Gedanken für Zwischendurch Teil 12

Wenn man die Worte „Ich habe erst...“ einfach mal mit „Ich habe schon...“ ersetzt, ergibt sich eine viel größere Zufriedenheit! © Emily-Star

Über die Macht der Worte und Gedanken

Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Player:

Wer ausschließlich, das große Ziel vor Augen hat und die kleinen Zwischenerfolge nicht schätzt, wird beim erreichen des selbigen, auch keine wirkliche Zufriedenheit erfahren!

Größer, schneller, weiter, besser, schöner als… Das sind so die Schlüsselworte, die uns antreiben. Wohin eigentlich? Zu einem vermeintlich besseren Leben und mehr Zufriedenheit? Es ist gut, Ziele zu haben. Aber es ist noch viel besser, sich außerdem über all die „kleinen“ Erfolge auf dem Weg dorthin zu freuen! Der Mensch neigt dazu, seinen Fokus eher auf die Dinge zu legen, die er noch nicht hat oder kann, als darauf, was er schon erreicht hat.

Kenne ich von mir auch. Wie oft, habe ich in den letzten Monaten gejammert und mich damit unbewußt selbst nieder gemacht, in dem ich klagte: „Ich kann erst zwei Lieder auf dem Klavier spielen, warum geht’s nicht schneller?“ Das löst Unzufriedenheit aus. Unzufriedenheit, die ich mir selber beschere wohlgemerkt! Besser wäre es zu sagen: „Hey, ich kann schon zwei Lieder spielen und das ohne die Hilfe eines Klavierlehrers!“

Immer wieder erwische ich mich dabei, daß ich dieses und jenes noch besser oder schneller machen könnte. Das ich das große Ziel, noch nicht erreicht habe und wundere mich dann, warum ich manchmal so unzufrieden und niedergeschlagen bin. Mit einem Blick auf meine youtubevideos, ging die Unzufriedenheit dann auch weiter. „Ich habe nur so wenig Zuschauer. Andere haben Millionenklicks. Irgendwie komme ich nicht weiter!“ Das sind negative Gedanken, die ich mir immer wieder, selber antue. Sie sind demotivierend und lassen auch keine wirkliche Freude zu. Mittlerweile sehe ich das anders. Ich sage mir stattdessen, „Hey ich habe schon so viele Zuschauer, das ist doch großartig!!!“ Und schon geht es mir besser. Es ist wirklich interessant, was im Inneren passiert, wenn man die Worte „erst“ oder „nur“, einfach mal mit „schon“ ersetzt! Probier es mal aus 😉

Bildertext:

Wenn man die Worte „Ich habe erst…“
einfach mal mit „Ich habe schon…“ ersetzt,
ergibt sich eine viel größere Zufriedenheit!

© Emily-Star

Wege der Selbstheilung Teil 20

Über das loslassen von Menschen die wir lieben, weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 3

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell! Den Kontakt zu meiner Mom, habe ich vor ein paar Jahren abgebrochen! Die gute Beziehung war reines Wunschdenken meinerseits. Als ich das endlich auch mal erkannt hatte, zog ich die Reißleine. Dazu mehr, zu einem anderen Zeitpunkt!

Wenn wir die Dinge mit unserem Herzen einfach akzeptieren könnten, ganz so wie ein Computer die logischen Rechenvorgänge begreift, wäre das Leben leicht! Doch wäre es dann noch lebenswert? © Emily-Star

Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Player:

Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.

