Kurze, aber wichtige Unterbrechung: Der alte Mann auf dem Fahrrad

Ich hatte erst überlegt, ob ich die Jakobswegreihe, wirklich mit einem anderen Beitrag unterbrechen will. Aber jetzt erscheint mir das, doch so außerordentlich wichtig, daß ich dies jetzt einfach mal kurz tue. Denn wenn das gestern anders gelaufen wäre, wäre es für immer, beim letzten Bericht geblieben!

Als ich gestern spazieren ging, da traf ich mit einem Mal einen alten Mann auf dem Fahrrad. Ich habe erst mal einen Schreck gekriegt, weil der nicht weiter fuhr und irgendwie auf mich zu warten schien. Also sprach ich ihn direkt an und fragte ihn nach dem Weg. Direkt ansprechen, vertreibt meine Unsicherheit, dachte ich mir nur. Als er mir antwortete, sah ich, daß ihm auch ein paar Schneidezähne fehlten.

Er wollte mich über die Strecke zurück lotsen, über die ich bereits gekommen war. Das wollte ich aber nicht und außerdem hatte ich Durst und suchte noch, nach einem Laden. Als er merkte, daß ich mich nicht von meiner Meinung abbringen ließ, sagte er, daß er mich begleiten würde. Ich dachte nur, „Oh nee!“ und versuchte heraus zu finden, ob er mir gefährlich werden könnte. Aber irgendwie wirkte er so alt auf mich, daß ich mir das nur schwer vorstellen konnte. Er meinte, es wäre sicherer, wenn er mit käme. Für ihn natürlich. Das fand ich urkomisch und fragte ihn, weshalb er bei mir Schutz suche? Er gab keine Antwort und ich dachte nur „Oje, der ist glaube ich, etwas verrückt!“ Aber egal wie, er ließ sich nicht abschütteln und blieb auf seinem Fahrrad neben mir.

Als wir in den nächsten Ort kamen, wollte ich einen Laden suchen, um etwas zu trinken zu kaufen. Aber er sagte, das lohnt sicht nicht, da es in diesem Ort (Straße mit ein paar Häusern, trifft es eher) schon lange keinen mehr gab. Er erzählte nicht viel, außer, daß er früher mal bei einem Waldstück an die 100 Bäume geflanzt hätte?! Ich fragte ihn, ob er ein Förster sei und wieder kam keine Antwort. „Ojeeeeee“, dachte ich. „Was machst du jetzt?“ Dann erzählte er, daß er da hinten, ein Haus zwischen zwei großen Bäumen habe und das wiederholte er immer wieder. Irgendwann blieb ich stehen und wollte wissen wo. Er versuchte es mir zu zeigen, aber ich sah es nicht. Ich sah so viele Bäume. Aber keine 2 großen mit einem Haus dazwischen.

In dem Augenblick, sah ich aber etwas anderes und zwar, wie ein LKW auf uns zu kam. Er schlingerte über die Straße und den Rand. Ich dachte nur „Nee, der wird uns jetzt nicht umfahren?“ Der alte Mann neben mir hingegen, blieb ganz ruhig und tatsächlich, bekam der Fahrer den LKW schließlich zum Stehen. Er stieg aus, war selbst ganz fassungslos und ging hinter den LKW, um zu sehen, was da los ist. Anschließend kam er mit einem langen Gesicht zurück und machte den LKW aus. Ob der Reifen geplatzt war?

Der alte Mann, blieb ganz gelassen und verabschiedete sich von mir, mit den Worten, daß er jetzt wieder nach Hause müßte.“Was war das denn jetzt?“ fragte ich mich fassungslos? Er fuhr noch kurz zu dem LKW Fahrer und bog dann über einen Feldweg zu seinem Haus, zwischen den 2 großen Bäumen ein. Das was ich partout nicht sehen konnte.

