn natürlich. Das fand ich urkomisch und fragte ihn, weshalb er bei mir Schutz suche? Er gab keine Antwort und ich dachte nur „Oje, der ist glaube ich, etwas verrückt!“ Aber egal wie, er ließ sich nicht abschütteln und blieb auf seinem Fahrrad neben mir.

Als wir in den nächsten Ort kamen, wollte ich einen Laden suchen, um etwas zu trinken zu kaufen. Aber er sagte, das lohnt sicht nicht, da es in diesem Ort (Straße mit ein paar Häusern, trifft es eher) schon lange keinen mehr gab. Er erzählte nicht viel, außer, daß er früher mal bei einem Waldstück an die 100 Bäume geflanzt hätte?! Ich fragte ihn, ob er ein Förster sei und wieder kam keine Antwort. „Ojeeeeee“, dachte ich. „Was machst du jetzt?“ Dann erzählte er, daß er da hinten, ein Haus zwischen zwei großen Bäumen habe und das wiederholte er immer wieder. Irgendwann blieb ich stehen und wollte wissen wo. Er versuchte es mir zu zeigen, aber ich sah es nicht. Ich sah so viele Bäume. Aber keine 2 großen mit einem Haus dazwischen.

In dem Augenblick, sah ich aber etwas anderes und zwar, wie ein LKW auf uns zu kam. Er schlingerte über die Straße und den Rand. Ich dachte nur „Nee, der wird uns jetzt nicht umfahren?“ Der alte Mann neben mir hingegen, blieb ganz ruhig und tatsächlich, bekam der Fahrer den LKW schließlich zum Stehen. Er stieg aus, war selbst ganz fassungslos und ging hinter den LKW, um zu sehen, was da los ist. Anschließend kam er mit einem langen Gesicht zurück und machte den LKW aus. Ob der Reifen geplatzt war?

Der alte Mann, blieb ganz gelassen und verabschiedete sich von mir, mit den Worten, daß er jetzt wieder nach Hause müßte.“Was war das denn jetzt?“ fragte ich mich fassungslos? Er fuhr noch kurz zu dem LKW Fahrer und bog dann über einen Feldweg zu seinem Haus, zwischen den 2 großen Bäumen ein. Das was ich partout nicht sehen konnte.

Während ich weiter ging, fiel mir auf, daß dieser alte Mann mir eigentlich das Leben gerettet hatte. Denn wäre ich allein gegangen, hätte ich den Ort nach einem Laden durchsucht, was alles verzögert hätte. Und ich hätte den LKW nicht kommen hören, da ich, wenn ich auf dem Feld unterwegs bin, immer laut Musik über Kopfhörer, höre. Davon abgesehen, laufe ich trotzdem am Rand her, damit mich die Autos einfach überholen können, was sie ja auch stets problemlos, tun.Aber dieser LKW, damit rechnete ich nicht. Besonders bei so einer kleinen Straße. Fast schon eine Art Feldweg. Und das der PLÖTZLICH die Kontrolle verliert und ins Schlingern kommt, erst Recht nicht. Das könnt Ihr mir jetzt glauben, oder auch nicht. Aber genauso ist es mir gestern passiert. Wäre der alte Mann nicht da gewesen, hätte mich der LKW überfahren! Wenn das mal keine Antwort auf meine Fragen an Gott ist…

Ich bin noch immer sehr nachdenklich. Natürlich frage ich auch meine Ratio. Aber auch die kann sich diesen „Zufall“ nicht logisch erklären und so bin ich sehr dankbar und glücklich, daß meine Zeit, scheinbar noch nicht gekommen ist.

Diesen Rosenkopf, fand ich am selben Abend bei dem Mülleimer einer Parkbank. Wahrscheinlich hat ein, von seinem Partner enttäuschter Mensch, die Rose geköpft und dort hin geworfen. Ich habe sie trotzdem aufgehoben. In Erinnerung an dieses Erlebnis und das, was es für mich bedeutet.