Gedanken für Zwischendurch Teil 8

Der besondere Anlaß ist immer JETZT! © Emily-Star

Der besondere Anlaß ist immer jetzt!

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Wer kennt das nicht, da hat man das gute Geschirr im Schrank, vielleicht sogar noch das gute alte Familienporzellan, was man dann nur für den besonderen Anlaß mal hervor holt. Insofern der dann auch kommt. Den Rest der Zeit essen wir getrost, von nicht so schönen Tellern; wo es dann auch nichts ausmacht, wenn da mal was kaputt geht. Ich habe auch so ein gutes Geschirr im Schrank, nicht nur eines. So bleibt es im Schrank, wird über die Jahre mal abgestaubt und ist zu meiner Freude auch noch komplett und intakt.

Ich habe überhaupt so viel Zeug für besondere Anlässe und irgendwie scheint mir nur sehr selten, einer wichtig genug, diese Dinge auch zu benutzen. Da habe ich tolle Düfte, besondere Lotionen , Kleidungsstücke, Duftkerzen usw. So vieles für den besonderen Anlaß. Fazit ist dann aber, daß diese Anlässe nur selten kommen, bzw. ich sie selten als solche ansehe. Das heißt im Grunde habe ich viele schöne Sachen, benutze aber nur die, welche am wenigsten wert haben oder aber nicht so schön sind. Was sagt mir das eigentlich? Es sagt mir, daß ich das Leben als solches gar nicht wirklich schätze, daß ich mir selbst nicht besonders genug bin, diese Dinge für mich auch mal so zu benutzen. Das ich das schöne weg schließen will, weil ich glaube es so fest halten zu können. Nur die traurige Realität ist:

In schöne Kleidungsstücke können vielleicht die Motten kommen,
oder aber es paßt nicht mehr, weil sich die Figur wieder etwas verändert hat,
oder es ist total aus der Mode geraten.
Der schöne Duft verfliegt langsam und auch Kosmetika halten nicht ewig.

Und was ist mit dem Geschirr?!

Irgendwann kommt der Tag, an dem man begreift, wie endlich das Leben ist. Oder aber das Pech hat und es bereits verlassen mußte. Im ersten Fall, will man vielleicht doch nochmal, auf die Schnelle alles benutzen, oder wenigstens einen Blick darauf geworfen haben. Im zweiten Fall jedoch, kann man das nicht mehr und so, kommt dann häufig, das Räumungskommando und entsorgt die Dinge. Was nutzt da noch das gute Geschirr, wenn es letztens Endes in tausend Scherben, auf der Müllhalde liegt? Was nutzen mir all die schönen Dinge, die ich jetzt nie wieder benutzen kann? Ich kann nichts mitnehmen, außer (laut meinem Glauben) meinen Erinnerungen. Will ich dann nicht lieber, jetzt dafür sorgen, daß es möglichst viele und schöne sind? Vielleicht sogar mit den tollen Dingen, die ich so horte? Will ich mein Leben nur auf ganz besondere Anlässe beschränken? Ist nicht jeder Augenblick, den ich leben darf ein besonderer?

Bildertext:

Der besondere Anlaß ist immer JETZT!

© Emily-Star

Erinnern an das Gute im Menschen

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Ich erinnere mich gerade an ein Erlebnis vor 3 Jahren.

Wir waren in Kevelaer zum Adventsessen bei der Emmausbewegung eingeladen, die es sich zum Ziel gemacht hat, Menschen zu helfen, die am Ende sind. Ganz besonders den für unsere Gesellschaft sogenannten „hoffnungslosen Fällen“. Denn sie haben eines erkannt. Das niemand ein hoffungsloser Fall sein muß, wenn er es nicht selber bleiben will…

Ich war nun also gespannt darauf, wie es sein würde, auf genau die Menschen zu treffen, die auch mir vor ein paar Jahren ganz unbürokratisch aus einer großen Notlage geholfen hatten. Und das ohne mich wirklich zu kennen, oder irgendetwas als Gegenleistung von mir dafür zu erwarten. Ich hatte so viel schlechtes erlebt und Grausamkeit von den Menschen erfahren, daß es mich immer wieder zutiefst bewegte, wenn ich dann genau das Gegenteil erfahren durfte. Ich hatte mich dann auch mit Tränen in den Augen bedankt, als ich vor genau diesen Menschen stand, die mich einfach nur liebevoll anlächelten.

Das sind so Dinge, ich gebe es ja zu- die bei mir immer viel zu schnell in Vergessenheit geraten, wenn ich wegen schlechter Erlebnisse wieder total frustriert bin. Ich neige dann gern zur Verallgemeinerung, was aber so weder fair noch richtig von mir ist. Zudem mache ich es mir dadurch ja immer wieder selber schwer. Durch das „ALLES ist scheiße! ALLE sind schlecht usw.“ habe ich mir selbst schon so viel Lebensqualität und Freude weg genommen. Erschreckend!