In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Es hat schon einige Zeit gebraucht, um den Schmerz wieder auf ein erträgliches Maaß zu reduzieren. Die Spaziergänge und auch die Gespräche mit meinem Partner, haben mir da sehr geholfen, Schritt für Schritt aus meinem Gedankenkreislauf auszusteigen und in die Realität zurück zu kehren. Was bei lebensmüden Gedanken hilft, hat also auch hier, in dieser nicht ganz so dramatischen Situation, seinen Zweck erfüllt! Nun hat ein neuer Tag begonnen und es ist schon eine echte Herausforderung, wieder an dieses Gefühl heran zu kommen, nachdem es so schön im Unterbewußtsein verschwunden ist. Diesen Wechsel zwischen ganz bewußtem fühlen und anschließendem wieder ausblenden des Schmerzes zu bewerkstelligen, um die Aufgaben des Alltagslebens erfüllen zu können, erfordert schon recht viel Selbstdisziplin. Gerade jetzt, wo er nicht präsent ist, ist die Verführung groß, das Ganze einfach wieder zu den Akten zu legen. In einem Moment wie diesem, wo ich mich emotional wieder besser fühle, die Tür zum geistigen Wartezimmer zu öffnen und den ungebeten Patienten ganz bewußt willkommen zu heißen, ist schon eine ganz schöne Überwindung. Aber ich versuche mich daran zu erinnern, wie oft ich bereits dachte, nur weil ein Gedanke oder Gefühl gerade nicht präsent ist, daß es damit auch weg sei. Und das ich jedes Mal eines besseren belehrt wurde.

Nun habe ich die Möglichkeit selbst über meine Gefühle zu bestimmen, anstatt mich (vielleicht in ein paar Tagen) wieder davon überrumpeln zu lassen. Ich habe jetzt die Chance, aus der Ohnmacht, die ich so oft durch meine Gefühlsschwankungen empfinde, eine Art Selbstbestimmung zu machen. Und das wäre doch schon mal eine bessere Ausgangsbasis, als bisher.

Um nun wieder an dieses Gefühl heran zu kommen, mache ich mir jetzt ganz gezielt die Musik an, die mich an unseren letzten gemeinsamen Urlaub erinnert. Ich lasse ein paar Lieder laufen, schließe die Augen und warte, bis sich die ersten Bilder offenbaren. Die verblassten Erinnerungen bekommen immer mehr Farbe, werden klarer und deutlicher, je mehr ich mich auf die Musik einlasse. Und dann ist er endlich da- der Schmerz.

Dieser Urlaub war eigentlich ein sehr schöner Urlaub gewesen und doch tut es mir weh, die Situationen nochmal zu erleben. Denn ich weiß, daß es das letzte Mal war, wo wir einander nahe waren und diese Zeit nie wieder kommen wird. Am letzten Tag, habe ich es gespürt. Ich wußte instinktiv, daß unsere Beziehung ab jetzt vorbei war. Es war nichts schlimmes vorgefallen, was darauf gedeutet hätte. Aber meine dunkle Vorahnung hat mich leider nicht getrogen. Die Phase „Jetzt kümmere ich mich nur um mich“ hatte wieder bei ihm begonnen. Das merkte ich daran, daß er sich nach dem Urlaub kaum noch meldete. Die Abstände, wo er mal anrief oder schrieb, wurden länger und länger. Aus Tagen wurden Wochen und irgendwann sagte er mir dann, daß ich nun meine eigenen Wege gehen müßte. Und er auch keine Lust mehr habe, sich mit mir zu befassen. Genauso meine Emails zu lesen, da sie ihm zu lang wären.

Ich weiß bis heute nicht, was falsch daran war, ihm zu schreiben, wie sehr ich ihn vermißte und das ich für ihn da sein wollte, wenn er mich brauchte, so wie er ja in dem letzten Jahr auch für mich da gewesen war. Doch er wollte meine Liebe nicht mehr, eigentlich von niemanden und ich hatte das zu akzeptieren. Er vergaß nicht hinzu zu fügen, daß ich seine Erwartungen nicht erfüllt hatte, sowieso nur leere Phrasen drischte und er sich von mir jetzt auch überhaupt nichts mehr erwartete. Diesen plötzlichen Wechsel, ohne daß eigentlich konkret etwas schlimmes zwischen uns vorgefallen war, hatte ich trotz meiner unterschwelligen Befürchtungen, nicht erwartet. Ich hatte eine Zeit lang wirklich geglaubt, daß wir neu angefangen hätten. Und nun wiederholte er, was er schon so oft mit mir gemacht hatte.

Für einige Zeit: Ich tue alles für dich, weil ich dich liebe. Und dann nach einer Weile wieder das Gegenteil: Verschwinde aus meinem Leben, ich kann dich nicht lieben!