Während ich weiter ging, fiel mir auf, daß dieser alte Mann mir eigentlich das Leben gerettet hatte. Denn wäre ich allein gegangen, hätte ich den Ort nach einem Laden durchsucht, was alles verzögert hätte. Und ich hätte den LKW nicht kommen hören, da ich, wenn ich auf dem Feld unterwegs bin, immer laut Musik über Kopfhörer, höre. Davon abgesehen, laufe ich trotzdem am Rand her, damit mich die Autos einfach überholen können, was sie ja auch stets problemlos, tun.Aber dieser LKW, damit rechnete ich nicht. Besonders bei so einer kleinen Straße. Fast schon eine Art Feldweg. Und das der PLÖTZLICH die Kontrolle verliert und ins Schlingern kommt, erst Recht nicht. Das könnt Ihr mir jetzt glauben, oder auch nicht. Aber genauso ist es mir gestern passiert. Wäre der alte Mann nicht da gewesen, hätte mich der LKW überfahren! Wenn das mal keine Antwort auf meine Fragen an Gott ist…

Ich bin noch immer sehr nachdenklich. Natürlich frage ich auch meine Ratio. Aber auch die kann sich diesen „Zufall“ nicht logisch erklären und so bin ich sehr dankbar und glücklich, daß meine Zeit, scheinbar noch nicht gekommen ist.

Diesen Rosenkopf, fand ich am selben Abend bei dem Mülleimer einer Parkbank. Wahrscheinlich hat ein, von seinem Partner enttäuschter Mensch, die Rose geköpft und dort hin geworfen. Ich habe sie trotzdem aufgehoben. In Erinnerung an dieses Erlebnis und das, was es für mich bedeutet.

Mein Jakobsweg – Ankunft und erster Tag

Hostel Porto
Hostel Porto
Hostel Porto

Trotz fast einer Stunde Verspätung des Flugs, hatten die Betreiber des Hostels auf mich gewartet. Das war nicht selbstverständlich, da (laut vorherigem Emailkontakt) das späteste Checkin, um 23:30 Uhr statt zu finden hatte. Ich hatte also große Sorge, ob sie noch auf meine Ankunft warten würden, oder wie bereits angemahnt, eben nicht. Glücklicherweise hatte ich aber für 10 Euro extra den Abholservice des Hostels in Anspruch genommen und deshalb waren sie auch durch meine Flugnummer, über meine Verspätung informiert. Ich war daher unglaublich erleichtert, als nicht nur mein Fahrer dort am Flughafen stand, sondern auch im Anschluß noch jemand die Tür des Hostels öffnete. Geistig habe ich mich nämlich schon vor der Tür schlafen sehen. Fürs nächste Mal habe ich mir gemerkt, genau auf die Checkin Zeiten zu achten. Denn ganz besonders Hostels haben nicht rund um die Uhr geöffnet. Da das jedoch mein erster Hostelaufenthalt war, wußte ich das nicht. Ich war deshalb unglaublich erleichtert! Das Hostel selbst war ein großes Haus mit Garten, Küche und sogar so etwas wie einem Wohnzimmer. Im ersten Stock befanden sich die Schlafräume mit den Doppelbetten und ganz oben die Bäder. Ich unterhielt mich noch eine Weile mit einem freundlichen Angstellten, der mich auch sogleich davor warnte, im Meer baden zu gehen. Es sei viel zu kalt und die Strömung gefährlich. Nachdem ich am nächsten Morgen abwechselnd lauwarm und kalt geduscht hatte, sollte ich durch die gewaltigen Wellen des Meeres bei Mathosinhos etwas später auch sehen, daß er Recht hatte!

Cathédrale Porto

Nachdem ich mir die Kathedrale in Porto nicht nur angesehen, sondern auch noch meinen ersten Gottesdienst dort mitgemacht hatte, war ich sehr berührt. Ich habe kein Wort verstanden und trotzdem, war es irgendwie schön. Was mir auffiel war, daß hier in Porto, der Priester die Hostie in den Wein tunkt, bevor er sie verteilt. Und zwar bei jeder einzelnen. Das kannte ich ja überhaupt nicht. Im Anschluß holte ich mir noch meinen ersten Stempel und genoß den wunderbaren Ausblick auf Porto.

In Mathosinhos angekommen, führte mich mein erster Weg, allein schon wegen dem Stempel, zum Tourismuscenter. Die Damen dort waren sehr nett und natürlich durfte ich auch die Toilette benutzen. Allerdings, kam ich bei der anschließenden Suche nach dem Wasserhahn bei den Waschbecken, ein klein wenig ins Schwitzen. Irgendwann fragte ich doch nach wo er sei und man sagte mir, daß ich mit dem Fuß auf einen Schalter im Fußboden drücken muß. Da mußte ich erst mal lachen. Sowas war mir neu.