Aber an dem Tag war ich so ergriffen, daß mir fast nonstop die Tränen runter liefen. Ich hatte Menschen vor mir, die mich ohne Vorurteile ansahen und denen es egal war, was ich alles in meinem Leben verbockt hatte. Die einfach nur warmherzig meine Hand hielten und voller Liebe mit mir redeten… das war so ein intensives Erlebnis, wie ich es auch heute kaum in Worte fassen kann. Und das will schon mal was heißen!

Diese kostbaren Augenblicke, wo ich auf Menschen treffe, die auch mal ganz unten waren. Zwar nicht auf die gleiche Art wie ich, doch das ist unwichtig. Sie waren unten, sind wieder aufgestanden und kämpften jetzt für und mit anderen. Das ist einfach nur ergreifend! Und es hat auch nicht nur damit zu tun, daß diese Menschen hier (wie ich selbst mittlerweile auch wieder) gläubige Christen sind, sondern vor allem mit Charakter. Es gibt so viele verschiedene Religionen und das ist auch völlig in Ordnung! Solange man mit seinem Glauben niemanden verletzt, kann und soll in meinen Augen ein jeder das glauben, was er will. Denn letzten Endes zählt doch nur: Die Liebe und wie ich sie durch meine Handlung ausdrücke!

Ich weiß noch immer nicht, wohin der Weg meines Herzens mich führen wird, aber ich folge ihm weiter…

Und so war er heute zum ersten Mal nach langer Zeit wieder da. In einem Augenblick der absoluten Stille, ein kleiner Hauch des inneren Friedens. Eine Erinnerung an ihn. Er hat mir kurz zugewunken und ich mußte mit einem Mal lächeln. Unter all den Tränen der Ratlosigkeit kam bei dieser schönen Erinnerung heute wieder eines in mein Herz um Hallo zu sagen und das ist:

Die Hoffung!

Ganz so, wie ich es in der Geschichte mit den 4 Kerzen beschrieb. So habe ich es auch für mich selbst erleben dürfen und das wünsche ich Dir ebenfalls. Das Du die Hoffung in Deinem Herzen nie verlierst und falls doch, sie wieder finden kannst. Dieses eine kleine Licht, das tief in Deinem Herzen brennen und nie mehr verlöschen soll!

7 Befrei Dich! Mein Weg aus einer Beziehung voller Gewalt – Teil 6

Hier geht es um Gewalt in der Partnerschaft. Sei sie nun psychisch, emotional oder körperlich. Meine Geschichte für Dich! Anonyme und professionelle Hilfe findest Du unter:

Frauen: www.hilfetelefon.de , www.re-empowerment.de
Männer: www.maennerberatungsnetz.de

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf http://www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden.

In der Praxis weist das Hilfetelefon gewaltbetroffene Männer, die anrufen, nicht ab. Sie werden nach Möglichkeit beraten und, soweit vorhanden, über für Männer geeignete Anlaufstellen informiert.

Die vier Kerzen

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Zum ersten Advent möchte ich Dir gern eine kleine Geschichte erzählen. Vielleicht kennst Du sie sogar. Sie hat mich, als ich sie damals zum ersten Mal las, wirklich tief berührt und ist so wunderschön:

Die 4 Kerzen

Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, daß man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden- sie wollen mich nicht. Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich. Die zweite Kerze flackerte und sagte: Ich heiße Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen nichts von Gott wissen. Es hat keinen Sinn mehr, daß ich brenne. Ein Luftzug wehte durch den Raum und die zweite Kerze war aus. Leise und traurig meldete sich die dritte Kerze zu Wort: Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich zur Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die Anderen, die sie lieb haben sollen. Und mit diesem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht.

Da kam ein Kind in das Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: Aber, aber- ihr sollt doch brennen und nicht aus sein! Fast fing es zu weinen an. Da meldete sich auch die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden.

Ich heiße Hoffnung!

– Verfasser unbekannt

Gedanken für Zwischendurch Teil 7

Das Leben hat mehr zu bieten, als sich alles bieten zu lassen! © Emily-Star

Du bist, was Du denkst oder sich nicht alles bieten zu lassen

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Du bist, was Du denkst, daß Du bist!
Was andere über Dich denken, vergiß es! Wichtig ist, was Du selbst über Dich, Deinen Körper und Deine Fähigkeiten denkst!

Oftmals war mir gar nicht klar, daß vieles, was ich über mich glaubte, mir nur eingeredet wurde. Eigentlich gar nicht meinem eigenen Gedankengut entsprach. Ich habe es einfach nur übernommen- fraglos. Und das tragische daran war, daß es dann auch exakt so wurde. Mir geschah (wie es schon in der Bibel steht- nach meinem Glauben.) Diesen dann wieder abzustreifen und durch neue Glaubenssätze auszutauschen, war ein schweres Unterfangen und an vielen Punkten arbeite noch heute.

Das schwierige an inneren Veränderungen ist, daß sich dann auch, das „Außen“ verändert. Das ist nicht immer leicht zu akzeptieren und kann erst mal Angst machen.