Ich glaube genau das ist es, woran ich jetzt noch knabbere. Das ich ihm naiv geglaubt habe und dann doch wieder fallen gelassen wurde. Die verabredeten zwei Jahre, waren nur eins. Er hatte mir ein Jahr Zeit gegeben, um gesund zu werden und wieder zu funktionieren. Und zwar genauso, daß er stolz auf mich sein konnte. Die kleinen Zwischenerfolge, die ich bis dahin erreicht hatte, waren nichtig, denn das Endziel ist ja in diesem einen Jahr auch nicht erreicht worden. Das es eigentlich zwei Jahre waren, die wir verabredet hatten, schien er vergessen zu haben. Genauso wie meine Aussage, daß ich es versuchen wollte. Aber ihm keine Garantie geben könne, ob ich das auch schaffe. Was damals noch in Ordnung war, war heute irrelevant.

In diesem Augenblick begann ich zu verstehen, daß wir Liebe unterschiedlich definierten. Er konnte mich nur lieben, wenn ich so war, wie er sich das vorstellte und ich liebte ihn, über all die Jahre bedingungslos, obwohl es wahrscheinlich klüger gewesen wäre, das nicht zu tun. Ich habe mich wie ein dummes Kind, immer wieder emotional an ihn geheftet. Wollte unbedingt, daß er mich liebt. Habe so viele Male diese Wechsel erlebt und nicht daraus gelernt. Die Phasen, wo wir Kontakt hatten und die Jahre dazwischen, wo es keinen gab, weil er das nicht wollte. Es war also kein Wunder, daß ich für ihn lächerlich war. Und irgendwie ist es auch lächerlich, einem Menschen hinterher zu laufen, der einen nicht wirklich liebt. Damit habe ich mich selbst immer wieder zum Opfer gemacht. Und eigentlich dürfte ich mich noch nicht einmal beklagen. Ich hätte mir doch denken können, daß er sich nicht ändert.

Aber irgendwie, habe ich mich da auch immer wieder an die Erfahrung mit meiner Mom geklammert. Denn die hat sich geändert. Und wir haben bis heute eine konstant innige und gute Beziehung zueinander. Nur der Unterschied war dabei, daß wir dies auch Beide wollten und viel an uns gearbeitet haben. Mein Vater hat sich das wahrscheinlich ebenfalls vorgenommen, das ist auch löblich. Aber sich etwas vorzunehmen, reicht eben nicht. Das weiß ich jetzt. Man muß auch etwas dafür tun. Und das, was meine Mom und ich (jahrelang wohlbemerkt) gemacht haben, war genau das, was mein Vater vermied. Nämlich über das Vergangene zu reden. Sich damit auseinander zu setzen. Nicht nur einmal kurz. Sondern so lange, bis wirklich beide Seiten zufrieden mit dem Ausgang des Gespräches sind. Durch ein schnödes „Tut mir leid!“ werden solche gewichtigen Themen nicht geklärt. Wobei selbst diese drei Worte, generell sehr schwer auszusprechen sind. Ich erinnere mich nicht daran, diese Worte jemals aus dem Munde meines Vaters gehört zu haben. Lediglich ein Bedauern über die falsche Partnerwahl, die er zu dieser Zeit getroffen hatte, kam als sein einziger „Fehler“ über seine Lippen.

Es soll aber nicht an mir sein zu urteilen und das bringt mich auch nicht wirklich weiter! Die großen W- Fragen (Warum, Weshalb, Wieso) sind sowieso alle sehr müßig. Ganz besonders die, warum der Andere einen einfach nicht liebt. Gefühlsfragen zufriedenstellend mit dem Verstand beantworten zu wollen, kann nur frustrieren und ändert meiner Meinung nach auch nichts an den Tatsachen, mit denen man sich ja trotzdem auseinander setzen muß, auch wenn man meint die Antwort gefunden zu haben!

