Wege der Selbstheilung Teil 21

Achte mal ganz genau darauf, wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast, ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ von ihm einfallen und welche das sind! Oftmals handelt es sich dabei um Themen, von denen Du dachtest, daß Du sie vergessen und vergeben hättest. Aber das hast Du leider nicht! Denn sonst würde es Dir ja jetzt nicht sofort wieder einfallen und Dich immer noch wütend machen, oder? © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben, weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 4

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell! Den Kontakt zu meiner Mom, habe ich vor ein paar Jahren abgebrochen! Die gute Beziehung war reines Wunschdenken meinerseits. Als ich das endlich auch mal erkannt hatte, zog ich die Reißleine. Dazu mehr, zu einem anderen Zeitpunkt! Trotzdem habe ich ihr vergeben! Nicht ihr zuliebe, sondern mir zuliebe!

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Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Am nächsten Tag, bin ich wütend und je mehr ich, über all die Erkenntnisse von Gestern nachdenke, umso wütender werde ich. Das erinnert mich, ja schon fast ein bißchen, an die sechs Liebeskummerphasen, die man durchläuftt.

Phase 1: nicht wahr haben wollen

Phase 2: Trauer

Phase 3: zurück haben wollen

Phase 4: Wut

Phase 5: Trauer

Phase 6: Akzeptanz

Ja wenn das in meinem Fall auch so wäre, dann könnte ich ja sehr zufrieden sein. Da ich wüßte, es kommt ja eh nur noch Phase 5 und danach, bin ich mit Phase 6, dann auch endlich frei. Aber auch, wenn dieser innere Prozeß, ein bißchen meinem ähnelt, so ist er leider nicht ganz dasselbe. Denn diese Phasen, habe ich immer wieder, von neuem erlebt und der kurzzeitigen Akzeptanz, folgte irgendwann dann doch wieder die, des nicht wahr haben wollens. Vielleicht bin ich da, auch einfach nur besonders schwer, von Begriff. Jedem anderen, würde ich wahrscheinlich raten, sich endlich frei zu machen und den Menschen los zu lassen. Doch mittlerweile, weiß ich aber auch, daß das zwar leicht gesagt ist, aber in der Umsetzung verdammt schwierig. Wir sind, wie ich ja schon oft erwähnte, nun mal keine Computer, wo man Programme dann einfach deinstalliert oder Bilder löscht, wenn sie einem nicht mehr gefallen. Meiner ersten großen Liebe bin ich auch, jahrelang hinter her gelaufen, wie so ein kleines dummes Huhn. Es ist schon erschreckend, wenn ich mir das jetzt in Erinnerung rufe. Wie sehr ich mich doch da, immer wieder, zum Affen gemacht habe.

Aber leider, habe ich mich nicht nur dort, sondern generell schon immer sehr schwer damit getan, Menschen aus meinem Herzen zu entlassen, wenn sie erst einmal einen Platz darin gefunden haben. Mich von jemanden zu entlieben, oder aber mich emotional zu distanzieren, ist jedes Mal ein langer Prozeß. Man kann das Treue oder Dummheit schimpfen, je nachdem. Im Fall von meiner Mom war es gut so. Denn diese Liebe, die auch bei ihr nie aufhörte, hat mir die Kraft gegeben an unserer Beziehung zu arbeiten und wirklich verzeihen zu können. Und das, sage ich jetzt auch nicht einfach nur so, sondern es entspricht wirklich den Tatsachen. Irgendwann kam der Tag, da hatte ich ihr vergeben und empfand keinen Groll mehr. Nur noch Liebe. Auch wenn wir heute mal eine kleine Meinungsverschiedenheit haben, kehrt währenddessen, weder der alte Groll zurück, noch ändert das irgendwas an meinen Gefühlen, für sie. Und daran sehe ich, daß es wirklich vergeben ist. Achte mal ganz genau darauf, wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast, ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ vom anderen einfallen und welche das sind. Das sind dann nämlich, die noch nicht verarbeiteten Themen, zwischen Euch. Die, welche Du angeblich verziehen hast. Denn wenn Du etwas wirklichen verziehen hättest, dann würde es Dir bei einem Streit auch nicht gleich wieder einfallen. Ich könnte mich jetzt, mit meiner Mom streiten und mir würden die alten Probleme, gar nicht in den Sinn kommen. Und das betrifft wirklich alle Bereiche. Also auch Freundschaften oder Beziehungen. Wenn Du dem anderen wirklich vergeben hast, dann fällt es Dir bei einem Streit, erstens auch nicht gleich wieder ein und zweitens, verwendest Du es erst recht nicht, gegen die Person, mit der Du gerade, streitest. Das tust Du wirklich nur, wenn das Thema immer noch, in Dir arbeitet.

Ich dachte auch vor einiger Zeit, ich hätte meinem Vater, alles vergeben. Jetzt merke ich aber, daß das nicht der Fall ist. Da habe ich mich schön selbst belogen. Als ich gestern alles nieder schrieb, da spürte ich, wie viel Groll, ich noch immer in mir habe. Wenn ich hingegen, über die Gewalterfahrungen mit meiner Mom aus meiner Kindheit berichte, verspüre ich keine Wut mehr. Das ist nur noch ein subjektiver Tatsachenbericht. Bei meinem Vater hingegen, könnte ich jetzt ausflippen vor Wut. Zum einen auf mich, daß ich so blöd war und nicht aus der Vergangenheit gelernt habe und zum Anderen auf ihn, daß er mir das „antat“. So ein denken ist „spirituell“ gesehen, natürlich nicht vernünftig. Da heißt es immer, man soll vergeben, alles hat seinen Sinn und der Andere spiegelt uns nur, unser eigenes Verhalten wieder. Wer schon einmal so ein Buch gelesen hat, der weiß, worauf ich da anspiele. Das mag ja alles schön und vielleicht richtig sein, hilft mir jetzt gerade aber nicht dabei, mich abzuregen. Alle anderen, denen diese Themen fremd sind, haben stattdessen, aber gewiß auch schon oft von ihrem Umfeld gehört, oder vermittelt bekommen, daß es ja jetzt ja mal gut sein müßte und wie schlecht das für uns sei, immer noch sauer oder traurig zu sein.