Dazu ein Beispiel. Ich hatte mal gute Bekannte, mit denen kam ich immer nur dann klar, wenn es mir möglichst schlecht ging. Entweder, genauso schlecht wie ihnen, oder noch schlechter. Das war so eine Leidensgemeinschaft. Ich selbst fühlte mich zu dem Zeitpunkt in der Rolle der leidenden und schwachen Person, die stets Rat brauchte und beschützt werden wollte, auch ganz wohl. Sie hingegen redeten mir immer gut zu, wie es schon viele andere, in meinem Leben, vor ihnen getan hatten. Irgendwann aber, gefiel mir diese Rolle nicht mehr, wollte ich diese Person einfach nicht mehr sein. Ich entsann mich nach und nach, daß ich nun nicht mehr, das hilflose Kind von damals, war. Das, welchem immer eingeredet wurde, wie dumm und unfähig es sei. Und das alles daran setze, dem „Außen“ zu gefallen. Das Kind, was nie erwachsen wurde. Das nicht mitbekommen hatte, daß es nun selbst Entscheidungen treffen konnte. Erst als der Leidensdruck zu groß wurde und es gesagt bekam, daß es wahrscheinlich keine 80 Jahre alt werden würde. Erst da und auch nur ganz langsam wurde ihm klar, daß das Leben mehr zu bieten hat, als sich alles bieten zu lassen!

Erst da, wachte ich so richtig auf. Ich schrieb ja bereits in einem anderen Beitrag (Geboren um zu leben oder das zweite Talent) davon. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nämlich nie BEWUSST gelebt, ich hatte einfach alles, nur passieren lassen. Auch, wenn manchmal das Gefühl in mir laut wurde, daß das Leben an mir vorbei huscht, tat ich doch nichts dagegen.

Und genau das, wurde dann jedoch, anders. Nach und nach. Ich entdeckte die Kämpferin in mir und fing an mich langsam aus dieser Rolle, die ich jahrelang inne hatte, zu befreien. Ich sah gar nicht mehr ein, wieso ich eher sterben sollte, als andere. Und jeden Tag darauf warten, daß die Krankheit wieder ausbricht.

Also trainierte ich das Laufen und es klappte ja auch. Nach einiger Zeit konnte ich wieder ohne Schiene laufen. Ich lernte auch mal nein zu sagen oder meine Meinung zu äußern. Kurz: Ich begriff, daß das Leben zu kurz ist, um es jedem Recht machen zu wollen! Ich begann mich nun zu fragen, was ich erleben wollte, wie ich gern wäre und begann dies auch umzusetzen. Anstelle von: Was andere von mir erwarten und wie sie mich wohl am liebsten haben! Während es mir damit, langsam immer besser ging, geschah etwas seltsames im Außen. Meine Bekannten, von denen ich annahm, daß sie sich über diese innere Wandlung freuten, versuchten mich auf einmal in meine alte Rolle zurück zu drängen. Mit Sätzen wie: „Das bist doch nicht du!“ und vielem anderem. Ich antwortete darauf, daß ich das sehr wohl bin und entdeckt habe, daß mehr in mir ist, als nur diese leidende Person. Daraufhin wandten sie sich von mir ab. Das tat mir schon sehr weh, dachte ich doch, daß es meine Freunde sind. Aber das waren sie nicht! Nüchtern betrachtet, waren wir nur eine Leidensgemeinschaft, aus der ich ausschied. Den Preis, des Verlustes ihrer Bekanntschaft, mußte ich nun in Kauf nehmen. Und wenn man eh kaum Menschen kennt, dann ist das gar nicht so einfach. Dennoch war ich nicht allein. Ich merkte in dem Augenblick, wer mein Freund ist und wer nicht. Auch lernte ich neue Bekannte kennen. Ich zog automatisch Menschen an, die nun zu meinem neu entdeckten Inneren paßten und das wiederum bestärkte mich, immer weiter zu machen. Außerdem machte es mir klar, was der Satz bedeutet: „Veränderst Du Dich im Inneren, verändert sich auch das Außen!“

Manchmal kommt sie schon noch, die kleine innere Stimme, die alte Doktrinen wiederholt. Und wenn sie sagt „Wie blöd bist du eigentlich?“ oder andere negative Dinge, dann antworte ich im Geiste „Das Leben ist zu kurz, um dir weiter zuzuhören!“ Das ist im Augenblick, mein neuer Leitspruch. Er nimmt mir viele Ängste. Wie auch die vorm schwimmen. Ich denke, so viel wie ich in den letzten 2 Jahren geschwommen bin, bin ich in meinem ganzen Leben nicht geschwommen. Ich habe mir vorgenommen, meinen Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Und das klappt immer besser. Die verkümmerte Rückenmuskulatur (wie mein Arzt sagte), wird wieder aufgebaut. Schluß mit Rücken- und Kopfschmerzen. Wie ich in einem anderen Eintrag bereits schrieb: Das Leben beginnt immer wieder neu. Und jetzt kann ich das auch fühlen und vor allem nutzen. Und siehe da, ich fühle mich besser als je zuvor und bin gespannt, was noch alles passiert.

Bildertext:

Das Leben hat mehr zu bieten,
als sich alles bieten zu lassen!

© Emily-Star