Nachdem ich mir all das ins Bewußtsein gerufen habe, fühle ich mich müde und kraftlos. Da ich heute aber mehr Zeit für meinen Heilungsweg habe, nutze ich diese und mache für eine Stunde die Augen zu. Richtig schlafen kann ich nicht, es ist eher so ein dahin dämmern im geistigen Niemandsland. Als ich merke, daß ich mich etwas besser fühle, stehe ich auf und nutze den Rest des traurigen und auch wütenden Gefühls, um endlich ein Lied neu einzusingen, dessen Text und Gesangslinie ich vor ca. 1 Jahr in genauso einer Stimmung wie jetzt, schrieb. Denn ein jahrelanger sehr guter Freund von mir, hat sich nun entschlossen mir mit der Musik zu helfen. Ich lerne zwar trotzdem weiter Klavier spielen. Aber mittlerweile ist mir klar geworden, daß trotz allem Fleiß, das nicht so schnell gehen wird, wie ich mir das erhofft hatte. Bis ich die Musik zu meinen Texten selbst komponieren und korrekt einspielen kann, wird noch eine ganze Weile vergehen. Umso schöner ist es jetzt, Hilfe zu haben.

Die Konzentration, die ich aufbringen muß, um möglichst passend zum „tak, tak, tak“ des Metronoms einzusingen und die Vorstellung, für wen ich dieses Lied eigentlich singe, helfen mir dabei, wieder etwas von dem negativen Gefühl in mir loszuwerden.

Nachdem ich damit fertig bin, stelle ich fest, daß ich nun wieder etwas mehr geerdet bin und sogar ein bißchen froh darüber, diese düstere Stimmung sogar noch sinnvoll genutzt zu haben. Denn wenn ich glücklich bin, fällt es mir nicht so leicht einen so dramatischen und verzweifelten Text, auch so gut rüber zu bringen. Auch wenn ich weiß, daß das singen nicht immer helfen wird, will ich für heute doch zufrieden sein. Ich habe den Schmerz und die Wut gespürt und ich habe ihr Ausdruck verliehen. Für Morgen muß ich mir dann halt wieder etwas anderes einfallen lassen.

Bildertext:

Wenn wir die Dinge mit unserem Herzen
einfach akzeptieren könnten,

ganz so wie ein Computer
die logischen Rechenvorgänge begreift,
wäre das Leben leicht!

Doch wäre es dann noch lebenswert?

© Emily-Star

Am Fenster

Stillschweigend sitzt sie auf dem Fensterbrett. Gedankenverloren läßt sie eine Rose durch ihre Finger gleiten. Ihr Blick schweift suchend umher. Doch sie kann im Außen nicht finden, was im Inneren verborgen ist. Ihre Hände scheinen nicht zur Ruhe kommen zu wollen, krallen sich mit aller Macht am Fenstersims fest. Trotzdem schließt sie die Augen, lockert ihren Griff und stellt erstaunt fest, das ihr Körper bleibt wo er ist. Sie schwebt in Gedanken über Felder und Wiesen, hin zu Bergen und Seen. Hoch in die Wolken und Wasserfälle hinab. Durch all die Facetten ihres Seins. Aufmerksam ,liebevoll nimmt sie noch einmal die Einsamkeit wahr, obwohl sie nie einsam gewesen ist. Fühlt die Leere, obwohl sie von Fülle umgeben war. Begreift, wie sehr sie sich vom Leben abgeschnitten hat. Mit diesem Wissen, taucht sie auf- aus all ihren Gedanken und öffnet die Augen. Endlich ist sie bereit von ihrem Fensterbrett hinab zu steigen. Die Einladung des Lebens anzunehmen und durch die weit geöffnete Tür zu schreiten. Anstatt nur ein stummer Beobachter zu sein, wie sie es jahrelang auf ihrem Fensterbrett gewesen ist. © Emily-Star

Bildertext:

Stillschweigend sitzt sie auf dem Fensterbrett. Gedankenverloren läßt sie eine Rose durch ihre Finger gleiten. Ihr Blick schweift suchend umher. Doch sie kann im Außen nicht finden, was im Inneren verborgen ist. Ihre Hände scheinen nicht zur Ruhe kommen zu wollen, krallen sich mit aller Macht am Fenstersims fest. Trotzdem schließt sie die Augen, lockert ihren Griff und stellt erstaunt fest, das ihr Körper bleibt wo er ist. Sie schwebt in Gedanken über Felder und Wiesen, hin zu Bergen und Seen. Hoch in die Wolken und Wasserfälle hinab. Durch all die Facetten ihres Seins. Aufmerksam ,liebevoll nimmt sie noch einmal die Einsamkeit wahr, obwohl sie nie einsam gewesen ist. Fühlt die Leere, obwohl sie von Fülle umgeben war. Begreift, wie sehr sie sich vom Leben abgeschnitten hat. Mit diesem Wissen, taucht sie auf- aus all ihren Gedanken und öffnet die Augen. Endlich ist sie bereit von ihrem Fensterbrett hinab zu steigen. Die Einladung des Lebens anzunehmen und durch die weit geöffnete Tür zu schreiten. Anstatt nur ein stummer Beobachter zu sein, wie sie es jahrelang auf ihrem Fensterbrett gewesen ist.

© Emily-Star

Gedanken für Zwischendurch Teil 11

Es ist nichts vergangen, was in Dir weiter lebt! Es ist nichts vorbei, mit dem Du Dich nicht gefühlsmäßig auseinander gesetzt hast! Du kannst hunderttausend Neuanfänge machen, solange Du sie nur im Außen tust, sind es keine! © Emily-Star

Echte Neuanfänge beginnen im Inneren- nicht im Außen!

Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Player:

Wie oft habe ich in meinem Leben schon die Worte gehört „Das ist Vergangenheit!“ oder „Das ist doch jetzt vorbei!“ Wirklich??? Ist es das???

Es mag vergangen sein, aber deshalb leider noch lange nicht vorbei! Denn absolut alles, was wir bisher erlebt haben, hat uns geprägt und zu dem Menschen gemacht, der wir heute sind. Beeinflußt uns, in unserem Denken, in unseren Gefühlen – in unserem ganzen Sein.

Es klingt so schön, all die Sätze vonwegen: „Du mußt nach vorne schauen, denn das Leben geht weiter.“ Nun, wäre ich ein Computer, hieße das für mich „format: c“ schreiben und meine Festplatte wäre gelöscht. Doch halt, nach meinen heutigen Erkenntnissen, (Hacker hatten diese wahrscheinlich schon Jahre vor mir ^^) gibt es gar kein wirkliches löschen, auf diese Art. Denn die Daten, können von speziellen Programmen, zurück geholt werden. Schade auch! Was bleibt also? Nur eines, überschreiben und das möglichst oft. Alte Dateien mit neuen ersetzen, bis die alten, unleserlich geworden sind. Klingt doch einfach, könnte man jetzt einwenden. Machen wir es genauso, mit unserem Leben. Einfach neue Erfahrungen sammeln, die negativen mit positiven ersetzen. Nur vergessen wir dabei eines: „Wir haben Gefühle und ein Computer nicht!“ Und doch, verhalten wir uns oft so. Wird von uns erwartet, einer zu sein. Erwartet man von sich selber, einer zu sein – noch schlimmer!

So passiert es dann häufig, daß wir sehr schnell mal Dinge, oder Menschen, oder Tiere, versuchen zu ersetzen. Ist zum Beispiel der alte Partner weg, dann sucht man sich halt schnell, einen neuen. Wie oft schon, haben wir das in unserem Leben, mitbekommen? Wenn wir Liebeskummer hatten, sind die Neuverkuppler oder zumindest die mit den „andere Mütter haben auch schöne Söhne oder Töchter“ Sprüchen recht schnell zur Stelle. Wir sollen uns doch, einfach schnell, jemand neuen suchen. Und wenn jemand gestorben ist, dann wird einem auch nur eine kurze Trauerphase vergönnt, insofern sie denn auch in Maaßen abläuft. Bloß nicht zu lange heulen, zu laut fluchen, immer schön optimistisch bleiben, sich zusammen reißen und schnell wieder nach vorne schauen. Ist etwas kaputt gegangen; egal ist doch nur etwas materielles, kauft man sich eben neu. Ist das geliebte Haustier verstorben; wozu gibt’ s so viele andere? Wir sollen uns mal nicht so haben! Das Leben geht schließlich weiter. Und das versuchen wir dann auch. Nur blöderweise gelingt uns das auf Dauer, nicht so gut. Irgendwann, kommt dann doch wieder der Tag, an dem der neue Partner, irgendwie wieder der Gleiche zu sein scheint; nur in einer äußerlich, anderen Verpackung. Und es kommen immer wieder, verdächtig ähnliche Probleme und Streitigkeiten auf, wie in der Beziehung zuvor. Und der geliebte verstorbene Mensch, will auch nicht einfach so, aus unseren Gedanken verschwinden. Ebenso wie das geliebte Tier, was immer wieder mal, mit dem letzten, verglichen wird.