Man muß ja auch mal vergeben können. Kein Wunder also, daß wir uns so oft selbst belügen. Wir haben das schließlich nicht anders gelernt. Das soll kein Vorwurf an die Eltern oder Erzieher sein, denn die haben es ja auch nicht anders, beigebracht bekommen. „Du mußt jetzt nicht wütend sein! Du mußt nicht traurig sein! Du mußt doch keine Angst haben! Du mußt vergeben! Du mußt positiv denken! Du mußt das Vergangene ruhen lassen! Du mußt nach vorne schauen! Usw…“ Was man alles muß- unglaublich! Ich würde diese Liste ja mal ganz gehässig um den Punkt: „Du mußt dich unbedingt selbst bescheißen!“ ergänzen. Denn nichts anderes ist das. Wenn ich wütend oder traurig bin, dann bin ich das in dem Moment. Da kann ich mir noch so versuchen mit dem Kopf einzureden, daß das nicht der Fall ist. Das ist doch Selbstbetrug! Und dann wundern wir uns doch tatsächlich, warum uns immer wieder die alten Kamellen einfallen. Huch, war ja doch nicht vergeben. Mist!

Wie dem auch sei. Da stehe ich nun und bin wütend. Die Wut ist kein angenehmes Gefühl. Und da ich jetzt auch nicht die Zeit habe mich sportlich auszupowern, versuche ich die Wut erst einmal wieder in den Hintergrund zu drängen. So wie ich das ja auch von klein auf gelernt habe. Doch je mehr ich versuche sie zu unterdrücken, desto heftiger regen mich Lapalien auf. Zum ersten Mal wird mir das so richtig bewußt. „Der blöde Wischeimer, wieso steht der mir im Weg! Die dumme Fliege, die nervt und ach Mist, den Abwasch muß ich jetzt auch noch machen! Und mein Partner, wieso steht der jetzt nicht auf!“ Während mir das ganz langsam klar wird, bemühe ich mich meinen Frust für mich zu behalten. Presse die Zähne zusammen, damit bloß kein Unsinn aus meinem Mund kommt. Und dann sagt er auch noch: „Ich kann nichts für Deinen Frust!“ Stimmt, Recht hat er. Was mache ich jetzt? Für Sport ist keine Zeit, aber es wäre wirklich gut, mich jetzt mal abzuregen. Ich gehe in den Garten und hole tief Luft. Dann halte ich sie an, zähle innerlich bis zehn und atme, ganz langsam aus. Währenddessen fällt mir auf, daß ich meine Hände, immer noch zu Fäusten geballt halte und dann kommt mir eine Idee.

Ich hole noch einmal tief Luft, spanne dann so gut ich kann, alle meine Muskeln an und halte den Aten erneut an. Jetzt zähle ich wieder innerlich bis zehn und versuche anschließend, mit dem Bauch ganz langsam, auszuatmen. Das ist in etwa so, als würdest Du die Bauchmuskeln anspannen oder aber versuchen den Bauch nach außen zu drücken. Wenn Du immer noch nicht weißt, was ich meine, dann achte bei Deinem nächsten, etwas längeren Gang aufs stille Örtchen, mal genau darauf, was Du dabei mit Deinen Bauchmuskeln tust. Und genau das machst Du jetzt ganz bewußt. Wenn Du das geschafft hast, versuchst Du nun währenddessen ganz langsam und leise auszuatmen. So langsam wie Du nur kannst. Funktioniert? Prima. Und jetzt zum letzten Punkt. Stelle Dir gedanklich vor, wie Du all Deine Wut, mit dem ausatmen, aus Dir heraus läßt. Das machst Du dann so lange, bis es wieder besser ist.

Ich habe das bestimmt an die 15 Mal gemacht und war fasziniert davon, wie ich mich tatsächlich langsam beruhigte. Das tolle daran ist, daß Du das, in vielen Situationen, anwenden kannst. Die wenigsten achten darauf, was Du mit Deinem Bauch machst. Wenn Du also in einer Situation bist, aus der Du im Augenblick nicht raus kannst, dann konzentriere Dich, auf Deinen Bauch. Solltest Du hingegen, die Möglichkeit besitzen, Dich kurzzeitig, zurück ziehen zu können (und wenn es auf Toilette ist), dann kannst Du die komplette Übung, mitsamt dem atmen, machen. Natürlich ist das keine Patentlösung. Aber so als kleine erste Hilfemaßnahme, doch schon mal besser als gar nichts.

Denn nicht immer, kann man sich, wenn man spotan wütend wird, erst einmal eine Stunde Zeit nehmen und Sport betreiben. Stelle ich mir auch ganz witzig vor. „Hey Chef, behalten sie mal was sie sagen wollten, für ca. eine Stunde im Kopf. Ich gehe nämlich erst mal joggen, um mich abzuregen. Dann können wir ja weiter diskutieren.“ Dann wird er wahrscheinlich sagen, daß Du gar nicht mehr wieder kommen brauchst! Nein, das mit dem Joggen, hebt man sich dann besser, für später auf, wenn man seinen Job gerne behalten möchte. Ob diese vorgeschlagene Methode, jetzt immer und in jeder Situation hilft, glaube ich zwar nicht. Aber selbst, wenn es nur ab und zu hilft, ist das doch allemal besser, als etwas zu tun oder zu sagen, was Du hinterher bereust!

Und jedes Mal, wenn Du es dann geschafft hast, mal nicht auszuflippen kannst Du das bereits als Erfolg für Dich verbuchen und sehr stolz auf Dich sein.

Bildertext:

Achte mal ganz genau darauf,
wenn Du mit jemanden einen Konflikt hast,
ob Dir dann wieder alte „Verfehlungen“ von ihm einfallen

und welche das sind!

Oftmals handelt es sich dabei um Themen,
von denen Du dachtest, daß Du sie
vergessen und vergeben hättest.
Aber das hast Du leider nicht!

Denn sonst würde es Dir ja jetzt nicht sofort wieder einfallen
und Dich immer noch wütend machen, oder?