Camino Portugues (85 von 333)

Im Anschluß machte ich mich zurück auf den Weg zum Meer und genoß die salzige Briese, die leider nicht mit Videos oder Fotos wieder zu geben ist. Der Wind war extrem kräftig, so etwas war ich gar nicht gewohnt. Dann noch mit 9 kg Gepäck. Da dachte ich streckenweise, es weht mich um. Trotzdem war es unglaublich schön. Und bei der ersten Markierung im Holzboden, bekam ich unglaubliche Gäsehaut. Das war also der Weg nach Santiago und jetzt würde ich ihn, beginnend auf diesen Holzplanken, wie viele andere vor mir, auch gehen.

Camino Portugues (103 von 333)

Irgendwann kam ich dann auch endlich beim Camingplatz in Angeiras an. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, ob ich jetzt die öffentliche Pilgerherberge in Labruge nehmen soll, oder den etwas teureren Campingplatz. Der Gedanke, ein eigenes kleines Caminghäuschen für eine Nacht zu mieten, überwog dann aber. Umso enttäuschter war ich jedoch, daß alle bereits vergeben waren und ich nur noch in einem Großraumzelt unterkommen konnte. Das dann auch noch zu mehr Geld, als in meiner wohl veralteten gelben Reiseführerversion von damals stand. (Das hat man davon, wenn man so etwas second hand kauft.) Also ganz wichtig: Bei Reiseführern immer die neuste Version kaufen!!! Letzten Endes, stellte es sich trotzdem als eine gute Entscheidung dar und ich habe diese Nacht, noch immer in guter Erinnerung.

Camino Portugues (111 von 333)
Camino Portugues (109 von 333)

Etwas später ging ich noch ans Meer und konnte so, diese unvergeßlich schönen Bilder in mir aufnehmen. Es war alles in allem, zwar ein anstrengender, aber trotzdem wunderbarer Tag, voller neuer Eindrücke.

4 Befrei Dich! Mein Weg aus einer Beziehung voller Gewalt – Teil 3

Hier geht es um Gewalt in der Partnerschaft. Sei sie nun psychisch, emotional oder körperlich. Meine Geschichte für Dich! Anonyme und professionelle Hilfe findest Du unter:

Frauen: www.hilfetelefon.de , www.re-empowerment.de
Männer: www.maennerberatungsnetz.de

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf http://www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden.

In der Praxis weist das Hilfetelefon gewaltbetroffene Männer, die anrufen, nicht ab. Sie werden nach Möglichkeit beraten und, soweit vorhanden, über für Männer geeignete Anlaufstellen informiert.

3 Befrei Dich! Mein Weg aus einer Beziehung voller Gewalt – Teil 2

Hier geht es um Gewalt in der Partnerschaft. Sei sie nun psychisch, emotional oder körperlich. Meine Geschichte für Dich! Anonyme und professionelle Hilfe findest Du unter:

Frauen: www.hilfetelefon.de , www.re-empowerment.de
Männer: www.maennerberatungsnetz.de

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf http://www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden.

In der Praxis weist das Hilfetelefon gewaltbetroffene Männer, die anrufen, nicht ab. Sie werden nach Möglichkeit beraten und, soweit vorhanden, über für Männer geeignete Anlaufstellen informiert.

2 Befrei Dich! Mein Weg aus einer Beziehung voller Gewalt – Teil 1

Hier geht es um Gewalt in der Partnerschaft. Sei sie nun psychisch, emotional oder körperlich. Meine Geschichte für Dich! Anonyme und professionelle Hilfe findest Du unter:

Frauen: www.hilfetelefon.de , www.re-empowerment.de
Männer: www.maennerberatungsnetz.de

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ berät unter der Rufnummer 08000 116 016 und online auf http://www.hilfetelefon.de zu allen Formen von Gewalt – rund um die Uhr und kostenfrei. Die Beratung erfolgt anonym, vertraulich, barrierefrei und in 17 Fremdsprachen. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an eine Unterstützungseinrichtung vor Ort. Auch Bekannte, Angehörige und Fachkräfte können sich an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden.

In der Praxis weist das Hilfetelefon gewaltbetroffene Männer, die anrufen, nicht ab. Sie werden nach Möglichkeit beraten und, soweit vorhanden, über für Männer geeignete Anlaufstellen informiert.