Da versuchen wir also, nach vorne zu schauen, waren doch so tapfer mit unseren immer wieder Neuanfängen und all den vergeblichen Versuchen zu vergessen. Ich kenne das nur zu gut. Dieses sich selbst belügen. Diese irrige Hoffnung: Wenn ich erst da wohne, ein neues Tier habe, diese Pflanze besitze, dieses super tolle neue technische Gerät, diesen Urlaub, diesen Partner- dann wird endlich alles gut. Und ich habe immer wieder enttäuscht fest stellen müssen, daß nach der ersten Freude, die Erkenntnis hinterher kam, das war es nicht. Ich bin immer noch nicht glücklich. Ich kann mir kaufen, konsumieren was immer ich will, die Flucht nach vorne antreten – aber irgendwie finde ich doch keinen inneren Frieden. Das was ich da versuche zu vergessen, taucht immer wieder mal auf, ganz gleich wie vermeintlich groß der Schritt nach vorne, auch gewesen sein mag. Einfach so vergessen, habe ich versucht, so oft. Es kommt immer wieder. Manchmal bin ich auch traurig oder wütend, scheinbar ohne äußerlichen Grund. Reagiere überzogen, auf triviale Dinge, denen ich dann die Schuld für mein Befinden, zuschustern kann. Und komme überhaupt nicht auf die Idee, daß ich eigentlich, auf etwas oder jemand ganz anderen, sauer bin. Das mich etwas anderes traurig gemacht hat – früher einmal. Das sind dann die Momente, wo ich besonders tapfer, nach vorne geschaut habe. Die, in denen ich mich selbst belüge, oder gar nicht mehr weiß, wo meine Stimmungsschwankung auf einmal her kommt. Oder dieser Drang, etwas machen zu müssen, um mich wieder abzulenken. Oder aber, weil oftmals der Satz fiel: „Sitz nicht so faul rum!“ (Nur als Beispiel.) Aber komisch, wie kann das denn sein? Das war doch früher mal! Sagt doch jetzt keiner mehr zu mir! Ist doch Vergangenheit!

Tja, ist es wohl nicht, sonst würde mir dieser Satz, dieses Gefühl, ja nicht immer wieder in den Sinn kommen. Also einfach so vergessen? Geht nicht! Es ist nichts vergangen, was in Dir weiter lebt! Es ist nichts vorbei, mit dem Du Dich nicht gefühlsmäßig auseinander gesetzt hast! Du kannst hunderttausend Neuanfänge machen, solange Du sie nur im Außen tust, sind es keine!

Bildertext:

Es ist nichts vergangen, was in Dir weiter lebt!

Es ist nichts vorbei,
mit dem Du Dich nicht gefühlsmäßig auseinander gesetzt hast!

Du kannst hunderttausend Neuanfänge machen,
solange Du sie nur im Außen tust, sind es keine!

© Emily-Star

Wege der Selbstheilung Teil 19

neues Licht © Emily-Star

Über das loslassen von Menschen die wir lieben,weil sie entweder nicht bei uns sein wollen oder aber uns nicht gut tun. Teil 2

Dieser Beitrag, (wie auch alle anderen Beiträge der Selbsthilfereihe) ist ein reiner Repost, also NICHT aktuell, auch wenn ich den Brief heute, noch genauso unterschreiben würde!