© Emily-Star

Wege der Selbstheilung Teil 20

Über das loslassen von Menschen die wir lieben, weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 3

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell! Den Kontakt zu meiner Mom, habe ich vor ein paar Jahren abgebrochen! Die gute Beziehung war reines Wunschdenken meinerseits. Als ich das endlich auch mal erkannt hatte, zog ich die Reißleine. Dazu mehr, zu einem anderen Zeitpunkt!

Wenn wir die Dinge mit unserem Herzen einfach akzeptieren könnten, ganz so wie ein Computer die logischen Rechenvorgänge begreift, wäre das Leben leicht! Doch wäre es dann noch lebenswert? © Emily-Star

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Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.

In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Es hat schon einige Zeit gebraucht, um den Schmerz wieder auf ein erträgliches Maaß zu reduzieren. Die Spaziergänge und auch die Gespräche mit meinem Partner, haben mir da sehr geholfen, Schritt für Schritt aus meinem Gedankenkreislauf auszusteigen und in die Realität zurück zu kehren. Was bei lebensmüden Gedanken hilft, hat also auch hier, in dieser nicht ganz so dramatischen Situation, seinen Zweck erfüllt! Nun hat ein neuer Tag begonnen und es ist schon eine echte Herausforderung, wieder an dieses Gefühl heran zu kommen, nachdem es so schön im Unterbewußtsein verschwunden ist. Diesen Wechsel zwischen ganz bewußtem fühlen und anschließendem wieder ausblenden des Schmerzes zu bewerkstelligen, um die Aufgaben des Alltagslebens erfüllen zu können, erfordert schon recht viel Selbstdisziplin. Gerade jetzt, wo er nicht präsent ist, ist die Verführung groß, das Ganze einfach wieder zu den Akten zu legen. In einem Moment wie diesem, wo ich mich emotional wieder besser fühle, die Tür zum geistigen Wartezimmer zu öffnen und den ungebeten Patienten ganz bewußt willkommen zu heißen, ist schon eine ganz schöne Überwindung. Aber ich versuche mich daran zu erinnern, wie oft ich bereits dachte, nur weil ein Gedanke oder Gefühl gerade nicht präsent ist, daß es damit auch weg sei. Und das ich jedes Mal eines besseren belehrt wurde.

Nun habe ich die Möglichkeit selbst über meine Gefühle zu bestimmen, anstatt mich (vielleicht in ein paar Tagen) wieder davon überrumpeln zu lassen. Ich habe jetzt die Chance, aus der Ohnmacht, die ich so oft durch meine Gefühlsschwankungen empfinde, eine Art Selbstbestimmung zu machen. Und das wäre doch schon mal eine bessere Ausgangsbasis, als bisher.

Um nun wieder an dieses Gefühl heran zu kommen, mache ich mir jetzt ganz gezielt die Musik an, die mich an unseren letzten gemeinsamen Urlaub erinnert. Ich lasse ein paar Lieder laufen, schließe die Augen und warte, bis sich die ersten Bilder offenbaren. Die verblassten Erinnerungen bekommen immer mehr Farbe, werden klarer und deutlicher, je mehr ich mich auf die Musik einlasse. Und dann ist er endlich da- der Schmerz.

Dieser Urlaub war eigentlich ein sehr schöner Urlaub gewesen und doch tut es mir weh, die Situationen nochmal zu erleben. Denn ich weiß, daß es das letzte Mal war, wo wir einander nahe waren und diese Zeit nie wieder kommen wird. Am letzten Tag, habe ich es gespürt. Ich wußte instinktiv, daß unsere Beziehung ab jetzt vorbei war. Es war nichts schlimmes vorgefallen, was darauf gedeutet hätte. Aber meine dunkle Vorahnung hat mich leider nicht getrogen. Die Phase „Jetzt kümmere ich mich nur um mich“ hatte wieder bei ihm begonnen. Das merkte ich daran, daß er sich nach dem Urlaub kaum noch meldete. Die Abstände, wo er mal anrief oder schrieb, wurden länger und länger. Aus Tagen wurden Wochen und irgendwann sagte er mir dann, daß ich nun meine eigenen Wege gehen müßte. Und er auch keine Lust mehr habe, sich mit mir zu befassen. Genauso meine Emails zu lesen, da sie ihm zu lang wären.

Ich weiß bis heute nicht, was falsch daran war, ihm zu schreiben, wie sehr ich ihn vermißte und das ich für ihn da sein wollte, wenn er mich brauchte, so wie er ja in dem letzten Jahr auch für mich da gewesen war. Doch er wollte meine Liebe nicht mehr, eigentlich von niemanden und ich hatte das zu akzeptieren. Er vergaß nicht hinzu zu fügen, daß ich seine Erwartungen nicht erfüllt hatte, sowieso nur leere Phrasen drischte und er sich von mir jetzt auch überhaupt nichts mehr erwartete. Diesen plötzlichen Wechsel, ohne daß eigentlich konkret etwas schlimmes zwischen uns vorgefallen war, hatte ich trotz meiner unterschwelligen Befürchtungen, nicht erwartet. Ich hatte eine Zeit lang wirklich geglaubt, daß wir neu angefangen hätten. Und nun wiederholte er, was er schon so oft mit mir gemacht hatte.

Für einige Zeit: Ich tue alles für dich, weil ich dich liebe. Und dann nach einer Weile wieder das Gegenteil: Verschwinde aus meinem Leben, ich kann dich nicht lieben!

Ich glaube genau das ist es, woran ich jetzt noch knabbere. Das ich ihm naiv geglaubt habe und dann doch wieder fallen gelassen wurde. Die verabredeten zwei Jahre, waren nur eins. Er hatte mir ein Jahr Zeit gegeben, um gesund zu werden und wieder zu funktionieren. Und zwar genauso, daß er stolz auf mich sein konnte. Die kleinen Zwischenerfolge, die ich bis dahin erreicht hatte, waren nichtig, denn das Endziel ist ja in diesem einen Jahr auch nicht erreicht worden. Das es eigentlich zwei Jahre waren, die wir verabredet hatten, schien er vergessen zu haben. Genauso wie meine Aussage, daß ich es versuchen wollte. Aber ihm keine Garantie geben könne, ob ich das auch schaffe. Was damals noch in Ordnung war, war heute irrelevant.

In diesem Augenblick begann ich zu verstehen, daß wir Liebe unterschiedlich definierten. Er konnte mich nur lieben, wenn ich so war, wie er sich das vorstellte und ich liebte ihn, über all die Jahre bedingungslos, obwohl es wahrscheinlich klüger gewesen wäre, das nicht zu tun. Ich habe mich wie ein dummes Kind, immer wieder emotional an ihn geheftet. Wollte unbedingt, daß er mich liebt. Habe so viele Male diese Wechsel erlebt und nicht daraus gelernt. Die Phasen, wo wir Kontakt hatten und die Jahre dazwischen, wo es keinen gab, weil er das nicht wollte. Es war also kein Wunder, daß ich für ihn lächerlich war. Und irgendwie ist es auch lächerlich, einem Menschen hinterher zu laufen, der einen nicht wirklich liebt. Damit habe ich mich selbst immer wieder zum Opfer gemacht. Und eigentlich dürfte ich mich noch nicht einmal beklagen. Ich hätte mir doch denken können, daß er sich nicht ändert.

Aber irgendwie, habe ich mich da auch immer wieder an die Erfahrung mit meiner Mom geklammert. Denn die hat sich geändert. Und wir haben bis heute eine konstant innige und gute Beziehung zueinander. Nur der Unterschied war dabei, daß wir dies auch Beide wollten und viel an uns gearbeitet haben. Mein Vater hat sich das wahrscheinlich ebenfalls vorgenommen, das ist auch löblich. Aber sich etwas vorzunehmen, reicht eben nicht. Das weiß ich jetzt. Man muß auch etwas dafür tun. Und das, was meine Mom und ich (jahrelang wohlbemerkt) gemacht haben, war genau das, was mein Vater vermied. Nämlich über das Vergangene zu reden. Sich damit auseinander zu setzen. Nicht nur einmal kurz. Sondern so lange, bis wirklich beide Seiten zufrieden mit dem Ausgang des Gespräches sind. Durch ein schnödes „Tut mir leid!“ werden solche gewichtigen Themen nicht geklärt. Wobei selbst diese drei Worte, generell sehr schwer auszusprechen sind. Ich erinnere mich nicht daran, diese Worte jemals aus dem Munde meines Vaters gehört zu haben. Lediglich ein Bedauern über die falsche Partnerwahl, die er zu dieser Zeit getroffen hatte, kam als sein einziger „Fehler“ über seine Lippen.

Es soll aber nicht an mir sein zu urteilen und das bringt mich auch nicht wirklich weiter! Die großen W- Fragen (Warum, Weshalb, Wieso) sind sowieso alle sehr müßig. Ganz besonders die, warum der Andere einen einfach nicht liebt. Gefühlsfragen zufriedenstellend mit dem Verstand beantworten zu wollen, kann nur frustrieren und ändert meiner Meinung nach auch nichts an den Tatsachen, mit denen man sich ja trotzdem auseinander setzen muß, auch wenn man meint die Antwort gefunden zu haben!

Nachdem ich mir all das ins Bewußtsein gerufen habe, fühle ich mich müde und kraftlos. Da ich heute aber mehr Zeit für meinen Heilungsweg habe, nutze ich diese und mache für eine Stunde die Augen zu. Richtig schlafen kann ich nicht, es ist eher so ein dahin dämmern im geistigen Niemandsland. Als ich merke, daß ich mich etwas besser fühle, stehe ich auf und nutze den Rest des traurigen und auch wütenden Gefühls, um endlich ein Lied neu einzusingen, dessen Text und Gesangslinie ich vor ca. 1 Jahr in genauso einer Stimmung wie jetzt, schrieb. Denn ein jahrelanger sehr guter Freund von mir, hat sich nun entschlossen mir mit der Musik zu helfen. Ich lerne zwar trotzdem weiter Klavier spielen. Aber mittlerweile ist mir klar geworden, daß trotz allem Fleiß, das nicht so schnell gehen wird, wie ich mir das erhofft hatte. Bis ich die Musik zu meinen Texten selbst komponieren und korrekt einspielen kann, wird noch eine ganze Weile vergehen. Umso schöner ist es jetzt, Hilfe zu haben.

Die Konzentration, die ich aufbringen muß, um möglichst passend zum „tak, tak, tak“ des Metronoms einzusingen und die Vorstellung, für wen ich dieses Lied eigentlich singe, helfen mir dabei, wieder etwas von dem negativen Gefühl in mir loszuwerden.

Nachdem ich damit fertig bin, stelle ich fest, daß ich nun wieder etwas mehr geerdet bin und sogar ein bißchen froh darüber, diese düstere Stimmung sogar noch sinnvoll genutzt zu haben. Denn wenn ich glücklich bin, fällt es mir nicht so leicht einen so dramatischen und verzweifelten Text, auch so gut rüber zu bringen. Auch wenn ich weiß, daß das singen nicht immer helfen wird, will ich für heute doch zufrieden sein. Ich habe den Schmerz und die Wut gespürt und ich habe ihr Ausdruck verliehen. Für Morgen muß ich mir dann halt wieder etwas anderes einfallen lassen.

Bildertext:

Wenn wir die Dinge mit unserem Herzen
einfach akzeptieren könnten,

ganz so wie ein Computer
die logischen Rechenvorgänge begreift,
wäre das Leben leicht!

Doch wäre es dann noch lebenswert?

© Emily-Star

Wege der Selbstheilung Teil 19

neues Licht © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben,weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 2

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell, auch wenn ich den Brief heute, noch genauso unterschreiben würde!

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Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Ich lege die Hände auf mein Herz, spüre die Traurigkeit und schließe meine Augen. Was genau tut mir eigentlich so weh? Ich habe Menschen, die mich wirklich lieben und respektieren. Ich habe einen wunderbaren Partner, der mir so viel Kraft gibt und mich mittlerweile so gut kennt, daß er sehr oft, ganz instinktiv die genau richtigen Worte findet. Worte die mich trösten, oder beruhigen. Ich wohne in einem so tollen Haus, habe materiell gesehen alles, was ich mir wünschen kann und bin wirklich sehr dankbar für das, was da ist. Ich sollte der glücklichste Mensch, auf Erden sein. Und doch kommt in letzter Zeit, immer mehr von dieser tiefen Traurigkeit, die mich schwerer atmen läßt, weil sie so schwer auf meiner Seele lastet. Es wird immer öfter so dunkel, so trostlos, so freudlos in mir drin. Alles was ich bisher erreicht habe, die Freude darüber, wird schwächer.