Um diesen Artikel vorgelesen zu bekommen, klickt bitte auf folgenden Player:

Es tut weh zu hören und akzeptieren zu müssen, daß man nicht (mehr) geliebt wird oder auch nie geliebt wurde. Ein Schlag ins Gesicht und ins Herz!
Genauso wie die Tatsache, daß wir manchmal Kontakte zu Menschen pflegen, die uns eigentlich weder gutes wollen, noch gutes tun. Das kann der Partner, ein Familienmitglied oder aber auch ein sogenannter Freund sein. Den Kontakt zu beenden, ist auch da nicht immer so leicht, manchmal aber einfach besser für uns.
In beiden Fällen wissen wir, daß es besser wäre- den Menschen los zu lassen. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit und diese Zeit fangen wir jetzt ganz bewußt an, uns in diesen Teilen zu nehmen und zu nutzen.

Ich lege die Hände auf mein Herz, spüre die Traurigkeit und schließe meine Augen. Was genau tut mir eigentlich so weh? Ich habe Menschen, die mich wirklich lieben und respektieren. Ich habe einen wunderbaren Partner, der mir so viel Kraft gibt und mich mittlerweile so gut kennt, daß er sehr oft, ganz instinktiv die genau richtigen Worte findet. Worte die mich trösten, oder beruhigen. Ich wohne in einem so tollen Haus, habe materiell gesehen alles, was ich mir wünschen kann und bin wirklich sehr dankbar für das, was da ist. Ich sollte der glücklichste Mensch, auf Erden sein. Und doch kommt in letzter Zeit, immer mehr von dieser tiefen Traurigkeit, die mich schwerer atmen läßt, weil sie so schwer auf meiner Seele lastet. Es wird immer öfter so dunkel, so trostlos, so freudlos in mir drin. Alles was ich bisher erreicht habe, die Freude darüber, wird schwächer.

Lieber Papa,

Du hast immer gesagt, man muß Vergangenes ruhen lassen und im hier und jetzt leben. Du hast so vieles zu mir gesagt und manchmal wünschte ich fast ein bißchen, es wäre nur schlechtes dabei gewesen. Denn dann würde ich Dich jetzt nicht so verdammt vermissen. Du hast mehrere Seiten, wie wir alle. Zwei davon sind besonders extreme Gegensätze. Gegensätze, die ich nie ganz verstanden habe. Eben weil sie so gegensätzlich sind. Ich habe Dich als einen Menschen wahr genommen, der sehr angsteinflößend, verletzend und zerstörerisch sein kann. Dazu noch kalt wie Eis. In den Momenten wo Du Dich so präsentiert hast, hatte ich große Angst vor Dir, weil ich nie wußte, wo Deine Grenze ist und ob Du dann überhaut noch eine wahr nehmen kannst. Es gab so viele Situationen, wo ich voller Furcht darauf wartete, was als nächstes geschieht. Ja, und dann gibt es diese zweite Seite. Das absolute Gegenteil. Die, wo Du so viel Liebe geschenkt hast. Wo wir herum alberten und Du mir das Gefühl gabst, etwas besonderes zu sein und das es nichts gäbe, was Du nicht für mich tätest, insofern es in Deiner Macht liegt. Diese zwei Gegensätze kriege ich nicht in einer Person untergebracht. Wärest Du ein fremder Mensch, dann würde ich mir darüber nicht den Kopf zermartern. Aber das bist Du nicht. Du bist seit meiner Geburt, immer ein Teil meines Lebens gewesen. Auch wenn ich Dich in meiner Kinderzeit sehr selten zu Gesicht bekam. Ich war mir nie ganz sicher, ob Du mich nun liebst oder haßt. Man sagt ja, daß diese beiden Gefühle nah beieinander liegen, sie irgendwie miteinander zu tun haben. Das fällt mir jedoch, obwohl ich es von klein auf nicht anders kennen gelernt habe, bis heute schwer zu glauben.