Lieber Papa,

Du hast immer gesagt, man muß Vergangenes ruhen lassen und im hier und jetzt leben. Du hast so vieles zu mir gesagt und manchmal wünschte ich fast ein bißchen, es wäre nur schlechtes dabei gewesen. Denn dann würde ich Dich jetzt nicht so verdammt vermissen. Du hast mehrere Seiten, wie wir alle. Zwei davon sind besonders extreme Gegensätze. Gegensätze, die ich nie ganz verstanden habe. Eben weil sie so gegensätzlich sind. Ich habe Dich als einen Menschen wahr genommen, der sehr angsteinflößend, verletzend und zerstörerisch sein kann. Dazu noch kalt wie Eis. In den Momenten wo Du Dich so präsentiert hast, hatte ich große Angst vor Dir, weil ich nie wußte, wo Deine Grenze ist und ob Du dann überhaut noch eine wahr nehmen kannst. Es gab so viele Situationen, wo ich voller Furcht darauf wartete, was als nächstes geschieht. Ja, und dann gibt es diese zweite Seite. Das absolute Gegenteil. Die, wo Du so viel Liebe geschenkt hast. Wo wir herum alberten und Du mir das Gefühl gabst, etwas besonderes zu sein und das es nichts gäbe, was Du nicht für mich tätest, insofern es in Deiner Macht liegt. Diese zwei Gegensätze kriege ich nicht in einer Person untergebracht. Wärest Du ein fremder Mensch, dann würde ich mir darüber nicht den Kopf zermartern. Aber das bist Du nicht. Du bist seit meiner Geburt, immer ein Teil meines Lebens gewesen. Auch wenn ich Dich in meiner Kinderzeit sehr selten zu Gesicht bekam. Ich war mir nie ganz sicher, ob Du mich nun liebst oder haßt. Man sagt ja, daß diese beiden Gefühle nah beieinander liegen, sie irgendwie miteinander zu tun haben. Das fällt mir jedoch, obwohl ich es von klein auf nicht anders kennen gelernt habe, bis heute schwer zu glauben.

Deine Kindheit, hatte sehr viel Ähnlichkeit mit meiner und manchmal kommt mir der Gedanke, ob das wohl der Grund dafür ist, warum Du so geworden bist, wie Du bist. Manchmal entdecke ich auch an mir Eigenschaften, die Deinen ähneln. Diese Stimmungsschwankungen, von einer Sekunde zur nächsten, scheinbar ohne einen ersichtlichen Grund. Und ebenfalls die plötzlich aufkommende Wut, ist mir nicht fremd! Genauso aber auch die Liebe, die ich manchmal fast überschäumend empfinde. Diese gefühlsmäßigen Wechselbäder. Ich glaube wir sind uns viel ähnlicher, als wir uns das Beide eingestehen wollen. Und ich glaube außerdem, daß wir BEIDE nicht die negativen Eigenschaften unsere Väter, übernehmen wollten . Dieser innere Zerissenheit, zwischen Wut und Liebe, so ausgeliefert.

Auch Du hast sowohl in Liebe, als auch in Wut und Enttäuschung, von Deinem Vater gesprochen. In der einen Phase hast ihn so vermißt und der nächsten, warst Du (zu Recht) so unglaublich wütend auf ihn. Es tut mir leid, daß Du diese liebevolle Seite von Deinem Vater nie so erleben durftest, wie ich. Und ich weiß, daß er an mir versucht hat wieder gut zu machen, was er in Dir zerstörte. Ich weiß um all diese Dinge und liebe ihn dennoch. So wie ich auch Dich nie aufgehört habe zu lieben. Ihr beide seid nun nicht mehr greifbar für mich, fort aus meinem Leben und doch sind die Spuren von Euch, in meinem Herzen geblieben. Sind Eure Bilder, bis heute, unvergessen und wie eingebrannt…

Bis zum nächsten Brief,

Emily

Ich habe mir nun Zeit genommen, eine halbe Stunde wirklich nichts anderes zu tun, als diesen Schmerz zu spüren. Mir ging, während ich da so lag, so viel durch den Kopf. Ich fragte mich, ob das wirklich stimmt, daß er auch in diesem Fall irgendwann weniger wird. Ob ich eines Tages, besser mit all dem leben kann. Ob ich vielleicht sogar eine gewisse innere Freiheit erreichen werde? Ob es eigentlich klug ist, diese Arbeit jetzt schon zu beschreiben, wo ich doch noch gar nicht weiß, ob alles gut aus geht und es hilft. Aber dann sagte ich mir, daß ich nicht über andere Themen schreiben kann, wenn dieses jetzt gerade so präsent ist. Sich so in den Vordergrund drängt. Und anderen geht es bestimmt auch so. Bei ihnen ist es vielleicht jemand anders, als ein Elternteil wie bei mir. Vielleicht ein Partner, der einen nicht mehr will, oder der einem einfach nicht gut tut. Den man zwar irgendwie liebt, aber auch weiß, daß es einfach besser wäre, denjenigen loszulassen. Man kann vieles erreichen, gemeinsam. Aber wenn der Andere nicht will, dann ist es manchmal einfach besser zu gehen.

Nachdem die halbe Stunde um war, merkte ich erst mal, wie schwer das ist, jetzt wieder umzuschwenken. Mich dem Haushalt und den alltäglichen Aufgaben zu widmen. In mir drin habe ich das Bedürftnis diese halbe Stunde zu verlängern. Doch das geht nicht. Es gibt ja auch noch andere Verpflichtungen und vielleicht ist das sogar ganz gut so. Früher habe ich mir für meine Selbstheilung viele Wochen Zeit genommen. Heute geht das nicht mehr ganz so leicht. Aber auch in diesem Punkt, wird es vielen anderen so zu gehen. Das reale Leben ist halt auch noch da. Nun, dann werde ich jetzt einmal schauen, wie ich das am besten in Einklang bekomme. Wie ich es schaffe, diesen Schmerz, bis zur nächsten halben Stunde so weit in den Griff zu kriegen, daß mir das Alltagsleben wieder von der Hand geht. Vielleicht liegt auch genau darin der Schlüssel. Jetzt einfach wieder etwas ganz normales und alltägliches zu tun. Ich werde es heraus finden.

Wege der Selbstheilung Teil 18

Irgendwann in unserem Leben kommt der Punkt, wo wir nicht mehr weg laufen können. Wo der Schmerz uns eingeholt hat und wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Augen zu schließen und sobald wir wieder die Kraft gefunden haben, weiter weg zu laufen. Oder aber ihm ins Gesicht zu sehen und ihm dadurch, seine Macht über uns nach und nach zu entziehen. © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben, weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 1

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Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Ich habe bisher in der Vergangenheitsform von den Methoden berichtet, die ich ausprobiert habe und die mir in irgendeiner Form halfen. Nun berichte ich zum allerersten Mal aus dem hier und jetzt. Nehme Dich gedanklich mal ganz gezielt in diese Phase der Arbeit an mir selbst mit, wenn Du das möchtest…

Ich habe gelernt wieder zu lieben. Ich habe erfahren, daß es eine innere Mitte gibt. Ich bin in meine Vergangenheit gereist und habe durch die Kraft der Liebe und Hoffnung ein paar Mauerstücke, oder auch Zwiebelscheiben in mir abbauen können. Ich habe den Weg zu meinem Herzen gefunden und die Kraft zur Selbstheilung aktiviert.

Und ich fühle mich stärker, die Menschen zu mir sind netter und ich zu ihnen. Ich habe endlich Kontakt zu meinen Nachbarn her gestellt, obwohl wir hier schon einige Zeit wohnen. Ich habe Werkzeuge gefunden, wie ich mit negativen Gefühlen besser umgehen kann, als in all den Jahren zuvor. Und ich habe sie auch ausprobiert. War in vielen sehr heiklen Situationen, wo ich vor der Wahl stand: Mein altes destruktives Verhalten, das schnelle- aber leider keine dauerhafte Besserung verspricht? Oder aber das Neue auszuprobieren. Von dem ich da ja noch gar nicht wußte, ob es mir überhaupt hilft. Wie viele Stunden lag ich da, inmitten meiner Ängste und meines Schmerzes und zum Schluß meiner Wut? Und ich bin hindurch gegangen, habe heilen können und dadurch kurzzeitig tiefen Frieden empfunden. Ich habe all dies erreicht, doch eines bleibt mir noch immer verschlossen.

Einen Menschen erreiche ich einfach nicht. Ganz gleich was ich auch tue und womit ich mich ablenke. Ich kann ihn weder erreichen, noch ihn loslassen. Ich kann das Gefühl der Sehnsucht kurzzeitig in den Hintergrund stellen, aber es kommt immer und immer wieder. Wie viele Tränen habe ich schon vergossen und doch scheinen es immer noch nicht genug zu sein.

Was habe ich übersehen?
Was habe ich falsch gemacht?
Was könnte ich noch versuchen, um diesen Menschen endlich los zu lassen?

Ich bin ratlos. Es gibt so viele Dinge, die man bewerkstelligen kann. Nur das eine scheint einfach nicht zu funktionieren. Ich versuche es also mit einer Art innerem Mantra. In der Hoffnung, daß durch die Wiederholung des immer gleichen Satzes „Das ist vorbei!“, mein Geist und vor allem aber meine Gefühle, dies endlich verstehen.

In Gedanken gehe ich die Orte durch wo ich mit diesem Menschen war. Die Situationen, die wir erlebten und sage mir immer wieder:

Das ist vorbei und es kommt nie wieder!

Ich versuche diese wie Bilder zu sehen, die an der Wand hängen und sie mit einer Fackel zu verbrennen. Schließlich hat das im Haus der Erinnerungen ja auch funktioniert. Aber ganz gleich wie viele ich anzünde, es kommen immer wieder neue hinzu. Ich greife nach einem Bild, nehme es von der Wand und schmeiße es auf den Boden. Trampel noch mal darauf herum und sage mir erneut:

Das ist vorbei und es kommt nie wieder!

Doch es hilft nicht. Ich stelle immer wieder fest, daß ich einfach alles, was ich von diesem Menschen besitze, horte und nicht her geben kann. Und wenn ich nur ein Feurzeug erblicke, was er mir mal schenkte, so ist es mir heilig. Halte ich es fest, wie einen Schatz- ganz so, als ob ich diesen Menschen damit zur Rückkehr bewegen könnte. Das sind alles nur Gegenstände und doch sind sie mir wichtiger, als sie es sein sollten.

Ich versuche also etwas anderes. Stelle mir in Gedanken vor, wie ich diesen Menschen gehen lasse. Ihm die Hand zum Abschied reiche und laut sage: „Ich lasse dich jetzt gehen und akzeptiere deine Entscheidung, daß du dein Leben von nun an, ohne mich als Teil darin leben möchtest. Auch wenn ich es nicht verstehe, wünsche ich trotzdem nur Gutes auf Deinem Weg!“

Aber auch das hilft mir nicht. Das Gefühl des Loslassens, des innren Friedens- es will sich einfach nicht einstellen. Alle bisherigen Methoden scheinen bei diesem Thema wirkungslos zu sein. Also versuche ich nun wieder etwas anderes und entscheide ich mich erst einmal für einen „Brief“ an genau diesen Menschen. Ihn direkt zu adressieren, wäre wohl sinnlos, da schon meine letzte Email unbeantwortet blieb.