Deine Kindheit, hatte sehr viel Ähnlichkeit mit meiner und manchmal kommt mir der Gedanke, ob das wohl der Grund dafür ist, warum Du so geworden bist, wie Du bist. Manchmal entdecke ich auch an mir Eigenschaften, die Deinen ähneln. Diese Stimmungsschwankungen, von einer Sekunde zur nächsten, scheinbar ohne einen ersichtlichen Grund. Und ebenfalls die plötzlich aufkommende Wut, ist mir nicht fremd! Genauso aber auch die Liebe, die ich manchmal fast überschäumend empfinde. Diese gefühlsmäßigen Wechselbäder. Ich glaube wir sind uns viel ähnlicher, als wir uns das Beide eingestehen wollen. Und ich glaube außerdem, daß wir BEIDE nicht die negativen Eigenschaften unsere Väter, übernehmen wollten . Dieser innere Zerissenheit, zwischen Wut und Liebe, so ausgeliefert.

Auch Du hast sowohl in Liebe, als auch in Wut und Enttäuschung, von Deinem Vater gesprochen. In der einen Phase hast ihn so vermißt und der nächsten, warst Du (zu Recht) so unglaublich wütend auf ihn. Es tut mir leid, daß Du diese liebevolle Seite von Deinem Vater nie so erleben durftest, wie ich. Und ich weiß, daß er an mir versucht hat wieder gut zu machen, was er in Dir zerstörte. Ich weiß um all diese Dinge und liebe ihn dennoch. So wie ich auch Dich nie aufgehört habe zu lieben. Ihr beide seid nun nicht mehr greifbar für mich, fort aus meinem Leben und doch sind die Spuren von Euch, in meinem Herzen geblieben. Sind Eure Bilder, bis heute, unvergessen und wie eingebrannt…

Bis zum nächsten Brief,

Emily

Ich habe mir nun Zeit genommen, eine halbe Stunde wirklich nichts anderes zu tun, als diesen Schmerz zu spüren. Mir ging, während ich da so lag, so viel durch den Kopf. Ich fragte mich, ob das wirklich stimmt, daß er auch in diesem Fall irgendwann weniger wird. Ob ich eines Tages, besser mit all dem leben kann. Ob ich vielleicht sogar eine gewisse innere Freiheit erreichen werde? Ob es eigentlich klug ist, diese Arbeit jetzt schon zu beschreiben, wo ich doch noch gar nicht weiß, ob alles gut aus geht und es hilft. Aber dann sagte ich mir, daß ich nicht über andere Themen schreiben kann, wenn dieses jetzt gerade so präsent ist. Sich so in den Vordergrund drängt. Und anderen geht es bestimmt auch so. Bei ihnen ist es vielleicht jemand anders, als ein Elternteil wie bei mir. Vielleicht ein Partner, der einen nicht mehr will, oder der einem einfach nicht gut tut. Den man zwar irgendwie liebt, aber auch weiß, daß es einfach besser wäre, denjenigen loszulassen. Man kann vieles erreichen, gemeinsam. Aber wenn der Andere nicht will, dann ist es manchmal einfach besser zu gehen.

Nachdem die halbe Stunde um war, merkte ich erst mal, wie schwer das ist, jetzt wieder umzuschwenken. Mich dem Haushalt und den alltäglichen Aufgaben zu widmen. In mir drin habe ich das Bedürftnis diese halbe Stunde zu verlängern. Doch das geht nicht. Es gibt ja auch noch andere Verpflichtungen und vielleicht ist das sogar ganz gut so. Früher habe ich mir für meine Selbstheilung viele Wochen Zeit genommen. Heute geht das nicht mehr ganz so leicht. Aber auch in diesem Punkt, wird es vielen anderen so zu gehen. Das reale Leben ist halt auch noch da. Nun, dann werde ich jetzt einmal schauen, wie ich das am besten in Einklang bekomme. Wie ich es schaffe, diesen Schmerz, bis zur nächsten halben Stunde so weit in den Griff zu kriegen, daß mir das Alltagsleben wieder von der Hand geht. Vielleicht liegt auch genau darin der Schlüssel. Jetzt einfach wieder etwas ganz normales und alltägliches zu tun. Ich werde es heraus finden.