Ich habe die Hoffnung das mich das niederschreiben, endlich von all dem Schmerz, der mich schon so lange nieder drückt und einfach nicht los läßt, befreien wird. Der Schmerz, welcher mich in der letzten Zeit, so sehr in meinen Leben beeinträchtigt, daß die Dunkelheit und Trauer in mir immer mehr Raum einnehmen. Lange habe ich mich um diesen Punkt gedrückt, darum den Schmerz zu fühlen. Als ich es einmal versuchte, konnte ich nicht aufhören zu weinen. Stundenlang, tagelang- immer wenn ich mich gerade knapp erholt hatte, ging es wieder los. Dann schloß ich das Thema erst einmal weg. Es weiter zu bearbeiten kostete mich einfach zu viel Kraft. Doch jetzt scheint es unausweichlich zu sein. Es ist zurück gekommen, aus dem Unterbewußtsein- Drückt mich mit dem Rücken an die Wand und zwingt mich nun, ihm endlich ins Gesicht zu sehen. Denn ich habe keine Kraft mehr zu verdrängen und ich will endlich davon frei sein. Nicht nur für ein paar Stunden oder Tage. Sondern nachhaltig! Und deshalb werde ich diesen Weg jetzt gehen. Ich versuche es noch einmal.

Nur weil es beim ersten Anlauf nicht klappte, heißt das ja nicht, daß es auch jetzt nicht helfen wird. Manchmal braucht man eben mehrere Versuche. Es ist mir mittlerweile klar, daß ich mich wahrscheinlich nie ganz von dem Thema befreien kann. Aber es soll mein Ziel sein, wieder besser mit all dem umgehen zu können. Wieder ein bißchen was von dem Schmerz los zu lassen und dadurch mehr Platz für Freude zu schaffen. Denn im Augenblick ist der innere Raum so voll von negativem, daß ich erst einmal etwas davon raus schmeißen muß, damit ich wieder positives dazustellen kann. Die Reise mag nun beginnen.

Bildertext:

Irgendwann in unserem Leben kommt der Punkt,
wo wir nicht mehr weg laufen können.
Wo der Schmerz uns eingeholt hat
und wir mit dem Rücken zur Wand stehen.
Dann gibt es zwei Möglichkeiten.
Entweder die Augen zu schließen
und sobald wir wieder die Kraft gefunden haben,
weiter weg zu laufen.
Oder aber ihm ins Gesicht zu sehen
und ihm dadurch, seine Macht über uns
nach und nach zu entziehen.

© Emily-Star

Wege der Selbstheilung Teil 17

Das Leben besteht aus vielen Wegen und noch mehr Möglichkeiten. Wenn Du Dich gedanklich dafür öffnest und auch die kleinen Stationen würdigst, wirst Du wesentlich mehr innere Zufriedenheit erfahren, als wenn Du Dein Seelenheil nur vom erreichen eines einzigen Ziels abhängig machst! Das Leben besteht aus vielen Wegen und noch mehr Möglichkeiten. Wenn Du Dich gedanklich dafür öffnest und auch die kleinen Stationen würdigst, wirst Du viel mehr innere Zufriedenheit erfahren, als wenn Du Dein Seelenheil, nur vom erreichen eines einzigen Ziels abhängig machst! © Emily-Star

Ich habe diesen Artikel, heute noch mal nach oben gesetzt, weil er durch das Vorkommnis, leider unter gegangen war.

Die innere Einstellung

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Nun komme ich zu einem ebenfalls sehr wichtigen Teil, wenn man einen Weg zur inneren Gesundheit beschreiten will. Nämlich der inneren Einstellung zu dem, was man da tut!

Ich bin ein Mensch, der sich gerne nur auf eine einzige Sache konzentriert und diese dann aber konsequent verfolgt. Das ist an sich ja auch nicht verkehrt. Fatal hingegen, ist die Erwartungshaltung, mit der ich meine Ziele verfolge und in der es auch keine Alternativen gibt. Viele kennen das vielleicht aus ihrem Job. Du hast ein bestimmtes Ziel angestrebt und willst das unbedingt erreichen. Zum Beispiel die große Beförderung, die Dir mehr Geld und Erfolg bringt. Wenn diese dann aber einfach nicht eintritt und stattdessen ein anderer befördert wird, oder Du noch schlimmer, Deinen Job sogar verlierst, dann bist Du plötzlich am Boden zerstört und verstehst die Welt nicht mehr. Da hast Du Dich so lange abgerackert, vielleicht noch durch die ganzen Überstunden Deine Familie vernachlässigt und Dein Chef weiß das einfach nicht zu schätzen!

Wenn Du zu den typischen Daueroptimisten gehörst, dann nutzt Du dies, um endlich mal etwas anderes zu machen und findest auch sehr schnell eine Alternative.
Aber meistens gehört man eher nicht dazu und ist erst einmal am Boden zerstört. Dann kommen die Selbstzweifel und der Neid auf den Erfolg, den irgendwie immer nur die Anderen haben, ganz gleich wie sehr man sich auch abmüht.

Ich kenne das von mir selbst. Ich habe mich jahrelang bemüht Erfolg als Sängerin zu haben, aber es wurde und wurde einfach nichts. Der große Durchbruch, kam trotz der kleinen Zwischenerfolge, einfach nicht zustande! Das sorgte oft dafür, daß ich am Boden zerstört war, weil ich keine einzige Alternative, für mich in Betracht gezogen hatte. Eine Alternative, die ich ebenfalls gelten lies, sollte ich keinen Erfolg haben. Und auch die kleinen Zwischenerfolge, lies ich nicht gelten. Es gab für mich nur, das ganz große Ziel, von dem ich hoffte, daß es mich endlich glücklich machen würde. Das sah in meinen Gedanken in etwa so aus:

„Jetzt warst du schon mehrmals im Fernsehen und dich hat immer noch keiner entdeckt. Jetzt hast du schon so viele Auftritte gehabt und trotzdem hast du keinen Plattenvertrag. Dann hast du dir die Nächte um die Ohren geschlagen, um wirklich tolle youtube videos zu machen und fast keiner guckt sie. Das Leben ist ungerecht- wieso haben nur die anderen Glück und kriegen alles in den Allerwertesten geschoben? Alles was du gemacht hast, hast du ohne Hilfe getan und keiner würdigt das, sondern hat im Gegenteil auch noch was zu meckern.“

Die gedankliche Liste war da noch länger, als ich sie hier beschrieb und vor allem aber war sie sehr fatal! Durch dieses denken, sorgte ich selbst, regelmäßig dafür, daß ich frustriert und unglücklich war. Und es hat lange gedauert, bis ich das endlich kapiert habe. Wer innerlich immer nur am nörgeln ist, wird sein Ziel nur sehr schwer, bis gar nicht erreichen. So ein Denken ist mitunter die beste Anleitung zum Unglücklichsein. Als ich das erkannt habe, versuchte ich einmal meinen Gedankengang abzuändern. Mir einfach mal zu sagen:

„Du durftest schon im Fernsehen auftreten und ein paar fanden es gut. Du hattest schon so viele Liveauftritte und die Leute haben geklatscht. Du hast so tolle youtubevideos und die auch noch ganz allein gemacht, das ist eine großartige Leistung. Viele können das in der Form gar nicht und ein paar Menschen fanden die auch richtig gut! Das Leben ist eine Herausforderung und wenn du damit einfach keinen Erfolg hast, dann schau doch mal, was dir noch Freude machen könnte. Die anderen mögen vielleicht Glück haben, mit dem was sie tun- aber vielleicht will dir das Leben auch sagen, daß deine Bestimmung eine ganz andere ist. Du hast vieles gelernt und ohne Hilfe geschafft, das allein zeigt dir doch, daß du gar nicht so unfähig bist, wie du immer von dir dachtest. Und das jeder etwas zu meckern hat, stimmt ja so auch nicht. Da gab es sehr wohl einige Menschen, die deine Arbeit wirklich toll fanden. Nur hast du das in deinem Übereifer gar nicht richtig wahr genommen und jetzt fängst du einfach mal damit an!“

Dieses Umdenken war weiß Gott nicht so einfach. Besonders, da es sich nicht nur auf die Musik bezog, sondern in vielen Bereichen in meinem Kopf vorherrschte!

Zum Beispiel auch, in meiner Gesundheit. Mein Ziel war es immer, endlich all die negativen Züge und Verhaltensweisen in mir auszumerzen. Zum möglichst perfekten Menschen zu mutieren. Der schlimmste Fehler war dabei, daß ich mich stets mit anderen, verglichen habe. Und dann auch noch mit Menschen, die eine andere Ausgangsbasis hatten, als ich. Die meine Probleme, überhaupt nicht kennen und das ich dabei immer verloren habe, dürfte ja wohl klar sein. Ich zählte mir gedanklich auf, was ich alles noch nicht war, nicht erreicht hatte und deprimierte mich auch in diesem Bereich immer wieder selbst. Man braucht wirklich nicht lange zu suchen, bis man etwas findet, was ein anderer besser kann oder mehr hat.

Also versuchte ich gedanklich auch in diesem Bereich, mein Denken etwas umzustrukturieren. Anstatt mir also aufzuzählen, was ich alles nicht war, nicht konnte und nicht hatte, versuchte ich von nun an, lieber die kleinen Fortschritte zu würdigen, die ich bisher gemacht hatte und zu schätzen, was ich alles besaß! Das war und ist teilweise, immer wieder eine Herausforderung. Aber es lohnt sich, denn man wird wirklich zufriedener.

Was hat das alles, also mit Selbstheilung zu tun? Nun…

Wenn Du Dein ganzes Glück und inneres Wohlbefinden,
nur vom erreichen eines einzigen Ziels abhängig machst,
dann kann es sein, daß wenn Du es nicht erreichst,
auch keine Lust mehr hast, etwas anderes auszuprobieren.

Deshalb ist es immer besser, auch die kleinen Zwischenerfolge auf Deinem Weg anzuerkennen.
Und wenn Du dann noch ein paar Alternativziele im Hinterkopf hast,
mit denen Du ebenfalls zufrieden wärst, bist Du auch nicht so aufgeschmissen, wenn etwas nicht so funktioniert, wie Du Dir das erhofft hast!

In meinem Fall hieß das also: Okay, ich bin also bisher noch keine berühmte Sängerin geworden. Dafür schreibe ich jetzt und tobe mich anderweitig aus. Das bringt mir zwar keinen großen Ruhm und erst recht kein Geld. Aber dafür etwas, was noch viel wichtiger ist. Innere Zufriedenheit und das Gefühl, zu etwas nütze zu sein. Und das kann man eh nicht kaufen!

Und was die Gesundheit angeht, so kann ich trotzdem ich kein perfekter Mensch geworden bin, oder vielleicht gerade deshalb, ja überhaupt erst diese Möglichkeiten zur Selbstheilung weiter geben. Hätte ich diese Schwierigkeiten nicht gehabt, hätte ich darüber auch nichts schreiben können. Und im Gegensatz zu den Autoren von vielen Selbsthilferatgebern, die es für nicht gerade wenig Geld zu kaufen gibt, habe ich das, worüber ich schreibe auch wirklich ausprobiert. Ich finde das nämlich immer ein bißchen befremdlich, Weisheiten von jemanden um die Ohren gehauen zu bekommen, der überhaupt keine Ahnung von meinen Schwierigkeiten hat und für den, darüber hinaus, auch meistens alles glatt, in seinem Leben verlief.

Vielleicht war sogar das der Grund, warum ich bisher, mit dem Gesang, gescheitert bin. Denn hätte ich den ersehnten Erfolg gehabt, gäbe es diese Selbsthilfereihe wahrscheinlich nicht. Vielleicht aber kommt der Erfolg auch erst später, dann wenn er kommen soll. Wenn ich dies hier geschafft habe und dadurch vielleicht nicht nur mir selbst, sondern auch anderen geholfen. Vielleicht rede ich mir das jetzt auch nur so ein, damit es mir leichter fällt, mit meinem bisherigen Misserfolg zurecht zu kommen und einen Lebenssinn oder Berechtigung zu besitzen. Doch wie es auch immer sei, Bestimmung hin oder her. Eines ist trotzdem Fakt.

(Bildertext:)

Das Leben besteht aus vielen Wegen
und noch mehr Möglichkeiten.
Wenn Du Dich gedanklich dafür öffnest
und auch die kleinen Stationen würdigst,
wirst Du viel mehr innere Zufriedenheit erfahren,
als wenn Du Dein Seelenheil
nur vom erreichen eines einzigen
Ziels abhängig machst!

© Emily-Star